Travel Technologie

Großverdiener Amadeus!
Ein Viertel vom Umsatz ist Gewinn

Print-Ausgabe 13. März 2020

Amadeus-CEO Luis Maroto durfte sich 2019 über einen Gewinn von rund 1,58 Mio. US-Dollar freuen

Da können die beiden erheblich kleineren Mitbewerber Sabre und Travelport bei weitem nicht mithalten – dasselbe trifft auch auf das Wachstum zu

Drei große Travel Technologie-­Unternehmen dominieren abseits der Online-Giganten das Touristik-­Geschehen: Amadeus, Sabre und Travelport. Bis vor einem Jahr waren alle drei börsennotiert. Seit Februar 2019 trifft dies nur noch auf Amadeus und Sabre zu. Travelport wurde um 4,4 Mrd. US-Dollar an Siris Capital und Evergreen Coast Capital verkauft und steht seither in Privatbesitz. Aussagen über die Geschäfts­entwicklung sind somit nur noch über Amadeus und Sabre möglich.

Travelport als kleinstes Unternehmen des Trios setzte im letzten Jahr mit veröffentlichten Zahlen (2018) rund 2,551 Mrd. Dollar um, mit der „Travel Commerce Plattform“ als größten Erlös-­Bringer (verantwortlich für 96 % des Umsatzes). Unter dem Strich blieben vor Steuern nur 85,5 Mio. Dollar übrig.

Wie sich Travelport im Geschäftsjahr 2019 entwickelt hat, wird nicht mehr kommuniziert. Große Sprünge dürfte es aber auch unter dem seit August des vergangenen Jahres amtierenden CEO Gregory T. Webb – er war zuvor fast 16 Jahre bei Sabre – vorerst keine gegeben haben.

>Unangefochtene Nummer 1 ist und bleibt Amadeus, dessen Umsatz 2019 um 12,85 % auf umgerechnet 6,26 Mrd. Dollar (5,57 Mrd. Euro) kletterte. Knappe drei Fünftel (56 %) werden im Bereich Distribution erzielt, der allerdings nur um 4,2 % zulegen konnte. Der zweite große Bereich, IT Solutions, wuchs hingegen um stolze 26,3 %.

Verdient hat Amadeus laut CEO Luis Maroto einmal mehr prächtig. Der Vorsteuergewinn (EBT) erreichte 1,58 Mrd. Dollar (1,41 Mrd. Euro), ein Anstieg um 5,3 %. In anderen Worten: Der Gewinn erreicht ein Viertel des Amadeus-Umsatzes.

Sabre mit CEO Sean E. Menke an der Spitze konnte da bei weitem nicht mithalten. Der Umsatz verbesserte sich lediglich um 2,8 % auf 3,96 Mrd. US-Dollar. Der Vorsteuergewinn brach sogar um die Hälfte auf 199,6 Mio. Dollar ein. Die Sabre-Einnahmen gliedern sich in die Bereiche „Travel Network“ (schwächstes Wachstum mit 2,7 %), die knapp drei Viertel zum Umsatz beisteuern, „Air Solutions“ (rund ein Fünftel des Umsatzes, Wachstum 3,2 %) sowie „Hospitality Solutions“, der als kleinster Bereich (weniger als ein Zehntel) mit 7,3 % am kräftigsten wuchs. 

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