AirPlus

Erfolgsrezept à la Carte in einem schwierigen Marktumfeld

Print-Ausgabe 22. April 2015

Sowohl weltweit als auch in Österreich schloss AirPlus im Vorjahr deutlich besser ab, als es die generelle Geschäftsreiseentwicklung vermuten ließ

Sie gehört – neben American Express und City Bank – zu den drei Global Playern im Bereich Business Travel Accounts (Lösungen, die das Bezahlen und Auswerten von Geschäftsreisen ermöglichen): die Lufthansa-Tochter AirPlus International. Vor kurzem reiste deren Geschäftsführer Patrick W. Diemer nach Wien, um mit AirPlus Österreich-Geschäftsführer Hanno Kirsch – er leitet das Unternehmen zusammen mit Wolfgang Schneider – Details über die Vorjahrszahlen sowie die aktuellen Trends im bereits bald vier Monate alten Jahr bekannt zu geben.

Sowohl AirPlus International als auch Österreich entwickelten sich 2015 gegen den Branchentrend. Patrick Diemer, laut Hanno Kirsch „einer der profundesten Kenner der Geschäftsreisebranche weltweit“, zeigte sich dabei überrascht, dass „die großen Ketten negativ über 2015 berichtet haben.“ AirPlus (in rund 60 Ländern aktiv) konnte im Gegensatz dazu 3.300 neue Kunden gewinnen und betreut nun 46.500 Unternehmen weltweit. Die Zahl der über AirPlus abgewickelten Transaktionen stieg um 11 Millionen auf 154 Millionen.

Die Top-Vier Märkte von AirPlus sind Deutschland, Frankreich, Italien und China, wobei letzteres an der Spitze der Top-Wachstumsmärkte steht (vor Mexiko, Australien und UK). All dies hat zu einem Anstieg des Geschäftsreisevolumens in Höhe von 9,1 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro geführt (gemessen an den Umsätzen).

Angesichts der wirtschaftlichen Seitwärtsbewegung Österreichs sind die 3,5 Prozent, um die AirPlus Austria auf 705,8 Mio. Euro zugelegt hat, nicht minder bemerkenswert. Auch damit lag die Entwicklung „klar über Markt“, wie Hanno Kirsch betonte.

Dies und jenseits der Grenzen sorgt bei AirPlus künftig vor allem A.I.D.A. (AirPlus Integrated Data and Acceptance) für starke Wachstumsimpulse. Weltweit erreichten die über diese virtuelle Kreditkarte abgewickelten und bisher nicht über Travel Accounts erfassbaren Umsätze (Hotels, Low Cost Airlines, etc.) im Vorjahr bereits 700 Mio. Euro.

Ihre Premiere erlebte A.I.D.A. vor drei Jahren in UK, ein Jahr später war Deutschland an der Reihe, im Vorjahr Australien und es gab erste Schritte in Österreich, wo der A.I.D.A.-Umsatz von heuer 5 Mio. Euro bis 2020 auf 35 Mio. Euro steigen soll. International wird A.I.D.A. 2016 auf die USA und Hongkong ausgeweitet.

Eine weitere Neuerung von AirPlus ist der „Information Manager“ (Travel Manager erfahren dadurch etwa, wie viele Autos von den MitarbeiterInnen bei Sixt gebucht wurden oder wie viele Flüge mit Air France). Er erlaubt auch eine detaillierte Analyse über die Ancillary-Fees der Airlines. Ergebnis: die meisten Ancillaries (in Summe waren es im Vorjahr nur 46 Millionen Euro) fallen in Form von Umbuchungskosten an, rund 10 Prozent fließen in die Sitzplatz-Reservierung.

Allgemein weist der diesjährige Trend bei AirPlus nach oben. Weltweit wurde im ersten Quartal ein Wachstum an abgewickelten Geschäftsreiseumsätzen von 4,3 Prozent verbucht, was angesichts der frühen Ostern (traditionell schwache Geschäftsreisezeit) „sehr gute Zahlen“ sind, wie Patrick Diemer betont. Wachstumstreiber sind Asien-Pazifik und hier vor allem Indien und Japan sowie – neben A.I.D.A. – die Corporate Cards, die AirPlus International derzeit nur in Deutschland und UK anbietet. Neuerdings besteht diesbezüglich laut Diemer „ein großer Bedarf an Kunden in Polen, Ungarn und Tschechien.“

In Österreich (hier steuern die Corporate Cards bereits 37 Prozent zum Umsatz bei) konnte AirPlus in den ersten beiden Monaten um satte 6,4 Prozent zulegen (der Gesamtmarkt wuchs nur um 0,2 Prozent). Im März dürfte sich der positive AirPlus Trend fortgesetzt haben, wobei der Gesamtmarkt ins Minus rutschte (siehe BSP-Entwicklung Seite 14).
 
Und der weitere Ausblick? Österreich schwächelt weiter, nicht zuletzt aufgrund der „suboptimalen Rahmenbedingungen“, wie Hanno Kirsch meinte. Wie es weltweit aussieht, darüber gibt die 11. AirPlus Travel Management Study Auskunft.

Travel Management Study

Bei der zum 11. Mal durchgeführten Studie wurden 850 Travel Manager in 24 Ländern befragt, darunter auch in Österreich. Hierzulande rechnen 30 Prozent der Travel Manager mit einem Anstieg der Business Trips in den nächsten 12 Monaten (in Westeuropa 28 Prozent, weltweit 31 Prozent), 50 Prozent gehen von einem Gleichbleiben aus (Westeuropa 60 Prozent, global 53 Prozent).
Die Ausgaben für Geschäftsreisen dürften nach Ansicht von 37 Prozent der österreichischen Travel Manager in den nächsten 12 Monaten steigen (40 Prozent Westeuropa, 41 Prozent global), 57 Prozent rechnen mit keiner Änderung (Westeuropa 39 Prozent, global 40 Prozent).

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Erstellt am: 21. April 2016

Berichteten über aktuelle Trends (v.l.): Patrick W. Diemer und Hanno Kirsch

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