Diners Club

Umsatz-Zuwachs von 33 Prozent! „Schnellboot“ gewinnt an Tempo

Print-Ausgabe 5. Mai 2017

DC Bank AG konnte 2016 mit extremem Wachstum aufwarten – heuer ist ähnliches Plus geplant – persönlicher Kontakt und kurze Entscheidungswege als Vorteil

Vor einem Jahr charakterisierte er Diners Club als „Schnellboot unter den Dampfern im Travel Account Business.“ Wie es dem Schnellboot seither in der alles andere als ruhigen See der Geschäftsreisen ergangen ist, wie die Expansion in Deutschland vorangeht und welche Innovationen 2017 geplant sind, darum ging es in einem kurz vor Ostern geführten T.A.I.-Interview mit Karl Kainzner, CEO der DC Bank AG.

T.A.I.: Wie entwickelt sich die Akzeptanz von Diners Club?

Karl Kainzner: „Sie steigt laufend. Weltweit sind wir hinter Visa/Mastercard die Nummer drei. In Deutschland ist das Wachstum dank der Unterstützung des Markeneigentümers Discover bei der Akzeptanz sogar extrem, seit wir dort das Lizenzgeschäft übernommen haben.“

T.A.I.: Und wie sieht es mit dem Firmenkundengeschäft in Österreich aus?

Kainzner: „Es läuft wirklich gut, im Vorjahr sind wir um 33 Prozent vom Umsatz her gewachsen. Für 2017 nehmen wir uns wieder so eine Portion vor. Es ist erfreulich, dass trotz starker Konkurrenz für uns viel Platz im Markt ist, vor allem bei den KMU (Klein- und Mittelunternehmen). Im Vorjahr waren wir in Europa mit unseren Aktivitäten in Österreich, Deutschland, Polen, Tschechien und der Slowakei einer der am stärksten wachsende Diners Club.“

T.A.I.: Gibt es in den genannten Märkten unterschiedliche Akzente?

Kainzner: „Ja, in Polen ist unsere Tochtergesellschaft sowohl im Firmen-, als auch im Privatkunden-Geschäft tätig. Dort haben wir mit PKO (Banku Polskieg) einen starken Vertriebspartner. Die Slowakei konzentriert sich vor allem auf das Kreditgeschäft, während in Tschechien neben dem Firmen- und dem Privatkunden-Geschäft auch das Road-Account eine Rolle spielt.“

T.A.I.: Wie kommen Sie diesbezüglich in Deutschland voran?

Kainzner: „Deutschland ist nach wie vor schwierig, wir backen dort noch kleine Brötchen. Derzeit konzentrieren wir uns strategisch auf den Süddeutschen Raum.“

T.A.I.: In welchen Bereichen können Sie in Österreich expandieren?

Kainzner: „Wir haben viele Unternehmen gewonnen, die zum Teil noch keine Firmenkarten oder kein Travel Account hatten, zum Teil sind sie vom Mitbewerb herübergewechselt. Bei den neuen Kunden ist die Nutzung vom Start weg intensiv. Unser großes Asset bei den Reisenden ist dabei unser Lounge-System, mit mehr als 700 Airport Lounges weltweit.“

T.A.I.: In welcher Größenordnung gemessen am Reiseaufkommen bewegen sich die meisten Ihrer Kunden?

Kainzner: „Der Umsatz bei den KMU liegt durchschnittlich bei ca. 100.000 bis 150.000 Euro pro Jahr, wobei der Durchschnittsumsatz der im Vorjahr neu gewonnenen Unternehmen rund 400.000 Euro erreichte. Diese Umsätze werden nicht nur durch Flugreisende, sondern auch am Boden erzielt. Wir wachsen aber nicht nur dynamisch, sondern auch organisch, um das zusätzliche Volumen handeln zu können.“

T.A.I.: Was heißt das konkret?

Kainzner: „Seit einem Jahr haben wir einen neuen Partner, Heinz Gassner, der von Linz aus für Westösterreich zuständig ist. Und seit Oktober verstärkt Marcus Felbabel unser Firmenkarten-Team. Beide kennen die Branche und viele Unternehmen und Firmen. Unser Geschäft ist ein Vertrauensgeschäft, bei dem vor allem der persönliche Kontakt, Schnelligkeit, Tempo und kurze Entscheidungswege wichtig sind. Ein großer Vorteil von Diners Club ist das Motto ‚think global, act local‘.“

T.A.I.: Welche Pläne haben Sie in Österreich?

Kainzner: „Wir konzentrieren uns stärker auch auf das Teilzahlungs-Geschäft. Selbstverständlich wollen wir das Firmenkunden-Geschäft weiter forcieren. Und im Consumer-Geschäft setzen wir auf neue Vertriebswege, wie z. B. E-Mail, Social Media, usw. Dort läuft eine Online-Kampagne über Facebook und mit Google Adverts, bei der wir die Möglichkeiten des Pragmatic Marketing nutzen.“ 

Kurzportrait Karl Kainzner

Der gebürtige Wiener Karl Kainzner startete seine Karriere bei der Creditanstalt. Ende 2001 wurde er Geschäftsführer bei AirPlus und war dort für Diners Club zuständig. Seit 2011 ist Kainzner Mitglied im „Marketing Advisory Board bei Diners Club International“, seit 2012 Mitglied im „Global Advisory Board bei Diners Club International“. Mitte 2012 wurde Karl Kainzner CEO und Sprecher des Vorstandes der „Diners Club CEE Holding AG“, seit Oktober 2012 ist er Vorstand CEO und Sprecher des Vorstandes der DC Bank AG. Karl Kainzner ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Erstellt am: 05. Mai 2017

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