Emirates auch in der Golfregion eine Klasse für sich
Der Abstand zu Qatar, Etihad und Gulf Air ist enorm und wird in den kommenden Jahren noch größer
Die Golfregion zählt zu den am dynamischsten wachsenden Bereichen der Weltluftfahrt. Zwar liegen laut OAG Marketing Intelligence Report im Jahresvergleich 2005 bis 2011 vom Kapazitätswachstum die Türkei mit knapp 15 Prozent und Indien mit über 12 Prozent vor der Region (Vereinigte Arabische Emirate, Katar und Bahrain, zusammen mehr als 11 Prozent Wachstum), doch das könnte sich in den kommenden Jahren ändern. Denn die Zahl der in der Golfregion registrierten Flugzeuge wird sich nach aktuellen Prognosen bis 2020 auf rund 2.000 verdoppeln und zwar mit einem prozentuellen Zuwachs von bis zu 16 Prozent zwischen 2012 und 2014. Emirates wird dabei die bereits bestehende Führungsposition weiter ausbauen.
Die Bestellungen von Emirates erhöhten sich Dank eines weiteren Großauftrages von 50 Boeing B777 im November auf der Dubai Air Show trotz einiger Auslieferungen auf zuletzt 231. Womit die Airline ihre Vormachtstellung in der Golfregion (165 Flugzeuge im Einsatz) vergrößern wird. Der nächstgrößte Verfolger in der Region, Qatar Airways, kommt aktuell auf 102 Jets und 198 Orders. Wobei Emirates ausschließlich mit Großraumflugzeugen unterwegs ist, während Qatar auch Airbusse der A319/A320/A321 Serie einsetzt. Das trifft auch auf die Bestellungen zu.
Etihad mit derzeit 63 Maschinen (darunter ebenfalls kleine Airbusse) hat nach derzeitigem Stand und jüngsten Auslieferungen 99 Orders laufen (nicht einmal halb so viele wie Emirates). Gulf Air, ursprünglich die einzige Airline der Vereinigten Arabischen Emirate (sie hat Mitte der 1980er Jahre durch das Streichen ihrer Flüge nach Dubai die Gründung von Emirates bewirkt), bildet auch in diesem Bereich mit derzeit 45 Bestellungen das Schlusslicht.
Vom Umsatz her war Emirates im vorigen Geschäftsjahr knapp dreimal so groß wie Qatar, nahezu fünfmal so groß wie Etihad und übertraf Gulf Air um das Zehnfache. Auch bezüglich Gewinne ist Emirates eine Klasse für sich. Lediglich Qatar kann noch mit positiven Zahlen aufwarten. Etihad konnte noch nie einen Gewinn ausweisen und Gulf Air fliegt seit Jahren in der Verlustzone. Daran wird sich heuer nicht viel ändern. Im ersten Halbjahr 2011/ 2012 (per Ende September) steigerte Emirates den Gewinn um 351 Prozent auf 925 Mio. US-Dollar, die Zahl der Passagiere kletterte um weitere 17,3 Prozent auf 15,5 Millionen nach oben. Qatar Airways nannte bis dato keine konkreten Zahlen für das laufende Geschäftsjahr, spricht von einer „sehr guten Entwicklung“, rechnet aber nur mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau. Etihad ist von der Gewinnzone noch weit entfernt, hat es jedoch 2011 geschafft, konstant ein monatlich positives EBITDAR (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Mieten) einzufliegen. Gulf Air dürfte nach eigenen Angaben heuer mit dem Verlust auf Vorjahresniveau landen, der Break-Even soll 2013 erfolgen.



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