Lateinamerika-Umfrage

Tourismus-Hype in der Heimat
von Merengue, Samba & Bossa Nova

Print-Ausgabe 9. August 2019

Aus Europa kamen zuletzt rund 6,7 Millionen Gäste, mit Mexiko als Nummer 1-Ziel (17 Prozent), gefolgt von Kuba (14 Prozent), der Dominikanischen Republik (13 Prozent) und Brasilien (12 Prozent). Die Nummer 5 Argentinien folgt bereits mit deutlichem Abstand (5 Prozent). Zusammen sorgten die EuropäerInnen für 111 Mio. Übernachtungen und sie gaben für ihre Lateinamerika-­Trips rund 13,7 Mrd. Euro aus. Welche Präferenzen am österreichischen Markt vorherrschen und wie es mit den Flugverbindungen aussieht, konnte T.A.I. im Zuge einer Umfrage in Erfahrung bringen.

„Die Lateinamerika Reisen entwickeln sich bei uns recht positiv“, freut sich Hanni Stanek von Jumbo Touristik. „So liegen fast alle unsere angebotenen Destinationen im zweistelligen Plus gegenüber dem Vorjahr.“ Allen voran liegt Panama (plus 100 Prozent), wozu der neue Direktflug von Lufthansa ex Frankfurt viel beiträgt, gefolgt von Peru (plus 50 Prozent) und Chile (plus 24 Prozent). Gerne gebucht werden auch Brasilien, Costa Rica, Ecuador und Kuba. Stanek: „Unsere KundInnen sind zumeist Paare im mittleren Alter sowie Best Ager, die sich ihre Wunschreise, Aufenthaltsdauer rund 14 Tage, individuell zusammenstellen lassen.“

Mit Kneissl Touristik reisen laut Geschäftsführerin Elisabeth Kneissl-Neumayer rund 400 ÖsterreicherInnen pro Jahr nach Lateinamerika. Es handelt sich dabei um geführte „StudienErlebnis­Reisen“, ohne zusätzliche Angebote für einen Badeaufenthalt. Kneissl-Neumayer: „Seit heuer haben wir eine Kooperation mit FIT-Reisen, einem Spezialisten für Spa- und Wellnessreisen, der auch Lateinamerika im Programm hat, und so unser Produkt ergänzt.“ Die Kneissl-KundInnen sind Singles und Paare (durchschnittlich 45+), die meist 16-tägige Reisen buchen. Voll im Trend liegt Peru, oft nachgefragt werden auch Mexiko, Costa Rica und Chile.

Bei Studiosus und Marco Polo sind aktuell Argentinien, Ecuador und Chile „generell gut gebucht“, so Frano Ilić, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Studiosus Reisen. Während Marco Polo den Fokus auf Entdeckerreisen legt, wenden sich die Reisen von Studiosus an Kulturinteressierte, denen neben Landeshighlights auch ein tieferes Eintauchen ins Land selbst und das Kennenlernen von Kultur und Menschen wichtig sind. Die Aufenthaltsdauer liegt bei zwei bis drei Wochen.

Eine steigende Nachfrage für Reisen nach Lateinamerika verzeichnet auch Windrose Finest Travel. „Unsere Gäste buchen mehrheitlich Rundreisen“, bestätigt Büroleiterin Österreich Ursula Grafened­er. „Besonders beliebt ist die Kombination Galapagos mit Peru. Sehr nachgefragt sind auch Kreuzfahrten in dieser Region mit anschließender Reise durch Argentinien, Chile aber auch Brasilien und Costa Rica.“ Starkes Interesse bestehe auch für Panama, was Ursula Grafeneder ebenfalls auf die neue Flugverbindung mit Lufthansa zurückführt. „Unsere Gäste sind vor allem Paare und IndividualistInnen deren Reise durchschnittlich 12 Tage (ohne Kreuzfahrt) dauert.“

Nachholbedarf beim Flugangebot

Wie durch die gestiegene Panama-­Nachfrage dank der neuen Lufthansa-Flüge ersichtlich, besteht bezüglich Flugverbindungen ex Europa noch ein Nachholbedarf. „Hier ist definitiv noch Luft nach oben“, betont Hanni Stanek von Jumbo Touristik. „Schön wären neben dem Direktflug aus Frankfurt nach Bogota auch noch mehr Anbindungen aus Mitteleuropa an die Andenländer Peru und Ecuador.“ Beides wird von Iberia und LAN derzeit nur über das Drehkreuz Madrid angeboten.

Auch nach Auffassung von Elisabe­th Kneissl-Neumayer ist das Lateinamerika-Flugangebot „leider nicht so prickelnd, schon gar nicht ab den Bundesländern“. Man sei „fest in Händen der LATAM-Gruppe, die trotz Gruppen-Allotments aufgrund der anderen Computersysteme eher mühevoll zu buchen ist“. Lufthansa wiederum biete sehr gute Verbindungen nach Mexiko, Costa Rica und Kolumbien.

Iberia und LATAM sind, so Frano Ilić, nicht nur aufgrund des dichtesten Flugangebotes interessant, sondern auch „für Rundreisen, weil sie Airpässe für Lateinamerika anbieten“. Nach Ecuador und Kolumbien sei auch Air­France-­KLM zu empfehlen, bei Flügen nach Bogota, Sao Paulo, Rio und Buenos Aires die Lufthansa Group. Ilić: „In Argentinien kann man dann mit Aerolineas Argentinas fliegen; in Chile und Brasilien kommt man um LATAM aber nicht herum.“

Laut Windrose wird gerne die Lufthansa Group gewählt, was allerdings „nach Peru oder Ecuador mit zweimal Umsteigen eher mühsam ist“, so Ursula Grafeneder. Eine gute Alternative stelle hier KLM dar. Iberia sei „weniger attraktiv, wird zumeist nur wegen der vielen Verbindungen und guten Preise gebucht.“ 

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