Rund/Studienreisen auf der Überholspur
Schon bisher dominierend, bauen sie ihren Anteil am Passagieraufkommen bei Busreisen weiter aus – verschärft hat sich auch der Trend zu kurzen Reisen
Zuwächse bei Rund-und Studienreisen sowie bei Städtereisen – das verzeichnen heuer laut Trendanalyse des RDA (Internationaler Bustouristik Verband) die deutschen Busunternehmer. T.A.I. berichtete Mitte August darüber. Der in Deutschland festgestellte Trend gilt auch für Österreich, denn die von busreisen.cc durchgeführte Bus-Trendumfrage im Vorfeld der B.T.B. (Bus Touristik Börse), die Mitte Oktober in Vösendorf bei Wien über die Bühne geht, kommt ebenfalls zu diesem Ergebnis. Gefragt wurde nach dem Anteil bestimmter Busreise-Arten am Passagieraufkommen. Mit 59 Prozent ist sie bei den Rund/Studienreisen so hoch, wie noch bei keiner der bisher vier B.T.B.-Umfragen. Auch die Städtereisen verzeichnen mit 25,5 Prozent Anteil am Passagieraufkommen eine weitere Tendenz nach oben.
Rückläufig – und das seit Jahren – sind hingegen der Ferienzielverkehr (nur noch 12,5 Prozent der Passagiere) und die Überraschungsreisen („Fahrten ins Blaue“), die auf 4 Prozent geschrumpft sind. Für beide lagen die Werte in der Umfrage 2010 und 2009 noch deutlich höher (der Vergleich mit den Werten von 2008 ist nur bedingt möglich, da bei der ersten Umfrage mit 127 Rückmeldungen deutlich weniger Busunternehmer teilgenommen haben, als seither mit 233 bis 251 beantworteten Fragebögen).
Anteil am Passagier-Aufkommen (in Prozent)
| Umfrage | 2011 | 2010 | 2009 |
| Rund/Studienreisen |
59% | 58% | 55% |
| Städtereisen |
25,5% | 23,5% | 22,5% |
| Ferienzielverkehr |
11,5% | 12% | 15% |
| Überraschungsreisen |
4% | 6% | 7,5% |
Bemerkenswert ist auch die Tendenz zu Auslandsreisen. Im Krisenjahr 2009 dominierten noch die Inlandsreisen mit deutlich mehr als der Hälfte (55,84 Prozent). Im Vorjahr war das Verhältnis nahezu ausgeglichen. Heuer haben die Auslandsreisen mit 51 Prozent die Nase vorn.
Die Top-5 Länder
Laut B.T.B.-Trendumfrage führt Österreich weiterhin mit 21 Prozent das Ranking der Top-5-Trendziele 2011 an, wobei – was angesichts des Trends zum Ausland keine Überraschung darstellt – der Anteil jener Busunternehmer, bei denen Österreich eine sinkende Tendenz aufweist, mit 12 Prozent doppelt so hoch ist wie im Vorjahr.
Deutschland hält mit 18 Prozent Rang zwei, gefolgt von Italien (17 Prozent), das damit seinen im Vorjahr augenscheinlichen Abwärtstrend (bei 27 Prozent sinkend, heuer nur noch bei 13 Prozent) stoppen konnte. Immer weiter nach oben klettert hingegen Kroatien auf Platz 4, das mit 28 Prozent die stärkste steigende Tendenz aller Top-Trendziele aufweist und Slowenien (Vorjahr noch Rang 4) überholt hat.
Die Top-5 Städte
Unangefochten an Nummer 1 bei den Top-Städten steht Prag (nur noch bei 9 % steigend, Vorjahr 14 %; dafür bei 13 % sinkend, im Vorjahr 9 %). Wien machte einen großen Sprung von Platz 4 auf Rang 2 (bei 11 % weiter steigend), unverändert Rang 3 hält Dresden. Neu im Top-5-Städteranking sind Budapest und Berlin, rausgefallen sind Rom und Bratislava.
Italiens Hauptstadt ist heuer übrigens auch bei der Trendanalyse des RDA durchgefallen. Laut RDA-Sprecher Michael Fleischhauer war „die Metropole mit hohen Gebühren für Reisebusse, Einfahrverboten, schlechten Parkmöglichkeiten und anderen Unfreundlichkeiten“ aufgefallen.
Diesbezüglich sollte Wiens Grüne Verkehrsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou aufpassen: sie plant bekanntlich die Errichtung einer Umweltzone in der Bundeshauptstadt und Aussperrung der Busse. Dem Top-Bus-Städteziel Wien könnte dies teuer zu stehen kommen.
Zurück zur B.T.B.-Trendumfrage: bei der Art der Angebote überwiegen mit 56,5 Prozent Vereine und ausgeschriebene Reisen mit leicht steigender Tendenz gegenüber „ausschließlich Vereine und fixe Gruppen bzw. Busanmietung“ (43,5 Prozent).
In der Kürze liegt die Würze
Weiter rückläufig sind die Reisedauern. Daran hat auch die im Juni vorigen Jahres erfolgte Wiederkehr der 12-Tageregelung für Buschauffeure nichts geändert. Busreisen ab 7 Tagen spielen mit 4,73 Prozent nur noch eine untergeordnete Rolle, was gegenüber 2009 einen 60-prozentigen Rückgang bedeutet. 1-3 Tage kurze Reisen bauen ihre Dominanz aus, auch 3-5 tägige Reisen weisen steigende Tendenz auf.
Dauer der Busreisen
| Umfrage | 2011 | 2010 | 2009 |
| 1-3 Tage |
54,27% | 53,84% | 51,63% |
| 3-5 Tage |
28,31% | 27,15% | 25% |
| 5-7 Tage |
12,69% | 13,67% | 13,75% |
| ab 7 Tage |
4,73% | 5,34% |
8,75% |


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