TUI Österreich

Begriff Pauschalreise antiquiert?
„Die Leistung dahinter ist es nicht!“

Print-Ausgabe 16. Jänner 2020

Gottfried Math und David Szabo haben hohe Erwartungen an das Wirtschaftsjahr 2019/20

TUI Österreich-Chef Math zweifelt keine Sekunde an der Pauschalreise-Zukunft – mit speziellen Paketen wird sie im Sommer 2020 sogar zum Matchwinner

In der neuen Eventebene des Haus des Meeres in Wien mit tollem Ausblick auf die Bundeshauptstadt stellten TUI Österreich-­Geschäftsführer Gottfried Math und der Leiter für Flug- und Produktmanagement David Szabo die Higlights von TUI für den Sommer 2020 vor. „Den Sonnenschein haben wir heute am Beamer“, schmunzelte Math zu Beginn seiner Ausführungen in Anspielung auf den an diesem Tag bedeckten Himmel.

Alles andere als bedeckt sind die Erwartungen: „Wir rechnen im Wirtschaftsjahr 2019/20 mit 50.000 zusätzlichen Gästen“, so Math. Die zusätzlichen Gäste ergeben sich aus dem Vakuum, das die Thomas Cook-Pleite im Markt hinterlassen hat. TUI will sich von diesem Kuchen das größte Stück sichern und hat dazu Kapazitäten in rund 150 Hotels (David Szabo spricht sogar von „Richtung 200“) aufgestockt, teilweise neu ins Programm genommen, einige davon exklusiv.

Parallel dazu wurde der Flug­einkauf nachjustiert. Dort waren für den Sommer 2020 einige Maschinen gemeinsam mit Thomas Cook geplant. Unter dem Strich stehen jetzt 230 wöchentliche Charter (35 davon exklusiv). David Szabo versteht darunter jene Flüge, „die wir aktiv in der Steuerung haben und bei denen wir die Preise selbst festsetzen können“.

Diese verteilen sich zu 90 Prozent auf die vier Partner Austrian Holidays (größtes Volumen, u. a. 54 wöchentliche Flüge nach Griechenland, fast 100 Flüge ab Wien), LEVEL (22 Flüge, darunter je zwei Vollcharter ab Wien und Innsbruck), Bulgarian Air Charter (je eine stationierte Maschine in Graz und Linz mit Zielen in Griechenland und Bulgarien) sowie Eurowings Europe (drei Jets in Salzburg, wobei auch Innsbruck angebunden ist).

Zusammen mit dem Linienangebot stehen TUI Österreich-KundInnen in Summe 400 Flüge pro Woche zur Verfügung. An die drei Viertel des Volumens bezieht sich auf die Flug-Mittelstrecke. Mit 100 wöchentlichen Flügen (mehr als ein Drittel davon Charter, 16 sogar Vollcharter) steht Griechenland an der Spitze, gefolgt von der Türkei (59, inkl. acht Flügen ab Budapest) und Palma de Mallorca (57 Flüge).

Das Hotelportfolio umfasst über 150.000 Unterkünfte weltweit, viele davon über Bettenbanken. Rund 400 Hotels gehören TUI (u. a. Robinson, Riu, Magic Life etc.), wobei ein Viertel davon als TUI Blue gebrandet ist. Im Vorjahr zählte diese Marke erst 15 Häuser. 2020 kommt es dort zum großen Schub, nicht zuletzt durch Übernahme der bisherigen TUI Sensimar- und Family Life-Anlagen. Über die drei Labels von TUI Blue (for all, for family und for two) hat T.A.I. bereits berichtet (Ausgabe vom 15. November 2019, „Alles wird ‚Blue‘! TUI startet mit neuer Super-Hotelmarke durch“).

Insgesamt ist Gottfried Math für 2020 zuversichtlich, konnte doch bereits 2019 „mit einem hohen einstelligen Plus“ abgeschlossen und „das Rekordjahr 2018 – es hatte ein zweistelliges Plus – noch getoppt“ werden. Fortgesetzt hatte sich die Verschiebung vom westlichen ins östliche Mittelmeer: Die Türkei (vom Umsatz her mehr als 50 Prozent Zuwachs) und Ägypten (höchste Zuwächse aller großen Ziele) auf Rang drei und vier im Umsatz-Ranking der TUI Österreich machen das deutlich. An der Spitze steht unangefochten Griechenland vor Spanien.

Die Hochbuchungsphase für den Sommer 2020 ist bereits voll im Gange und die Reihenfolge der Top 5 bei TUI ist unverändert: Griechenland, vor Spanien, der Türkei, Ägypten und Italien. Verschiebungen zeichnen sich hingegen in der Ferne ab: Hier liegen derzeit die USA vor den Malediven (gegenüber dem Sommer 2020 haben die beiden ihre Plätze getauscht), Thailand auf Rang 3 (Vorjahr 4), gefolgt von Mauritius (2019 nicht unter den Top 5) und der Dom.Rep. (Vorjahr Platz 3). Die V.A.E. sind vorerst wieder aus den Top 5 rausgerutscht, wo sie 2019 erstmals hineinkamen.

Keinen Zweifel hat Gottfried Math bezüglich der Pauschalreise: „Sie bleibt die sicherste Reiseform. Es ist ein Rundum-Sorglos-Paket.“ Der Begriff möge zwar „antiquiert sein, die Leistung dahinter ist es nicht!“ Bausteinlösungen, wie „TUI Fly & Mix“ oder „TUI Plus Paket“, mit denen Zusatzleistungen kombiniert und so zur Pauschalreise werden, unterstreichen dies. Math: „Die KundInnen sind dadurch automatisch abgesichert.“ Ganz neu sind die seit November eingeführten „flexiblen Unterkunftsraten“, durch die Reisebüropartner auf Augenhöhe mit Online-Anbietern agieren können: Sie erfordern keine Anzahlung und bieten volle Stornierbarkeit bis 18 Uhr des Anreisetages (danach 80 Prozent Stornokosten anstatt 100 Prozent).

Die TUI Österreich-Ausblicke sind damit nicht nur von der 10. Etage des Haus des Meeres aus gut und auch den Sonnenschein gibt’s nicht nur am Beamer. Die 50.000 zusätzlichen Gäste sind jedenfalls eine starke Ansage. Auch an den Mitbewerb. 

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