Umfrage Incoming-Reisebüros

Große Power, stark unterschätzt:
Wie die Incomer Corona meistern

Print-Ausgabe 18. Dezember 2020

„Der Markt ist da, er brodelt und wartet, wieder loslaufen zu können“, so Brigitte Stumpner von Salzkammergut Touristik

15 Reisebürounternehmen, die 7,8 % aller MitarbeiterInnen der Branche beschäftigen und 12,4 % ihres Umsatzes erzielen, gewährten T.A.I. einen Blick in die Karten

Sie stehen im Schatten ihrer Out­going-Schwestern, stellen aber bezüglich Umsatz und Mitarbeiter­Innen eine Macht dar: Österreichs Incoming-Reisebüros. T.A.I. hat im Zuge einer Umfrage erhoben, wie sie die Corona-Krise meistern, auf welche Hilfestellungen sie zurückgreifen, welche sie vermissen, wie sie sich auf 2021 vorbereiten und wann sie mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau rechnen. 

An der T.A.I.-Umfrage nahmen 15 Incomer teil. Das sind 1,4 % aller österreichischen Reisebürounternehmen, die mit über 700 MitarbeiterInnen rund 7,8 % aller Beschäftigten stellen und mit Umsätzen von zuletzt rund 570 Mio. Euro 12,4 % der gesamten Branchen-Erlöse erzielen. 

Beispielhaft sind auch die Eigenkapitalquoten, die im Schnitt 30,75 % der Bilanzsumme erreichen. Ausreißer nach oben stellen Mundivision von HelmutBernhart (79,3 %), Salzburg Panorama Tours von StefanHerzl (71,4 %) und TUI Incoming alps & cities mit Office Managerin UrsulaKaloumenos (61,3 %) dar. Die dadurch hohen Rücklagen haben vielen Incomern in den vergangenen Monaten geholfen. 

Die Umsätze brachen heuer überall ein, mehr als -90 % sind die Regel. Relativ besser ging es jenen, die breiter aufgestellt sind, wie z.B. Eurotours (FIT und Gruppenincoming -43 %), Travel Partner (-48 %), Mondial (reines Incoming -80 %), OÖ Touristik (-60 %) oder Salzkammergut Touristik (-70 %). Bei ihnen gehört Deutschland jeweils zu den drei stärksten Quellmärkten, zum Teil auch Österreich. 

Hilfspakete, die am meisten in Anspruch genommen werden, sind Kurzarbeit (hier wäre auf Grund der langen Vorlaufzeiten zwischen Produktion und Verkauf eine größere Flexibilität wünschenswert) und der Fixkostenzuschuss. Bei den vier Großen (Eurotours, Travel Europe, Travel Partner und Mondial) kommt der seit Mitte Dezember mögliche „Verlustersatz“ dazu. OÖ Touristik-Chef DietmarTröbinger hebt auch den Investitionskostenzuschuss, die Förderungen von Ländern und Wirtschaftskammer sowie den Gewinnrücktrag hervor.

Kritisiert wird vielfach der Ausschluss der Reisebüros vom Umsatz­ersatz im November und Dezember, oft betont der Ruf nach einem besonderen Marketingbudget sowie nach koordinierten Kampagnen, „um Maßnahmen unserer Leistungsträger in Bezug auf Hygiene und Sicherheit hervorzuheben“, wie Helmut Bernhart betont. Das Tourismus Forum Incoming (TIF), dessen Präsident Bernhart ist, hat mit dem „Austria Travel Protocol“ bereits eine Initiative in diese Richtung gestartet.

All dies wäre wichtig, denn für 2021 rechnen die meisten Incomer weiterhin mit einer schwierigen Entwicklung. Die Erwartungen gegenüber 2019 liegen zwischen -30 % (u.a. Eurotours) bis zu -70 % (u.a. Travel Europe). Die Salzkammergut Touristik von BrigitteStumpner hat zwei Budgets erstellt, eines mit -50 % des Volumens, eines mit -70 %: „Leider geht die Richtung derzeit in -70 %, weil der Winter auszufallen scheint.“ 

Ungeachtet dessen bereiten sich die Incomer offensiv auf 2021 vor. Ein Schwerpunkt zeichnet sich bei Radreisen ab, ebenso bei kleineren Gruppen und flexibleren Stornokonditionen. Die OÖ Touristik startet mit „bycycle.travel“ eine trendige Produktlinie, die Salzkammergut Touristik mit „Fair2travel“ und Mundi­vision mit Rundreiseprogrammen auf Basis von Mini-Gruppen in privaten Kleinbussen mit Driver-Guide. 

Eine generelle Erholung wird frühestens 2022 erwartet, oft erst 2023. Ausführlicher Bericht zur Umfrage in drei Teilen auf www.tai.at, beginnend mit „Große Power, schwere Krise! 15 Top-Incomer reden Klartext“.  

Links zu den 3 Teilen der großen T.A.I. Incoming-Trilogie

Teil I - "Große Power, stark unterschätzt: Wie die Incomer Corona meistern" >>>

Teil II - "Hoffnung und Realismus! So bewältigen Österreichs Incomer die Corona-Krise" >>>

Teil III - "Offensive Vorbereitung & Innovationen! So formen Österreichs Incomer die Zukunft" >>>

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