Reisetrends Generation „55+“

„Junge Alte“ überaus reisefreudig:
Drei Fünftel packen heuer ihre Koffer

Print-Ausgabe 28. Juni 2019

Luden zum Fachgespräch: V.l. Simion Giurca, Stephanie Tischler, Claudia Bauer-Krösbacher, Yvette Polasek und Peter Laimer

Pro Haushalt will die Zielgruppe „55+“ heuer 3.780 Euro für private Auslands­reisen ausgeben – Italien, Deutschland und Kroatien als bevorzugte Destinationen

Das Reiseverhalten der Bevölkerung „55+“ samt aktueller Trends für den Sommer 2019 stand im Mittelpunkt eines Fachgesprächs, zu dem das Corps Touristique Austria unter Leitung von Präsidentin Yvette Polasek und Generalsekretär Simion Giurca sowie Statistik Austria (Peter Laimer) und das IMC der FH Krems (Claudia Bauer-Krösbacher und Stephanie Tischler) Mitte Juni ins Hotel Bristol luden. Der „Salon Schönbrunn“ bot einen mehr als passenden Rahmen, denn die Kombination von Tradition und Moderne, über die das Bristol seit seiner Renovierung verfügt, passen perfekt zur Zielgruppe „55+“, deren Vorzüge und Bedürfnisse sich ähnlich weit spannen.

Die Reisebranche hat sich bereits bestens darauf eingestellt; dort, wo dies noch nicht geschehen ist, sollte bald nachgezogen werden. Bereits heute macht der Anteil der „55+“-KonsumentInnen 32 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung aus. Bis 2100 werden sie laut Statistik Austria-Experten Peter Laimer mit 41 Prozent sogar die dominierende Gruppe sein. Jene der 20- bis 54-jährigen schrumpft von 48 auf 40 Prozent. Die „Kids“ bis 20 bleiben mit knapp 19 Prozent unverändert.

Lukrativ ist die Zielgruppe der „jungen Alten“ allemal. Begünstigt wird das durch den Trend zu einem langen Jungsein und spätem Altwerden sowie der Tatsache, dass sich die Lebenserwartung deutlich ausgedehnt hat und viele ältere Menschen ein Konsum- und Freizeitverhalten aufweisen, das sich von jenem jüngerer ZeitgenossInnen nur noch minimal unterscheidet.

Dazu kommt das hohe Reisebudget der „55+“-Generation: Der Mittelwert für alle 2019 beabsichtigten privaten Auslandsreisen pro Haushalt dieser Zielgruppe liegt in Österreich bei 3.780 Euro, der Median bei 3.000 Euro. Für den Haupturlaub werden pro Haushalt im Durchschnitt 2.548 Euro ausgegeben.

Mehr als ein Drittel aller Haupt­urlaubsreisen (vier und mehr Nächtigungen) entfiel im Vorjahr auf die Gruppe „55+“, die in Summe 3,8 Mio. Reisen unternahm, wobei beinahe zwei Drittel (63,8 Prozent) ins Ausland führten (Italien mit 25,9 Prozent weit vor Deutschland mit 13 Prozent, knapp gefolgt von Kroatien mit 12,6 Prozent). Der Anteil der Fernreisen an den „55+“ Haupt­urlauben erreichte 6,7 Prozent.

Auch heuer zeigen sich die „55+“ ÖsterreicherInnen reiselustig, wie eine in der zweiten Mai-­Hälfte vom IMC der FH Krems bundesweit durchgeführte Umfrage unter 1.200 Personen ergab. Demnach möchten mehr als drei Fünftel (62,1 Prozent) dieser Zielgruppe heuer privat ins Ausland reisen. Italien, Deutschland, Kroatien liegen unverändert voran, gefolgt von Griechenland, Spanien und Frankreich (siehe Grafik). Strand- und Badeurlaub dominieren, aber Städtetrips und Kultur-/Studienreisen werden ebenfalls geschätzt, gefolgt von Wellness-Aufenthalten.

Positiv aus Sicht der Saisonverlängerung ist, dass die Generation „55+“ die Monate Mai und Juni sowie September und Oktober (letzterer liegt auf demselben Niveau wie Juli und August) vorziehen. Ebenso werden von etwa drei Fünfteln 4-Sterne Hotels bevorzugt. Die Buchung wird gerne persönlich im Reisebüro vorgenommen, aber auch direkt beim Anbieter selbst.

„Insgesamt ist 2019 eine hohe Reiseabsicht zu sehen“, so das Résumé von Yvette Polasek. „Trotz der steigenden Bedeutung des Themas Sicherheit bei der Reiseentscheidung ist aufgrund der großen Reisefreude der über 55-Jährigen in Österreich ein erfolgreiches Reisejahr zu erwarten.“ 

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