Trend-Umfrage USA

Dollar hin, Trump her: 2019 dürfte starkes USA-Jahr werden

Print-Ausgabe 30. November 2018

Die USA-Reisen der ÖsterreicherInnen steuern nach zwei Jahren rückläufiger Tendenz einer Trendwende entgegen – die Vorausbuchungen sind vielversprechend

Nach -10,7 Prozent 2016 und -1,8 Prozent im Vorjahr bei den USA-Reisen aus Österreich gab es heuer im ersten Jahresdrittel zwar ein weiteres Minus von 1,1 Prozent, doch könnte dies im Laufe der Hochsaison ein Ende gefunden haben: Die meisten USA-Anbieter zeigen sich bereits mit den Zahlen für 2018 zufrieden, wie aus einer Umfrage von T.A.I. unter den Reiseveranstaltern hervorgeht. Für 2019 sehen die Vorausbuchungen generell erfreulich aus.

Der Grund für die Diskrepanz zwischen den offiziellen Einreise-­Daten des US NTTO (National Travel and Tourism Office) der ersten Monate 2018 und der finalen Einschätzung der Sommersaison von Österreichs Reiseveranstaltern liegt u.a. darin, dass die Monate Juli und August – sie sorgen für ein Fünftel bis ein Viertel des Leisure-­Jahresvolumens an USA-­Reisen – in den eingangs genannten Zahlen (Jänner bis Mai) noch nicht enthalten sind.

Die Leisure-Reisenden (im Vorjahr rund 151.000) machen ca. Dreiviertel des Volumens an USA-Reisen aus Österreich aus (2017 insgesamt 201.200). Ihnen waren auch die Rückgänge der vergangenen zwei Jahre zuzuschreiben, denn die Geschäftsreisen legten und legen solide zu (2017 plus 3,9 Prozent, heuer plus 3,8 Prozent). Die Leisure-Zurückhaltung war vor allem dem US-Dollar zuzuschreiben, der seit Mitte 2014 erheblich teurer wurde, heuer trotz Entspannung nicht unter 80 Euro-­Cent zu haben war, mit zuletzt wieder steigender Tendenz. Doch durch gute Währungs-Absicherungen für 2019 haben die meisten Reiseveranstalter nun gegengesteuert. Ungeachtet des Dollar-Kurses sind und bleiben die USA eine der beliebtesten Fernreisedestination der ÖsterreicherInnen. Auch die Vorausbuchungen für 2019 sind vielversprechend.

Der Rückblick

„Die USA sind ein Wachstumsmarkt und zählten auch 2018 zu den beliebtesten Fernreisezielen unserer Gäste“, betont TUI Österreich Geschäftsführerin Lisa Wedding, der zufolge die Buchungen im Sommer 2018 auf Vorjahresniveau lagen. Für Robert Uhl, Marketing Manager bei DERTOUR Austria, blieb die Entwicklung der USA-Reisen im Touristikjahr 2017/18 hingegen „leider etwas hinter den Erwartungen zurück“.

Ioannis Afukatudis, Geschäftsführer von Thomas Cook Austria, zeigt sich mit dem laufenden Jahr äußerst zufrieden: „Das ist erfreulich, da wir zum Verkaufsstart leicht hinter dem Vorjahr lagen, was jedoch eine darauffolgende starke Nachfrage ausgeglichen hat. Aktuell verzeichnen wir ein zweistelliges Plus gegenüber 2017.“ Gut läuft es auch bei FTI: Laut USA-Spezialist Paul Haselmayr „konnte in allen Zielgebieten ein Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden. Speziell die Sommersaison 2018 verlief äußerst positiv.“

Die Vorschau

Bei TUI Österreich ist laut Lisa Wedding der Sommer 2019 „sehr gut angelaufen.“ DERTOUR Austria startet in das neue Touristikjahr 2018/19 laut Robert Uhl sogar „mit einem Zuwachs bei USA Reisen von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr“ und auch Thomas Cook Austria verzeichnet „aktuell ein zweistelliges Plus gegenüber 2017“, wie Ioannis Afukatudis betont.

Für Paul Haselmayr von FTI ist „die Nachfrage nach Reisen in die USA aktuell generell stark“. Nicht zuletzt „unser attraktiver Umrechnungskurs macht die Produkte enorm konkurrenzfähig“. Haselmayr hebt auch das Flugangebot ab Wien und München hervor, das „mit zahlreichen Direktflügen die beste Basis für ein starkes Nordamerika-Jahr schafft“.

Die beliebtesten Ziele

Die Gäste von TUI Österreich zieht es laut Lisa Weddig „vor allem in die Metropolen“, mit New York, Miami, Los Angeles, San Francisco und Las Vegas als Top 5. Weddig: „Fast die Hälfte unserer USA-Gäste reist als Paar.“ Der Anteil an Familienreisen in die USA liegt nur bei rund 10 Prozent. Auch Gruppen und Freundeskreise (mehr als zwei Erwachsenen ohne Kinder) machen einen großen Anteil aus.

Bei DERTOUR Austria handelt es sich ebenfalls vorrangig um Paare, aber auch Singles und Familien. Beliebteste Destinationen waren heuer laut Robert Uhl Kalifornien, vor Florida, dicht gefolgt von New York City. Die meistgebuchten Ziele von Thomas Cook Austria waren, so Ioannis Afukatudis, New York sowie Florida („Vor allem die Region um Miami und Key West“), gefolgt von Kalifornien mit den Klassikern L.A., San Francisco sowie Las Vegas in Nevada. Auch bei TOC/NEC dominieren Paare und Individualisten, „die mit dem Mietwagen mehrere Destinationen besichtigen“. Familien fliegen vorrangig nach Miami, Key West und besuchen Disneyworld & Co. in Orlando.

Paul Haselmayr von FTI konstatiert für 2019 eine „sehr starke Nachfrage“ nach Las Vegas, New York und besonders Kalifornien plus Arizona, Utah sowie „Hawaii mit den unglaublichen Naturschönheiten der Inseln“. Immer beliebter bei Österreicher­Innen sind zudem der Westen der USA, gefolgt vom Osten mit New York, Washington D.C., Boston und Philadelphia. Stärkste Gruppe bei FTI sind junge Paare, gefolgt von Familien, „die sich wieder vermehrt für eine USA-Reise interessieren“.

Beim Spezialisten canadareisen.at amerikareisen.at gibt es laut Karin Ochenbauer „wie in all den Jahren zuvor eine Ausgewogenheit zwischen Buchungen für die USA und für Kanada“. Die meist gebuchten Regionen sind Kalifornien und der Südwesten. „Dazugewonnen haben bei uns die Südstaaten und auch Alaska verzeichnet einen starken Zuwachs.“ Bei den Kunden dominieren Singles, wie auch Familien mit Kindern und Paare. Dazu kommen nicht selten Senioren, „die ohne weiteres acht bis zwölf Wochen dauernde Reisen buchen.“ 

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Erstellt am: 30. November 2018

Miami ist neben New York, L.A. und Las Vegas eines der beliebtesten Ziele von österreichischen USA-­Reisenden

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