• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
Prev Next

Aussichten für Geschäftsreisen gar nicht so übel

Chef von BCD Travel Österreich hält Wachstum im selben Ausmaß wie heuer für möglich – generell wird’s teurer

Allen Wirtschafts-Prognosen zum Trotz dürfte der Geschäftsreisemarkt auch 2012 weiter leicht zulegen. Das bestätigte vor kurzem eine Umfrage unter internationalen Einkäufern aus aller Welt auf der EIBTM in Barcelona und so sieht es auch Norbert Draskovits, Geschäftsführer von BCD Austria. Die Wachstumsverhältnisse werden allerdings weltweit unterschiedlich ausfallen: Asien, Südamerika und der Mittlere Osten werden hier zu den Gewinnern zählen, hingegen können Europa und auch die USA, wenn überhaupt, nur sehr gering wachsen. Tatsache ist darüber hinaus, dass sich sowohl die Ticketpreise als alle sonstigen notwendigen Aufwendungen für Reisen wie Hotels, Mietwagen und ähnliches, im kommenden Jahr leicht verteuern werden.

Generell konnten die heimischen Reisebüros für 2011 einen leichten Anstieg bei den verkauften Flugtickets (Basis BSP - Billing and Settlement Plan), genau waren es 1,3 Prozent, verzeichnen. Ebenso hoch fiel der Umsatzzuwachs (1,3 Prozent) auf gesamt 664 Mio. Euro aus. Der darin enthaltene Anteil für Geschäftsreisen beträgt 530 Mio. Euro (plus 6 Prozent). Im Rekordjahr 2007 lagen diese Werte noch bei 800 Mio. Euro mit rund 500 Mio. Euro aus dem Geschäftsreisebereich.

Trotzdem können die heimischen Geschäftsreisebüros zufrieden sein, wenngleich die Zuwächse im 1. Halbjahr um einiges höher ausfielen als in der zweiten Hälfte. Das Ticketwachstum bei den Geschäftsreisen lag mit 3 Prozent (6 Prozent Umsatzanstieg) weit über jenem des allgemeinen Marktes. Grund dafür war der Anstieg des durchschnittlichen Ticketpreises (Europa- und Langstreckenverkehr zusammen) um 10 Euro auf 331 Euro gegenüber 2010. Zum einen war dafür die Verlangsamung des Preisverfalls sowie Flugsteuer und hoher Kerosinpreis verantwortlich und zum anderen der Anstieg von Business Class Buchungen auf der Langstrecke.

Insgesamt wurden 2011 in Österreich über Reisebüros mehr als 2,2 Millionen Flugtickets von Netzwerkfluggesellschaften, inklusive Air Berlin und Niki aber exklusive der übrigen Low Cost Fluglinien und dem direkten Internetvertrieb, gebucht.

Wie für die meisten Geschäftsreisebüros war das zu Ende gehende Jahr auch für BCD Travel Austria erfolgreich. Im Geschäftsjahr 2010/11 (Oktober bis September) konnte mit aktuell 35 Mitarbeitern ein Umsatz von 21,5 Mio. Euro erwirtschaftet werden, was einer 50 prozentigen Steigerung gegenüber dem vorhergehenden Geschäftsjahr gleich kommt. Seit November 2011 gibt es neben der Zentrale in Wien noch ein Büro in Graz. BCD Travel Austria befindet sich zu 25,1 Prozent im Besitz der BCD Travel Europe Holding, die restlichen 74,9 Prozent befinden sich im Besitz der TUI Austria Holding GmbH.

Ein weiterer Erfolg gelang mit der Akquirierung von zwei großen heimischen Kunden – AV-List (seit November 2011) und Siemens Austria (ab 2012). Somit gelangt das Wunschziel von Draskovits, 2012 zur Nummer Drei in Österreich (derzeit auf dem 5. Platz) aufzusteigen, in greifbare Nähe.

Er sieht einen Hauptgrund für die Akquisitionserfolge seines Unternehmens in der Tatsache, dass die Technologiewünsche und Kompatibilitätsmöglichkeiten bei beiden Neuzugängen mit BCD Austria bestens erfüllt werden. „Wir können auf die existierenden IT-Systeme, die dies alles inkludieren, von BCD-Deutschland (mit 1,7 Mrd. Euro Ticketumsatz der dortige Marktführer) zurückgreifen. Einer der Vorteile, wenn man zu einem weltweit agierenden Unternehmen gehört“, erklärt Draskovits.

Für alle Kunden von BCD Travel Austria gibt es ab 2012 eine weitere Vereinfachung und somit Kosteneinsparung des gesamten Geschäftsreiseprozesses – den automatischen Kreditkartenabgleich. Abrechnung über Corporate Cards oder normale Kreditkarte sind heute der Regelfall. Bieten sie doch den Unternehmen ein hohes Maß an Sicherheit bei der Abwicklung, Kontrolle der Ausgaben und mittels der gesammelten Daten auch eine Grundlage für die Verhandlung mit Leistungsträgern. Der ganze Abrechnungsprozess kann so effizienter und schneller gestaltet werden. Ab dem kommenden Jahr bietet nun BCD seinen Firmenkunden exklusiv einen automatischen Rechnungsdatenabgleich. Somit kann die aufwendige und daher meist kostenintensive manuelle Rechnungskontrolle entfallen.

Befragt zu den Aussichten für das Jahr 2012, zeigte sich der BCD Austria-Geschäftsführer vorsichtig optimistisch. „Unter der Voraussetzung, dass sich die aktuelle Situation am internationale Finanzmarkt (Schulden- und Eurokrise) nicht weiter verschlechtert, wird die Entwicklung des heimischen Geschäftsreisemarkts ähnlich wie 2011 verlaufen“, so Draskovits. Er rechnet mit 1,2 Prozent Wachstum bei den Flugtickets am touristischen Gesamtmarkt, wobei auch hier das Geschäftsreisesegment stärker zulegen wird, was rund
4 Prozent plus beim Umsatz bedeutet.

Wie sich die Preise im Reisegeschäft für das kommende Jahr weltweit entwickeln werden, zeigt eine aktuelle Studie von Advito, der unabhängigen Beratungssparte von BCD. So werden die Flugpreise weltweit um 3 bis 5 Prozent steigen, angetrieben durch wachsende Nachfrage, Konsolidierung der Fluggesellschaften und Reduzierung der Kapazitäten. Die Flugpreise könnten auch durch Gebühren auf Kreditkartenzahlungen steigen, wenn andere Gesellschaften dem Beispiel von British Airways und der Lufthansa Group folgen. Auch neue Regelungen zum CO2-Ausstoß in Europa können die Flugpreise negativ beeinflussen.

Die internationale Hotellerie ist momentan recht optimistisch, ihre Preise 2012 erhöhen zu können. Die Preissteigerung variiert je nach Region, wird aber zwischen 2 und 6 Prozent liegen. In sehr stark frequentierten Städten wie z. B. New York ist im nächsten Jahr auch ein weiterer zweistelliger Preisanstieg wahrscheinlich. Europa wird aber mit Sicherheit im unteren Bereich der Teuerungsrate, also um die 2 bis drei 3 liegen.

Was Firmenraten für Mietwagen anbelangt, so sind diese in den USA – dem bei weitem größten Mietwagenmarkt der Welt – in den vergangenen zwei Jahren wegen des starken Wettbewerbs nicht gestiegen. Für 2012 erwarten die Experten von Advito allerdings einen Anstieg um 4 bis 6 Prozent.

Und wer mit der Bahn geschäftlich verreisen will, der muss in Europa mit einer voraussichtlichen Preiserhöhung um die 5 Prozent rechnen. Die Deregulierung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs wird hier einige neue Routen und Dienstleistungen mit sich bringen, jedoch werden die Preise dadurch nicht sinken. Billiger kann es möglicherweise auf der Verbindung Wien-Salzburg, durch den Einstieg der WESTbahn auf dieser Strecke, werden. Die Advito-Studie gibt es zum Download auf www.bcdtravel.at

Add comment

Diskutieren Sie mit auf TAI.at! Bitte halten Sie die Netiquette ein und diskutieren Sie sachlich und respektvoll.

Wenn Sie als Benutzer auf TAI.at registriert sind, werden Ihre Kommentare automatisch und umgehend freigeschalten. Kommentare nicht registrierter Benutzer werden vor Erscheinen geprüft.

Wir behalten uns vor, Postings mit Werbung, Spam, Verunglimpfungen, Beleidigungen, etc. zu löschen.

Security code
Refresh

Suche auf TAI.AT