Das Thema Datenqualität in den Buchungssystemen hat durch ein neues Qualitätssiegel von Travelport Austria frische Dynamik erhalten. Seit Ende Februar werden jene Veranstaltermarken mit dem orangegelben „Top-Quality“-Stern auf den Oberflächen in CETS und PowerSearch besonders hervorgehoben, die im Vormonat den Minimalanforderungen von vier Kriterien entsprochen bzw. sie übertroffen haben. Details dazu stellten die Travelport Austria Country-Managerin Sabrina Schwab gemeinsam mit DACH-Chef Dieter Rumpel und Product Specialist Thomas Zankel vor, von dem die Idee für das Qualitäts-Siegel ausgegangen ist.

Um den Top Quality Stern zu erhalten, muss eine Veranstaltermarke pro Monat mehr als 1.000 Requests in CETS sowie mindestens 100 Book Requests über PowerSearch erhalten. Sind diese quantitativen Forderungen erfüllt, gilt es bei vier Kriterien die Mindeststandards zu übertreffen. Ab einem bestimmten Level werden 1 bis 3 Punkte vergeben:

  • Preiswahrheit: mind. 50% (ab 70% gibt es 1 Punkt, ab 80,01% 2 und über 90,01% 3 Punkte)
  • Verfügbarkeit: mind. 50% (ab 80% 1 Punkt, ab 85,01% 2 Punkte und über 95,01% 3 Punkte)
  • Response-Time: weniger als 2,5 Sek. (ab 0,999 Sekunden 1 Punkt, weniger als 0,75 Sekunden 2 Punkte, ab 0,3 Sekunden 3 Punkte)
  • System-Stabilität: keine Minimalanforderung (weniger als 0,29 Abbrüche pro 100 Fälle 1 Punkt, weniger als 0,19 Abbrüche 2 Punkte, weniger als 0,1 Abbrüche 1 Punkt)

Wenn eine Veranstalter-Marke 5 Punkte erreicht, erhält sie den Top Quality Stern. Maximal sind 12 Punkte möglich. Am besten schnitt im Jänner 2018 die REWE Austria Touristik mit ihrer Marke ITS Billa Reisen ab. Sie erreichte 10 von 12 Punkten. Die zwei fehlenden möchte Bereichsleiter Produkt Markus Fritz auch noch ergattern. Ob dies bereits im Februar gelungen ist, wird Mitte März feststehen, wenn die TOP Quality Sterne aktualisiert werden.

Im Jänner hatten 12 Veranstaltermarken einen Top Quality Stern erworben und sind derzeit in CETS und PowerSearch damit gekennzeichnet (ALL, ITSB, JAHN, NEC, NER, OGE, TOC, TOR, RHOM, SLR, OLI und MOND). Auch jene Reiseveranstalter, deren Marken noch mit keinem Top Quality Stern versehen wurden, haben die Initiative begrüßt und Projektgruppen gebildet, um ihre Responsetime (an der haperte es meist) zu verbessern. „Wir gehen davon aus, dass auch sie bald Sterne haben werden“, so Schwab.

Entwickelt wurde das Top Quality-Konzept ab April vorigen Jahres. Bis September 2017 wurden Daten gesammelt und ausgewertet sowie das Punktesystem erstellt. Im Oktober wurden dann die Reiseveranstalter über das Vorhaben informiert. Thomas Zankel war von deren Reaktion überrascht: „Sie waren begeistert.“ Seither wurde das System gemeinsam verfeinert und man hat, wie Thomas Zankel betont, „tatsächlich Veränderungen gesehen: Reiseveranstalter, die zum Beispiel mit der Responsetime nicht so gut waren, tragen jetzt das Quality-Zeichen.“

Alle Reiseveranstalter erhalten einen monatlichen Report, anhand dessen sie genau sehen können, in welcher Kategorie sie im Vergleich zum (anonymisierten) Mitbewerb stehen. ITS Billa lag z.B. im Jänner bei der Availibility an 4. Stelle, bei  der Preiswahrheit an 7. Position und bei der Responsetime an 8. Stelle. Bei der Systemstabilität reichte es – obwohl ebenfalls ein sehr guter Wert erzielt wurde – nur für einen Platz im Mittelfeld.

Außerhalb Österreichs sind die Reiseveranstalter bezüglich Top Quality-Siegel noch etwas zugeknöpft. Dieter Rumpel, DACH-Chef von Travelport: „Das Punktesystem wurde (in der Schweiz und in Deutschland) noch nicht eingeführt, aber die monatlichen Reports werden mit den Veranstaltern bereits ausgetauscht. Die Gespräche laufen, aber es ist ein sehr emotionales Thema.“ Österreichs Veranstalter haben damit kein Problem. Das spricht für sie und dafür gebührt ihnen – ebenso wie Travelport Austria für die Initiative – ein großer Applaus. 

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Erstellt am: 09. März 2018

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