abta Jahrestagung 2018

Grenzen der Digitalisierung: „Nicht zielführend, alles zu automatisieren“

Print-Ausgabe 15. Juni 2018

Albert James Küng, Head of global Travel Management bei Siemens, sprach bei der Tagung in St. Lamprecht aus, was viele angesichts des Digitalisiungs-Hypes denken

Österreichs Travel Manager blicken optimistisch in die Zukunft. Laut „Travel Management Studie“ von AirPlus (befragt wurden 3.000 Travel Manager und Geschäftsreisende in 24 Ländern) erwarten 90 Prozent der österreichischen StudienteilnehmerInnen 2018 eine konstante bzw. steigende Anzahl von Geschäftsreisen. Entsprechend gelöst war die Stimmung auf der Jahrestagung 2018 der abta (Austrian Business Travel Association), die Anfang Juni im Benediktinerkloster St. Lambrecht in der Steiermark mit rund 60 TeilnehmerInnen über die Bühne ging. Motto: „Digitalisierung: zwischen Tradition und Zukunft – neues Denken, neues Handeln“.

Eröffnet wurde die Tagung vom neuen abta-Präsidenten Andreas Gruber (Travel Manager CEE, Central & South East Europe bei Siemens Österreich). Er möchte „bei aller Bedeutung des technischen Fortschritts vor allem die Kommunikation von Mensch zu Mensch“ in den Mittelpunkt stellen. Auf der Tagung wurde das Thema „Digitalisierung“ dann auch auf unterschiedliche Weise beleuchtet.

Franz Dornig, Manager Cognitive Solutions IBM Österreich, stellte das Programm „Watson“ von IBM vor, das künstliche Intelligenz für die Praxis nutzbar machen soll, auch im Bereich Geschäftsreisen. Während „Watson“ aber noch weitestgehend Zukunftsmusik ist, kommt die Business Travel App „Sam“ von FCM Travel Solutions bereits in der Praxis zum Einsatz. Laut Österreich-Geschäftsführer Hannes Schwarz werden in „Sam“ Reisedaten und -infos des Geschäftsreisenden hinterlegt. Das System informiert dann selbstständig und erinnert z.B. an Check-in, berechnet die Fahrzeit zum/vom Flughafen, bietet Zusatzleistungen Vorort (z. B. Transferservice), macht Restaurantvorschläge und stellt auch Infos über die Stadt zur Verfügung.

Dietmar Prax, Porsche Austria, referierte über „pilotiertes Fahren“ (nicht vor 2030 Realität), Albert James Küng, Head of Global Travel Management bei Siemens, über Digitalisierung aus Sicht eines Vielreisenden. Kernaussage: „Für mich hat Digitalisierung Grenzen, alles automatisieren zu wollen ist nicht zielführend.“ Küng ist für ein maßvolles Reduzieren von Digitalisierungsprozessen („nicht alles soll/kann elektronisch geregelt werden“). Positiv sieht er als Vielreisender, dass Prozesse vereinfacht werden können und sich so jeder auf andere Dinge konzentrieren kann. HRS Vice President Global Accounts & Partnerships Martina Eggler berichtete über den Vorteil, einige Teilbereiche einer Dienstreise auszugliedern (BPO – Business Process Outsourcing), und Sascha Jung (Jank - Weiler - Operenyi Rechtsanwälte) zum Thema DSGVO (Datenschutzgrundverordnung).

In den Pausen beider Tage sowie beim gemütlichen Abend am ersten Tag blieb genügend Zeit für Gespräche in kleineren Runden: Passend zur Region ging es auf 1.770 Meter Seehöhe hinauf auf die Dreiwiesenhütte. Dort erwartete die Teilnehmer neben Spezialitäten aus Küche und Keller auch eine stimmungsvolle Atmosphäre mit Volksmusik und Hüttenromantik – eben Kommunikation von Mensch zu Mensch, während die Digitalisierung Pause machte.

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Erstellt am: 15. Juni 2018

Foto oben: V.l.: Albert James Küng / Siemens, Head of Gobal Travelmanagement weltweit und Andreas Gruber / Präsident der abta; Foto unten: Zünftiger Abend auf der Dreiwiesenhütte: abta-Granden im Trachtenoutfit

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