Dominikanische Republik

3.000 neue Zimmer pro Jahr. Karibikziel Nummer 1 will mehr

Print-Ausgabe 26. August 2016

Spagat zwischen Sport, Honeymoon und Ökotourismus gefordert. Die Dominikanische Republik will bis 2022 pro Jahr um 8 Prozent zulegen.

Neben Puderzucker-Stränden und Sonne laden üppige Naturlandschaften zu Erkundungen und Aktivitäten im Grünen ein. Für Kulturliebhaber bieten sich Ausflüge in die Hauptstadt Santo Domingo an. Diese Vielfalt macht die Dominikanische Republik zu einer der beliebtesten Fernziele des DACH-Raums. Statt sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen gibt das Tourist Board ambitionierte Ziele bekannt. T.A.I. hat mit Europa-Direktorin Petra Cruz über  die künftigen Projekte gesprochen.

T.A.I.: Wie entwickelt sich das Aufkommen aus dem deutschsprachigen Markt? Wie zufrieden sind Sie speziell mit dem Österreichischen Markt?

Petra Cruz: „Die Zahlen sprechen für sich: Von Januar bis Juni 2016 kamen über 8 Prozent mehr Deutsche in die Dominikanische Republik als im Vorjahr – alleine im Juni gab es eine Steigerung von fast 12 Prozent gegenüber Juni 2015. Bei den Urlaubern aus der Schweiz haben wir zwischen Januar und Juni eine Steigerung von 6,46 Prozent registriert. Bezüglich der österreichischen Urlauber haben wir von Januar bis Mai Rückgänge zu verzeichnen. Der Juni zeigt schon mit 65,12 Prozent Zuwachs, dass wir auf den richtigen Weg sind, um das Potential des österreichischen Marktes für uns zu gewinnen. Wir sind zuversichtlich, dass wir das Jahr 2016 mit einem Plus abschließen werden.“

T.A.I.: Heißt das, Sie profitieren auch ohne Sommer-Direktflüge ab Österreich vom Fernreisetrend?

Cruz: „Die Dominikanische Republik ist weiterhin die karibische Ferndestination Nummer eins. Heutzutage sind die Menschen gewöhnt, viel zu reisen und nehmen lange Wege in Kauf. Wie die Zahlen beweisen, ist das Interesse an unserem Land dieses Jahr rasant gestiegen – vor allem bei den Österreichern!“

T.A.I.: Wie zufrieden sind Sie mit der Anbindung  generell?

Cruz: „Condor fliegt im Winter einmal pro Woche Wien - Punta Cana. Ich wünsche mir einen Flug ab Österreich nach Puerto Plata. Seit letztem Oktober gibt es dort einen Kreuzfahrthafen. Alleine im Winter gingen dort eine Viertelmillion Kreuzfahrtgäste an Land. Es gibt aber auch gute Verbindungen ab Österreich mit Air France über Paris, Air Berlin über Düsseldorf und Berlin bzw. Eurowings über Köln nach Puerto Plata und Punta Cana und mit Condor via München und Frankfurt nach Puerto Plata, Santo Domingo und Punta Cana.

T.A.I.: Welche Angebote werden besonders hervorgehoben gegenüber österreichischen Gästen?

Cruz: „Der österreichische Gast ist sehr naturverbunden. Hier bietet sich unter anderem der Norden und das Landesinnere an. Der Pico Duarte, der höchste Berg der Karibik, ist mit etwas über 3.000 Metern höher als die Zugspitze und ein hervorragendes Wandergebiet. Im Nordosten haben Naturliebhaber zwischen Januar und März die Möglichkeit, die Buckelwale zu beobachten, die zur Bucht kommen, um ihre Jungen auf die Welt zu bringen – ein sensationelles Naturschauspiel!“

T.A.I.: Was ist die wichtigste Gäste-Zielgruppe für die Dominikanische Republik?

Cruz: „Laut einer GfK-Studie, die wir in Auftrag gegeben haben, sind das Paare, aber wir sprechen alle Zielgruppen an. Für Familien stehen in manchen Hotels Wasserparks und Kinderbetreuung bereit. Für Lifestyle-Gäste, Singles und Paare empfehlen sich neue Anlagen in Punta Cana und auf der Halbinsel Samaná. Aktivurlauber, die etwa an Surfen und Kiten interessiert sind, werden vor allem in Cabarete, im Norden, fündig. Dort wollen wir künftig stärker auf das jährlich stattfindende internationale Wassersport-Event ‚Master of the Ocean‘ aufmerksam machen. Ebenso begeistern möchten wir die Naturliebhaber für den Öko-Tourismus auf Samaná – dieses Jahr verzeichneten wir während der Walbeobachtungssaison zwischen Januar und März um 19 Prozent mehr Touristen als im Vorjahr. Hierfür haben wir vor sieben Jahren das nachhaltige Online-Projekt ‚Walflüsterer‘ ins Leben gerufen, bei dem sich der Gewinner vier Wochen lang vor Ort für die Giganten der Meere einsetzt.“

T.A.I.: Bis 2022 werden 10 Mio. Gästen angestrebt. Was sind die dringlichsten To-Do‘s, um dieses Ziel zu erreichen?

Cruz: „2015 registrierten wir 5,6 Millionen Touristen, wir sind also auf dem richtigen Weg. Pro Jahr müssen wir um 8 Prozent wachsen und brauchen jährlich 3.000 neue Zimmer (siehe Kasten). Die Dominikanische Republik hat viele Gebiete, die für Touristen noch recht unbekannt sind. Um das Ziel zu erreichen, sind wir stets aktiv und kooperieren erfolgreich mit zahlreichen Partnern wie Veranstaltern, Airlines und Medien.“

T.A.I.: Als Naturparadies, inwiefern spielt Nachhaltigkeit bei den Wachstumsplänen eine Rolle?

Cruz: „Jedes Jahr reisen Millionen von Urlaubern in die Dominikanische Republik, aus diesem Grund ist es wichtig, sich nachhaltig einzusetzen. Für die Saison 2015/2016 sind unsere Strände mit 21 blauen Flaggen gekürt, das ist die größte Anzahl dieser Gütesiegel in der ganzen Karibik und Lateinamerika. Dieses Umweltzeichen steht für Wasserqualität, Umwelt-Kommunikation, -Erziehung und -Management sowie Service-Dienstleistungen. Für den Urlauber bedeutet das: Sauberkeit und Sicherheit.“ 

Wachstum durch neue Zimmer

Vor allem im Norden der Dom. Rep. wird das Hotel-Angebot stark ausgebaut. Darunter das Luxus-Resort „Amanera“, das erste golfintegrierte Aman, direkt am Playa Grande Golf Course. Stark im Kommen sind Adults Only- und Lifestyle-Konzepte. Mit dem V Samana, dem Luxury Bahía Príncipe Samaná und dem Boutique-Hotel Casa Colonial & Spa Resort ist das Angebot auf Samaná breit gefächert. In Planung ist außerdem ein Luxusresort Tropicalia mit 170 Zimmern und 140 Ferienhäusern. In Santo Domingo entstehen nächstes Jahr ein Hard Rock Hotel mit 400 Zimmern (inkl. 400 Spielautomaten und 40 Spieltischen) sowie ein Hampton by Hilton mit 117 Zimmern. Im Zentrum eröffnet schon am 1. September 2016 das Intercontinental mit 227 Zimmern.

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Erstellt am: 26. August 2016

Europadirektorin des Tourist Boards der Dominikanischen Republik - Petra Cruz

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