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Besuchen Sie den Naschmarkt…

…solange er noch steht. Dieser in Anlehnung an einen populären Schlager zum Thema „Europa“ abgewandelte Ratschlag hat durchaus seine Berechtigung. Wenn man Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner fragt, welche Highlights attraktiv genug sind, um Touristen über das Stadtzentrum hinaus zu locken, fällt seine Liste recht kurz aus: Schloss Schönbrunn, Belvedere, Hundertwasserhaus – und der Naschmarkt. Tatsächlich ist der größte Markt Wiens aufgrund seiner Angebotsvielfalt und seines internationalen Flairs auch für viele Einheimische, vor allem aber für Touristen ein Ziel, das bleibende Eindrücke vermitteln kann.

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Lobbying mit Leidenschaft

„Der Tourismuswirtschaft fehlt eine wirkungsvolle Lobby, das hat das Ergebnis der Steuerreform wieder gezeigt: Unsere Argumente sind noch nicht bei den Spitzenpolitikern angekommen. Wir haben noch zu wenige Gespräche mit ihnen geführt, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie der Tourismus funktioniert.“ Mit diesem politischen Statement gab der neue Obmann des Fachverbandes Hotellerie Siegfried Egger bei der Sommerpressekonferenz (T.A.I. berichtete darüber) einen Ausblick, wie er die Vertretung der Interessen seiner Branche anlegen möchte.

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Wie viele Touristen verträgt der Tourismus?

Tickets für den Markusplatz? Diese und ähnliche Schlagzeilen gehören seit Jahren zum medialen touristischen Sommerprogramm: Unter dem Eindruck des von bis zu 130.000 Touristen täglich oft total blockierten Zentrums von Venedig wird die Frage immer wieder aktualisiert, wieviel Tourismus verkraftbar ist, bis das System kollabiert. Die Grenzen werden von der Belastung der einheimischen Bevölkerung gesetzt, aber auch jener der Touristen selbst, deren Urlaubsfreude durch das Gedränge in brütend heißen Gassen und endlose Warteschlangen vor dem Dom von San Marco minimiert wird. Im Hintergrund steht die entscheidende Frage, wie lange sich dieser Wahnsinn noch rechnet.

Das Problem sind die Tagesgäste

Sie wird vor allem dort akut, wo die touristischen Highlights einen extremen Tagestourismus auslösen. Das historische Venedig zählte im Vorjahr nur 2,6 Mio. Übernachtungsgäste, wurde aber von 20 bis 30 Mio. Besuchern gestürmt, die wenig Geld in der Stadt lassen. Zuletzt wurde ein „Numerus Clausus“ für den Markusplatz 2013 diskutiert und wieder verworfen, weil der damalige Bürgermeister Orsoni die „lebende Stadt“ durch die Ausgabe von Eintrittskarten nicht endgültig in ein Disneyland verwandeln wollte. Nun hat sein Nachfolger Luigi Bugnano den Plan wieder aufgegriffen: Um den Druck von manchen Brennpunkten zu nehmen, wird ein System angedacht, das nur Einheimischen, Pendlern und Hotelgästen freien Zugang gewährt, während alle anderen einen Besuch zu einem bestimmten Termin im Voraus buchen müssen. Ob mit oder ohne Eintrittsgebühr ist offen, ebenso die Frage, wie man den Zugang zu verkehrstechnisch wichtigen Teilen einer Stadt mit noch immer fast 60.000 Einwohnern in einer vertretbaren Form unter Kontrolle halten könnte. Politisches Ziel ist es, das Leben der Bürger wieder „normaler“ zu machen, etwa durch eigene Zugänge zu den Vaporetti und natürlich begünstigte Preise. Dass es tatsächlich zum Ticket für den Markusplatz kommt, ist unwahrscheinlich: Die Wirtschaft ist dagegen, weil jede Einschränkung zwangsläufig Umsatzausfälle zur Folge hat.

Der zweite aktuelle Hot-Spot für touristische Überlastung ist Mallorca. Der Wirtschafts- und Tourismusminister Barcelo der neuen Links-Regierung peilt ein „Tourismuslimit“ an, da die Aufnahmekapazität mit rund 14 Mio. Gästen, von denen 80 Prozent im Sommer kommen, vor allem im Hinblick auf die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung „total erschöpft“ sei. Außerhalb der Sommersaison gebe es hingegen genügend Wachstumsspielraum. Wie eine Destination mit einer über Jahrzehnte aufgebauten Infrastruktur für den Massentourismus einen Wandel zu weniger, aber zahlungskräftigeren Gästen umsetzen könnte, ist offen. Eine Idee ist die Wiederbelebung einer Tourismusabgabe, die schon einmal nach kurzer Zeit wieder abgeschafft wurde. Obwohl ein Euro pro Person und Nacht die Wettbewerbsfähigkeit kaum beeinträchtigen würde, ist die Zentralregierung in Madrid alarmiert, weil ähnliche Pläne auch von den Kanarischen Inseln kommen: In Spanien hat der Tourismus einen Anteil von 11 Prozent am BIP, er beschäftigt 2 Mio. Mitarbeiter und die Arbeitslosigkeit ist mit 23 Prozent zu hoch, um Experimente zu wagen. Und die Hotellerie weist darauf hin, dass von Kapazitätserschöpfung keine Rede sein könnte.

In Österreich noch kein Thema

In Österreich gibt es touristische Überlastungserscheinungen nur punktuell, etwa in Hallstatt oder in der Getreidegasse in Salzburg, die zu bestimmten Zeiten von Tagesbesuchern rettungslos überlaufen sind. In Wien ist, wie Tourismusdirektor Kettner erklärt, touristische Überlastung kein Thema . Weil sie aber bei weiteren Gästezahlrekorden eines werden könnte, wurde eine Arbeit zum Thema „Tourismusverträglichkeit“ in Auftrag gegeben. Durch cleveres Besuchermanagement gelingt es sogar, den exorbitanten Andrang im Schloss Schönbrunn unfallfrei zu bewältigen. Gescheitert sind bisher alle Versuche, die Besucherströme anders zu verteilen: Nur Schönbrunn, das Schloss Belvedere, das „Hundertwasserhaus“ und der Naschmarkt können Besucher aus der Innenstadt weglocken. Auch wenn die Probleme unbestreitbar sind: Wegen Überfüllung geschlossen wurde noch keine Tourismusdestination. Beim Markusplatz wird das auch nicht passieren.

Parteienförderung durch die Hintertüre

„Vor diesen Jungfunktionären kann nur gewarnt werden. Mit dieser Aktion haben sie sich eigentlich schon für die Zukunft disqualifiziert.“ Wenn der für seine Zurückhaltung bekannte Wirtschaftschef der „Krone“ Georg Wailand dermaßen drastisch formuliert, muss seine Empörung beachtlich sein. Der Anlass: Die Jugendorganisationen der Regierungsparteien wollten im Zuge der Steuerreform durchsetzen, dass ihre Vorfeldorganisationen „gemeinnützigen Vereinen“ gleichgestellt werden und ihre „Clubbings“ und Festln aller Art unbelästigt von Steuern und Auflagen, wie sie jeder Gastwirt zu erfüllen hat, zum Wohl ihrer Vereinskassen durchgeführt werden können. Der schlaue Plan geriet offensichtlich zu früh an die Öffentlichkeit: WKÖ-Tourismusobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher protestierte scharf gegen diese „steuerfreie Parteienförderung durch die Hintertüre“ und appellierte an die Bundesregierung, für Steuergerechtigkeit zu sorgen. Fast wortgleich reagierte der neue Obmann des Fachverbandes Gastronomie Mario Pulker: „Während die Gastronomie mit ständig neuen Auflagen belastet wird, soll eine Ausnahme von der Steuerpflicht für die eigene Parteijugend beschlossen werden – das ist unfair!“

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Geburt eines neuen Bürokratiemonsters

Als mit 1. Mai 2011 das „Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz“ in Kraft trat, war man bei der Sozialpartnerschaft von seiner Sinnhaftigkeit überzeugt: Damit sollte die auf Lohndumping aufgebaute Konkurrenz von Unternehmen aus den neuen EU-Mitgliedsländern abgestellt werden, die ihre Billigstangebote darauf aufbauten, dass sie ihre in Österreich eingesetzten Arbeitskräfte nach den Konditionen ihrer Herkunftsländer bezahlen. Ein Gesetz, das alle dazu zwingt, die gleichen Normen einzuhalten, lag im Interesse sowohl der Wirtschaft als auch ihrer Mitarbeiter.

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