Standpunkt

GameChanger & Experten-Prognosen

Print-Ausgabe 27. Jänner 2017

Es war einmal mehr überaus inspirierend. Von Politikberater Thomas Hofer, über Wirtschaftsphilosoph Anders Indset, Trendforscher Sven Gábor Jánszky und Online-Vertriebsexperten Uwe Frers, bis hin zu den „Business Angels“ Johann „Hansi“ Hansman und Eveline Steineberger-Kern sowie Investment-Punk Gerald Hörhan – der ÖHV-Kongress 2017 bot unter dem Motto „Be a #GameChanger“ einmal mehr ein Programm der Spitzenklasse, mit Top-ExpertInnen als Referenten, die den TeilnehmerInnen eindrucksvoll darlegten, wie die Zukunft wohl aussehen werde.

Experten und Zukunft. Das ist so eine Sache. Denn Experten können irren und Zukunft lässt sich alles andere, nur nicht vorhersagen.

Es war vor exakt 10 Jahren, als der geniale Apple-Chef und GameChanger Steve Jobs voller Optimismus in San Francisco im Rahmen einer großen Show das iPhone aus der Taufe hob. Experten quittierten das Vorhaben mit Kopfschütteln: Ed Colligan, Mitgründer und damals CEO von Palm, dem Pionier und lange Zeit Quasi-Monopolist stiftgesteuerter Taschencomputer, zweifelte daran, dass eine traditionelle Computerfirma wie Apple im Telefonmarkt Fuß fassen könne; Steve Ballmer, damals CEO von Microsoft, machte sich über das „teuerste Telefon der Welt“ lustig, das er mangels Keyboard für absolut ungeeignet hielt, bei Businesskunden auch nur ansatzweise akzeptiert zu werden; und der Guru unter den amerikanischen IT-Journalisten, John C. Dvorak, empfahl Apple, das iPhone-Experiment sofort wieder abzubrechen – der Markt würde von den Riesen Nokia und Motorola dominiert, Apple habe keine Chance.

Bis heute hat Apple schätzungsweise eine Milliarde iPhones verkauft und mit dem Smartphone die Welt verändert, Palm, Nokia und Motorola sind in die Bedeutungslosigkeit abgesackt.
Ginge es nach den meisten Experten, dann hätte auch Bad Ischl rund um den ÖHV-Kongress ebenso wie weite Teile Europas nicht in Schnee versinken dürfen, sondern aufgrund des Klimawandels bei halbwarmen Temperaturen aper dem nächsten Frühling entgegendämmern müssen. Jetzt zeichnet sich der kälteste Jänner seit 30 Jahren ab.

Was in keinster Weise den Klimawandel in Frage stellen soll, aber über seine konkreten Auswirkungen gehen nicht nur die Experten-Meinungen weit auseinander, sondern lässt sich trotz aller Computer-Simulationen bestenfalls spekulieren.

Nehmen wir also die Inspirationen und Experten-Prognosen, welche der ÖHV-Kongress geliefert hat, dankbar an, als das, was sie sind: Anregungen und Denkanstöße darüber, wie die Zukunft möglicher Weise aussehen kann. Die persönlichen Schlüsse daraus muss jeder Unternehmer, jeder Hotelier und Touristiker für sich selbst ziehen. Lassen wir uns nicht entmutigen, wenn sie da und dort konträr zu Expertenmeinungen stehen. Das iPhone liefert ein wunderschönes Beispiel dafür.

Zukunft lässt sich eben nicht voraussagen, wie das tiefverschneite Bad Ischl bewies, aber wir können sie als Game-Changer aktiv mitgestalten. In diesem Sinne freut sich bereits auf den nächsten inspirierenden ÖHV-Kongress der

Lupo

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Erstellt am: 27. Jänner 2017

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