Online Reisebüros

Doppeltes „Heute“ fürs Reisen!
Ex-Ruefa Vorstand plant Online-Portal

Print-Ausgabe 25. August 2017

Zusätzlich zu AllesReise.at von Stafa-Chef Robert Chlebec kooperiert die Gratiszeitung „Heute“ künftig mit dem geplanten online Reiseanbieter von Martin Bachlechner.

Österreichs Reiseportale tun sich derzeit bezüglich gebuchter Reisen schwerer, als der stationäre Vertrieb. Der performt aktuell deutlich besser, wie aus dem auf Traveltainment-Zahlen basierenden TAIPURA (T.A.I. Pauschalreisebuchungs-Radar) hervorgeht. Was nichts daran ändert, dass die Gratistageszeitung „Heute“ drauf und dran ist, den Markt der rot-weiß-roten Reise-Sites ordentlich aufzumischen: nachdem Mitte Mai die Kooperation mit AllesReise.at von Robert C. Chlebec (Stafa Reisen) gestartet wurde, folgt im Winter eine weitere, diesmal mit dem in Gründung befindlichen Portal von Ex-Verkehrsbüro Vorstand Martin Bachlechner.

Bislang war „Heute“ – anders als der Gratis-Mitbewerber „Österreich“ und dessen Online-Reisebüro j.oe24.at – in der Reisebranche nicht aktiv. „Heute“ ist darüber hinaus – anders als „Österreich“ - nicht an AllesReise.at und dessen künftigen Konkurrenten von Martin Bachlechner beteiligt, sondern stellt als Promotion-Plattform seine Tageszeitung (Chlebec: „Ein bis zwei Seiten täglich“), das Portal www.heute.at sowie die „Heute“-App gegen Umsatzbeteiligung im niedrigen Prozent-Bereich zur Verfügung.

Dieser Rückenwind ist nicht zu unterschätzen. Laut ÖAK (Österreichische Auflagenkontrolle) erreichte „Heute“ 2016 eine Druckauflage von rund 600.000 täglichen Exemplaren („Österreich“ kommt auf rund 550.000 Stück). Online bringt es www.heute.at auf 2,25 Millionen Visits pro Monat („Österreich“ ist mit oe24.at und dessen 4,15 Millionen Visits deutlich stärker). Die „Heute“-App wurde bislang über 100.000 Mal downgeloaded, Chlebec spricht von 160.000 App-Klicks pro Tag: „Es erfolgt ein unheimlicher Push von ‚Heute‘.“

Bei AllesReise.at läuft im Hintergrund dieselbe Technik (Player Hub-Technologie), wie bei Stafa Reisen: in jeder Destination gibt es eine Zahl von 20 bis 40 Hotels, die den Wünschen der ÖsterreicherInnen optimal entsprechen und laufend aktualisiert werden (in der Videothek von AllesReise.at finden sich mehr als 2.000 von Robert Chlebec und seinem Team produzierte Reise- und Hotelvideos). Angeboten werden ausschließlich Reisen von österreichischen Veranstaltern mit Abflughäfen in Wien und den Bundesländern. Chlebec: „Aus sämtlichen Veranstalter-Angeboten wird nur jenes mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis selektiert.“ Auch im Kreuzfahrten-Bereich ist AllesReise.at gut aufgestellt: für die Hochseeschifffahrt zeichnet Peter Grossmann verantwortlich, der ehemalige Chef vom Online-Reisebüro j.oe24.at der Tageszeitung „Österreich“.

Beim im Aufbau befindlichen Portal von Martin Bachlechner handelt es sich im Gegensatz dazu um einen kompletten Neustart. Als Abwicklungs-Partner fungiert der Orient-Spezialist Botros Tours von Mekhaiel Mofreh. Mit von der Partie ist auch Affan Kay, Leiter Touristik/Flug des Matura- und Eventreise-Veranstalters Splashline.

Bachlechner und Mofreh arbeiten nicht das erste Mal eng zusammen: 2008 beteiligte sich Verkehrsbüro-Ruefa mit 25 Prozent an Botros Tours. In Folge des Arabischen Frühlings kaufte Mekhaiel Mofreh die Anteile später wieder zurück. Bezüglich des geplanten Online-Reiseportals gibt sich Martin Bachlechner vorerst zurückhaltend: „Noch ist nicht alles unterschrieben.“ Ob zwei Online-Reisepartner für „Heute“ nicht einer zu viel ist? „Wir haben das eingehend geprüft. Im Winter fangen wir an“, so Bachlechner.

Riesen Sprünge sind da wie dort vorerst keine zu erwarten, die etablierten Anbieter liegen weit in Front, wie die T.A.I.-Analyse der führenden Travel-Portale Österreichs zeigt (siehe Tabellen). Wobei AllesReise.at gegenüber www.stafa.at seine Visits bereits verdoppeln konnte und in einem Bereich stark auftrumpft: es hat die mit Abstand niedrigste Absprungrate („Bounce Rate“) aller Portale. Deren Konkurrenz wird zunehmend härter, denn weitere Player drängen in den Markt: T.A.I. vorliegenden Informationen nach möchte als nächstes www.willhaben.at am Reisesektor fußfassen. Das Anzeigenportal kommt laut SimilaWeb auf 12,54 Millionen Visits pro Monat. 

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Erstellt am: 25. August 2017

im Bild, v. l.: Robert C. Chlebec, Martin Bachlechner

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