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Arbeit im Tourismus soll wieder „cool“ werden

„Wir wollen erreichen, dass es wieder cool wird, im österreichischen Tourismus zu arbeiten.“ Auf diesen einfachen Nenner konzentrierte Michaela Reitterer die Zielsetzung des „größten Projektes in der Geschichte der Österreichischen Hoteliervereinigung“. Zum Start ihrer neuen Funktionsperiode als Präsidentin der ÖHV kündigte sie beim ÖHV-Kongress in Zell am See eine über drei Jahre laufende Kampagne zur Sicherung des qualifizierten Berufsnachwuchses an. Für sie ein „Herzensprojekt“: „Das permanente Schlechtreden der Branche muss ein Ende haben. Wir müssen vom Reden zum Handeln kommen und unsere Leute selbst ausbilden“.

 

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Kinder willkommen… oder eher doch nicht?

„Urlaub ist kein Kinderspiel“ – kurz vor Weihnachten, bekanntlich das Fest der Kinder, verkündete die Falkensteiner-Michaeler-Hotelgruppe dieses Motto für eine neue Angebotslinie: Nach dem Therme & Golf Hotel Bad Waltersdorf, das schon vor einigen Wochen auf das neue Konzept umgestellt wurde, folgte am 23. Dezember das neu übernommene und umgestaltete Hotel & Spa Wulfenia auf dem Kärntner Naß-feld: Sie werden künftig als „Adults only“ Hotels geführt. Falkensteiner Geschäftsführer Jan Simons ist vom Erfolg der Beschränkung auf Gäste ab 16 Jahren so angetan, dass das Modell auf weitere Häuser der Gruppe ausgedehnt werden soll.

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2015 war das Jahr der Enttäuschungen

„So eine Stimmung am absoluten Nullpunkt habe ich noch nie erlebt, nicht nur in der Tourismuswirtschaft. Wir haben ein Jahr der Enttäuschungen hinter uns.“ Tourismus-Obfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher lieferte kurz vor Jahresende im Club der Wirtschaftsjournalisten eine ungewöhnlich harsche Abrechnung mit der Politik: Die Gegenfinanzierung zur Steuerreform sei zum Belastungspaket geworden, insbesondere für die Tourismuswirtschaft. Die ÖVP hätte diesem Paket nicht zustimmen dürfen, besonders enttäuschend sei, wie zwei Minister dieser Partei (Wirtschaftsminister Mitterlehner und Finanzminister Schelling) dabei mitwirkten, dass den Unternehmen „die Butter vom Brot gestohlen“ wurde. Der emotionale, aber sachliche Auftritt ließ klar erkennen, dass Nocker-Schwarzenbacher nicht die politische Pflichtübung einer Interessenvertreterin ablieferte, sondern selbst zu den schwer Enttäuschten zählt: „Der Vizekanzler muss mit den Demonstrationen leben.“

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Schlechte Zeiten für „Hotelführer“

„Magazinformat“ und ein halbes Kilo schwer – das sind die Neuerungen, die den „ÖHV Hotelguide 2016“ auf den ersten Blick von den Ausgaben der letzten Jahre unterscheiden. Im neuen Format passt es nicht einmal ins Handschuhfach eines durchschnittlichen Autos. Damit wird eingeräumt, dass sich die Werbefunktion des Guide im dekorativ-repräsentativen Herumliegen an hoffentlich von zahlungskräftigem Publikum frequentierten Plätzen erschöpft – etwa in den Erste-Klasse-Abteilen der ÖBB.

Außer der Optik hat der Wechsel des Herausgebers ÖHV vom „Falstaff“-Verlag zum Verlag „Die Presse“ keine wesentliche Veränderung gebracht. Die 2012 entwickelte „Innovation“, auf jede Preisangabe zu verzichten, wurde fortgesetzt. Auch wenn es schwierig ist, in einer Zeit tagesaktueller Preise exakte Angaben zu machen, sind Hinweise auf das Preisniveau durchaus möglich, wie viele Beispiele zeigen. Welchen praktischen Wert hat ein Hotelführer, der die nach dem Standort wichtigste Orientierungshilfe nicht bietet?

Auch die Auffindbarkeit der Hotels wurde nicht besser. Geordnet sind sie nach Bundesländern und Orten in alphabetischer, nicht regionaler Anordnung und innerhalb der Orte nach der offiziellen Sterne-Kategorie. Die Ortsnamen sind allerdings so klein gedruckt, dass sie als Ordnungsprinzip kaum erkennbar sind. Zusätzliche Verwirrung entsteht dadurch, dass nicht kategorisierte Hotels im Anschluss an die „entsprechende“ Kategorie eingereiht werden, zu der sie gehören würden. In Wien, wo von 97 angeführten Hotels 26 sternelos sind, sieht das nach totalem Chaos aus.

Für die Darstellung der Hotels steht im neuen Großformat auch nicht mehr Platz zur Verfügung, als im Taschenbuch: Ein Foto, sechs bis acht kurze Zeilen Text, die nur selten für wesentliche Angaben wie etwa die Zahl der Zimmer genutzt werden. Die lenkende Hand einer Redaktion, die mehr tut, als Rechtschreibfehler zu korrigieren, ist nicht erkennbar. Über die gebotenen Einrichtungen informieren 15 Symbole, die einen „schnellen Überblick“ bieten sollen, zumindest für jene, die nicht ständig nach ihrer Bedeutung blättern müssen. Angegeben werden Adresse, Telefonnummer, E-Mail und vor allem die Website. Besonders wichtig, denn die „Leute schauen eh ins Internet“ (O-Ton ÖHV), dort findet man auch entscheidende Informationen, wie den Preis oder die Lage. Und warum soll man sich dann den Umweg über den Guide antun und nicht gleich über Google oder Tripadvisor einsteigen?

Der Gebrauchswert jedes Verzeichnisses hängt davon ab, wie repräsentativ es für den entsprechenden Sektor ist. Dass ein Verband wie die ÖHV in seinem Guide nur die eigenen Mitglieder anführt, ist logisch. Wenn von diesen fast 1.300 aber nur rund 466 bereit sind, 420 Euro (+MWSt) für eine reguläre Einschaltung ihres Hauses aufzuwenden, zeigt das schmerzhaft deutlich, was sie von dem Produkt ihres eigenen Verbandes halten. Fast zwei Drittel nehmen in Kauf, nur in einer gezielt karg gehaltenen Liste im Anschluss an das jeweilige Bundesland aufzuscheinen, mit Adresse, Telefonnummer und Internet-Adresse, nicht einmal mit ihrer Sterne-Kategorie.

Warum ein Produkt, das offenbar niemand braucht, nach wie vor teuer produziert wird, liegt auf der Hand: Der Verlag hofft, dass die Werbeeinnahmen höher sind, als die Produktionskosten, die ÖHV erwartet, wenn schon kaum Geld, zumindest einen Prestigegewinn durch ein elegantes Mitgliederverzeichnis mit hoher Verbreitung. Die großflächige Gratisverteilung der angegebenen 130.000 Exemplare im deutschsprachigen Raum zeigt, wie in solchen Fällen üblich, wenig Zielgenauigkeit: Eine Überprüfung, wie viele der 80.000 Abonnenten von „Presse“ und „Wirtschaftsblatt“ das ihnen aufgedrängte Verzeichnis mangels Interesse am Hotelsektor direkt in den Müllcontainer befördern, würde vermutlich Depressionen auslösen, nicht zuletzt bei den Werbepartnern.

Zu überlegen, wie man den Guide besser machen könnte, ist wohl müßig: In Konkurrenz zum Internet und Smartphone haben gedruckte Nachschlagwerke mit wenigen Ausnahmen keine Chance, egal, ob es sich  um ein Lexikon oder einen Hotelführer handelt. Am Ende des Lebenszyklus eines Produktes gilt die Devise: Aussteigen, bevor der Schaden größer wird.

Kein Marketing per Gesetz auf Kosten anderer

Was im Supermarkt funktioniert, sollte auch in der Gastronomie möglich sein: Dass der Kunde sieht, woher die Produkte stammen, die auf seinem Teller landen. Für Fleisch und Eier sollte eine gesetzliche Verpflichtung zur Herkunftsdeklaration kurzfristig realisiert werden – jedenfalls wenn es nach den Forderungen des Präsidenten der Landwirtschaftskammer Hermann Schultes geht, die er in einem ORF-Interview vorbrachte. Abgesehen davon, dass die Konsumenten ein „Recht“ auf diese Transparenz hätten, wäre es auch für die Gastronomie vorteilhaft, das Herkunftsland auf ihren Speisekarten zu deklarieren, er sei überzeugt, dass für „regionale Qualität“ auch höhere Preise akzeptiert würden. Die Schweiz biete das Modell für eine unbürokratische Lösung: „Wiener Backhuhn (Polen) mit Salat“ – sei doch ganz einfach.

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