Manches muss man anderswo erleben, um das Manko daheim zu erkennen. Etwa beim Radurlaub: „Radwandern“ ist in Österreich groß. Zurecht. Die velozipedische Völkerwanderung – meist donauabwärts – schafft Umsätz wie Image: Das Rad ist perfekt, um Land, Geschichte, Kulinarik & Kultur hautnah, auf Augenhöhe und individuell ent- oder beschleunigt zu erleben. E-Bikes remobilisieren längst nicht nur Senioren: Bike & Hike – das E-Biken zum Einstieg von Wanderwegen – wird gerade groß. Und Moutainbiken ist es längst.

Ein Thema aber fehlt: Rennradfahren. Dabei boomt das gewaltig. Bei Männern und Frauen. Roadbiker sind ein Traumpublikum: zahlungskräftig, erlebnis- und naturhungrig und „unterkunftstreu“, weil am Bike gepäcklos.

Dennoch fehlen die Angebote. Im Winter verständlich. Aber sonst? Wenn mountaingebiked wird, wird auch straßengefahren. In Istrien demonstriert derzeit die Valamar-Gruppe, Kroatiens größter Urlaubsgastgeber, was geht, wenn man der wachsenden Klientel im Lycra-Dress Trainingscamps, geführte Touren, Urlaubspakete und Hardware-Supply bietet: Rennradler rollen zu Tausenden nach Porec, Pula und Rabac. Nicht, weil sie in Österreich nicht fahren könnten, das Land hässlicher, die Hügel unbezwingbarer oder die Straßen schlechter wären – sondern aus einem viel schlichteren Grund: Weil Istrien sie gezielt anspricht, einlädt und maßgeschneidert verwöhnt. Darüber kann man entweder jammern – oder davon lernen.

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Erstellt am: 18. Mai 2018

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