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Business Travel nimmt Kurs auf Einkaufs-Allianzen

In Deutschland haben sich erste Zusammenschlüsse bereits bewährt – in Österreich ist es voerst noch kein Thema

Beim Forum BizTravel des fvw-Kongresses Mitte dieser Woche in Köln stand u.a. das Thema „Einkaufsbündelung“ zur Diskussion. Hintergrund: Um bei Verhandlungen mit Leistungsträgern stärker auftreten zu können, schließen sich Unternehmen mit ähnlichen Strukturen zu Allianzen zusammen. Dabei geht es zunächst um niedrigere Preise. „Die sind das ausschlaggebende Kriterium“, wie Marcus Scholz, Travel Manager der Dürr AG, betonte, die seit elf Jahren Teil der Einkaufsallianz AEV ist, in der sich acht Unternehmen zusammengeschlossen haben (darunter auch Andritz). Statt allein will man so Verträge mit Anbietern im Bündnis schließen.

Wobei es nicht ausschließlich um Preise geht, wie Jörg Gerhardt, Travel Manager des Chipherstellers Infineon (er hat vor eineinhalb Jahren gemeinsam mit Geschäftsreise-Planern des Optikkonzerns Carl Zeiss und von weiteren Firmen eine Einkaufsallianz gegründet), betont. Gerhardt: „Auch für die Leistungsträger muss ein solches Bündnis Vorteile bringen.“ Die sind u.a. durch einheitliche der Prozesse der Allianz-Partner möglich, die so ihre Effizienz erhöhen können, etwa durch Harmonisierung der Abläufe, wie Buchung, Abrechnung und Bezahlung. „Davon profitieren auch die Anbieter“, so Gerhardt.

Ihre ersten Gehversuche startete die Geschäftsreise-Allianz rund um Infineon und Carl Zeiss bei Verhandlungen mit Mietwagenanbietern. Zunächst wurden die bisherigen Konditionen der Allianz-Partner abgeglichen, dann erfolgte die gemeinsame Ausschreibung und am Ende erhielten zwei Anbieter den Zuschlag für die gesamte Einkaufsallianz.

Ein Vorteil für die Leistungsträgerbei der Zusammenarbeit mit den Allianzen ist, dass es nicht so große  Volumenschwankungen gibt, wie bei Einzelverträgen. Dort können Schwankungen bis zu 30 Prozent auftreten, etwa wenn ein großes Projekt platzt. „Ein Bündnis gleicht das meist aus“, so der Infineon-Manager Gerhardt, was eine bessere Planbarkeit für die Leistungsträger bringt.

Noch hält sich die Zahl der Bündnisse im Travel Management in Grenzen. In Deutschland gibt es neben dem erwähnten Bündnis AEV und jenem von Infineon, Carl Zeiss & Co noch den United Market Square (UMS),  dem Konzerne wie Accenture, Gea, Lilly und MAN angehören. Auch die Bereiche, in denen die Allianzen tätig sind, decken noch bei weitem nicht das gesamte Einkaufs-Spektrum im Travel-Management ab. Neben Mietwagen erstreckt sich die Zusammenarbeit bei AEV etwa auch auf Konditionen für Flugfracht, demnächst geht es um Leasing-Fahrzeuge. Doch bald werden auch Firmenkreditkarten, Vereinbarungen mit Hotelketten oder Smartphone-Verträge auf dem Prüfstand stehen.

Wichtig ist, so das Credo bei der Diskussion auf dem fvw-Kongress, dass alle Allianz-Partner ein gemeinsames Ziel verfolgen und gegenüber dem Leistungsträger geschlossen auftreten. „Es kommt mal vor, dass welche ausscheren, aber die holen wir dann zurück“, erzählte Dürr-Travel Manager Scholz.

In Österreich gibt es derartige Einkaufsallianzen noch nicht, wie der Präsident der abta (Austrian Business Travel Association), Hanno Kirsch, auf Anfrage der T.A.I. mitteilte. Vorerst stellt dies auch für die abta (noch) kein Thema dar: „Realistisch in den nächsten zwölf Monaten noch nicht, wir haben eine lange Liste, die wir davor noch abarbeiten müssen.“ Doch zumindest mit Andritz – der Maschinenbauer hat seinen Sitz in Graz – besteht als Teil der Einkaufsallianz AEV ein erster Ansatzpunkt.

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