dta Touristik

Ende der schlaflosen Nächte durch Pooling-Plätze & Bettenbank

Print-Ausgabe 13. Jänner 2017

Seit Sena Uzgören seinen Veranstalter komplett erneuert hat, ohne Vollcharter, ohne Garantie-Plätze und ohne Katalog, schießen die Buchungen nach oben

Eine Zeitlang war die dta Touristik „von der Bildfläche verschwunden“, wie Sena Uzgören – Chef und Eigentümer des erst drei Jahre jungen Reiseveranstalters – Anfang dieser Woche unumwunden zugab. Jetzt ist dta wieder da und zwar komplett verändert (bis auf Maskottchen Artur). Aus dem einstigen Türkei-, Ägypten- und Griechenlands-Spezialisten wurde in den zurückliegenden Monaten ein dynamisch paketierender Generalist geformt, inkl. Angeboten in der Ferne. 21 Zielflughäfen werden im laufenden Winter angeboten, 33 Ziele sind es aktuell für den Sommer 2017, wobei in den nächsten Monaten noch weitere dazu kommen, wie Sena Uzgören versichert.

Den Wandel verursacht haben „Monate der schlaflosen Nächte“, die das vergangene Touristikjahr 2016 dem dta Touristik-Chef beschert hat. Dabei hatte es inkl.dem neu kreierten exklusiven Produkt COCOS the Club „gut angefangen, war kein Renner, aber wir waren zufrieden“, doch dann kam es im Juni bekanntlich zu den beiden Bombenanschlägen in Istanbul sowie Mitte Juli zum (gescheiterten) Putschversuch. Binnen 24 Stunden waren der Vollcharter nach Bodrum und die Garantieplätze nach Antayla nahezu leergefegt.

„Finanziell war es nicht einfach, diese Dinge zu verkraften, aber ich bin ein Kämpfer“, schildert Sena Uzgören die Folgewochen, die er zu einem intensiven Nachdenkprozess nutzte. Ergebnis: keine Garantie-Plätze mehr, keine Vollcharter mehr, keine Reiseunterlagen und auch keinen Katalog. Stattdessen Investition in Höhe von mehr als 300.000 Euro in ein neues IT System von Bewotec, das es der dta Touristik erlaubt, „alle Destinationen anzubieten, die man ab Österreich fliegt.“

Die Basis bilden Pooling-Vereinbarungen mit Austrian Airlines, NIKI und SunExpress (Uzgören: „Jede Maschine ist automatisch mit allen Plätzen zum Pooling-Preis im System“), ergänzt durch die Prüfung aller übrigen Airline-Angebote mittels Flexflight und deren Vergleich mit dem eigenen Pooling-Preis. Das System funktioniert so gut, dass laut Sena Uzgören mittlerweile deutsche Portale ebenso auf die dta-Produkte zurückgreifen, wie andere österreichische Veranstalter. Jetzt wird noch ein Schäuflein nachgelegt: „Wir sind der einzige Reiseveranstalter, der bei Austrian Airlines Pooling-Plätze im Indischen Ozean hat. Sri Lanka, die Malediven und Mauritius werden in diesen Tagen freigeschaltet“, kündigt Uzgören an.

Dazu kommt der Zugriff auf Bettenbanken in verschiedenen Destinationen sowie spezielle Hotelraten, die dta über Zielgebietsagenturen erhält. Uzgören: „Man kann bei uns alles buchen: Flug only, Hotel only oder alles paketieren. Auch ein Hinflug mit Austrian und der Rückflug mit NIKI oder SunExpress ist möglich.“

Die Radikalkur zeigt Wirkung. Sowohl die Buchungen während der laufenden Wintersaison als auch für den kommenden Sommer liegen um einen dreistelligen Prozent-Wert über dem Vorjahr. Konkrete Zahlen will er keine nennen, „weil sonst alle sagen, das kann nicht stimmen.“ Nur so viel: „Es geht uns wirklich gut“, strahlt Uzgören, der gegenüber dem Vorjahr das Team von 14 auf sechs MitarbeiterInnen verkleinert hatte, mittlerweile aber wieder auf sieben aufstockte.

Unter dem Strich liegt die dta Touristik derzeit „weit über dem Budget“ (es gebe eine „riesen Nachfrage für Griechenland, aber keine für die Türkei“), ist „sicher, stabil und flexibel“ sowie durch keinerlei wie immer geartete Schulden belastet. Durch den Verzicht auf Garantie-Plätze und Vollcharter liefert „jede Buchung einen positiven Deckungsbeitrag.“ Mit 20.000 Passagieren im Jahr könne die dta Touristik „gut leben, so wie es aussieht werden wir aber darüber sein.“

Im Vertrieb sind zwar durch die IBE (Internet Booking Engine) Direktbuchungen möglich, doch Sena Uzgören setzt vorrangig auf den Reisebüro-Vertrieb „als verlässliche gute Partner“, wobei er auch jene zurückgewinnen will, die im Vorjahr „verschwunden sind.“ Das sollte ihm angesichts der aktuellen Erfolge auch gelingen.

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Erstellt am: 13. Jänner 2017

dta Touristik Eigentümer und Chef Sena Uzgören mit Maskottchen Artur

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