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Heute Buchung, morgen Einzug. Das schmeckt nicht

Die von Lufthansa eingeführte Optional Payment Charge ist Realität und zwar auch hierzulande – viele Fragen noch offen

Seit Anfang November fällt für alle Lufthansa- und Swiss-Buchungen, deren Bezahlung mit Kreditkarte erfolgt und die als Abflugort Deutschland oder die Schweiz haben, die Optional Payment Charge (OPC) an. Der Zuschlag beträgt 5 Euro für Inlandsflüge, 8 Euro für Ziele in Europa und 18 Euro im Interkontinentalverkehr. Lufthansa will damit einen Teil der von Kreditkartenfirmen erhobenen Transaktionsgebühr an die Kunden weiterreichen. Auch österreichische Unternehmen (vor allem im Westen des Landes) sind davon betroffen, obwohl hierzulande das Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG) eine derartige Schlechterstellung von Zahlungsmitteln untersagt (die Sache ist noch auszujudizieren). Wie dem auch sei, anders als in Österreich steht in Deutschland und der Schweiz durch die Lufthansa-Tochter AirPlus eine Debit-Card zur Verfügung, durch deren Einsatz die OPC vermieden werden kann. Um sie ging es bei der Herbsttagung des VDR (Verband Deutsches Reisemanagement) in Essen.

Dabei kam die Debit Card gar nicht gut weg. Kaum jemand wusste, als sie als Alternative angekündigt wurde, welche Leistungsabstriche durch sie in Kauf genommen werden müssen. Vor allem Großunternehmen lehnen diese neue Bezahlmethode ab, wie eine Befragung im Vorfeld der Veranstaltung ergeben hatte. Demnach sprechen sich über 80 Prozent der VDR-Mitglieder gegen die Debit Card von AirPlus aus. Sie sei keine akzeptable Lösung für den Kauf von Lufthansa-Flugtickets.

Zwar ersparen sich die Betriebe das Disagio (die GDS – Global Distribution Systems – erfassen automatisch, ob es sich um eine Kredit- oder Debit-Karte handelt), doch der mit der Umstellung auf die Card und deren Verwendung verbundene hohe Prozess- und Administrationsaufwand wirken sich negativ auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus. Debit-Card-Nutzer fallen zudem um die Vorteile einer Kreditkarte, wie Reporting-Möglichkeiten oder ein verlängertes Zahlungsziel. Letzteres können sich die Kunden aber erkaufen. Das wird in den meisten Fällen notwendig sein, denn die bisherigen Zahlungsziele sind auf die internen Abläufe der Firmen abgestimmt. Die Vorgangsweise „heute Buchung, morgen Einzug“ wirft dies alles durcheinander.

„Die Nachteile der von der Lufthansa empfohlenen Bezahlmethode Debit Card überwiegen eindeutig. Hinzu kommt, dass sich viele Unternehmen in die Enge getrieben fühlen und eine solche Art des Geschäftsgebarens sowie den Eingriff in interne Geschäftsprozesse nicht unterstützen“, betonte Ralph Rettig, Vizepräsident des VDR.

Viele Unternehmen suchen den Ausweg darin, bei bestimmten Flügen Airlines zu buchen, bei denen die Gebühr (noch) nicht anfällt, wie Air France oder British Airways. Nur zur Not wird dann auf die Debit-Card zurückgegriffen. Kleine und mittelständische Unternehmen lassen sich hingegen eher auf die Debit Card ein, weil sie hauptsächlich innerdeutsch Lufthansa buchen und damit die Kostenerhöhung durch die OPC höher ins Gewicht fällt.

In Österreich haben Firmen, egal ob klein oder groß, keine Möglichkeit der Kreditkartengebühr zu entkommen. Sie ist in den Buchungssystemen bereits eingepflegt. Für Überraschung sorgte hierzulande die Tatsache, dass die OPC nicht extra ausgewiesen wird sondern direkt im Ticketpreis inkludiert ist. Bei Buchungen über Amadeus erfolgt dies automatisch, bei Galileo muss die OPC extra eingegeben werden, ist aber danach auch im Ticketpreis inkludiert. Bei Galileo wird derzeit geprüft, ob man sie ebenfalls  erfassen soll.

Ob und wann Österreich zur Gänze nachziehen wird (wie erwähnt stehen dem noch juristische Hürden entgegen), ist noch offen. Der von den Reisebüros und Unternehmen diesbezüglich gesuchte Dialog findet hingegen nicht statt: „Über dieses Thema wird nicht verhandelt“, wurde von Austrian Airlines signalisiert. T.A.I. wird über die weitere Entwicklung berichten.

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