Tourismus-Praktikum als Wechselbad der Gefühle
Teil 2: FH-Studenten sammeln nicht immer nur positive Erfahrungen – wertvoll für die Zukunft sind aber auch die anderen
Ein Studententrio von der FH Wien Tourismus-Management plaudert aus dem Nähkästchen. In der vorigen Ausgabe der T.A.I. erzählten Christina Radinger, Martin Schranz und Christiane Schaunig – alle drei befinden sich zur Zeit im fünften Semester des Bachelor-Studiums – über ihre Beweggründe, diese Ausbildung anzustreben und ob ihre Erwartungen bis dato erfüllt wurden. Diesmal geht es um die Praxiseinsätze im Ausland, die Qualität der Vortragenden und die künftigen Karrierepläne.
Den Vortragenden streuen alle drei Rosen. „Der Stundenplan ist sehr abwechslungsreich und auch die Lektoren sind direkt aus dem wirtschaftlichen Leben“, meint Christina Radinger. Dadurch können sie, wie Martin Schranz, ergänzt, „meistens einen guten Praxisbezug herstellen und mit Beispielen die Theorie vereinfachen bzw. auflockern.“ Bei vielen Vortragenden hat er zudem gemerkt, „dass ihnen ihre Arbeit am Herzen liegt und sie gerne ihr Wissen an uns vermitteln.“
Nicht „alle Vortragenden an der FH-Wien in einen Topf werfen“ will Christiane Schaunig. Aber auch sie sieht den Praxis-Bezug als enormen Vorteil an, da den Studenten so „mehr als ‘nur’ Theorie“ beigebracht wird und die Vorlesungen bzw. Lehrinhalte mit Praxisbeispielen aufgelockert werden.
Für alle FH-Wien Tourismus-Management Studenten galt es, im vierten Semester ein Pflichtpraktikum im Ausland zu absolvieren. Das ist oft mit zahlreichen Bewerbungen, vielen Absagen und auch Kompromissen verbunden. „Da die FH-Wien allerdings über einige Kontakte von Praktikumsbetrieben verfügt, war es keine unlösbare Aufgabe“, sagt Christina Radinger, die ihr Praktikum in Spanien absolvierte. Ihre Erfahrung dabei: „Natürlich ist eine Praktikumszeit nicht immer leicht. Vor allem im Ausland stellen sich oft Dinge schwieriger dar, als sie vielleicht in der Heimat wären. Allerdings bin ich der Meinung, dass man immer und überall dazulernt, und auch nicht unbedingt nur positive Erfahrungen dazu beitragen, sich zu verbessern und für die zukünftige, berufliche Laufbahn wertvolle Erfahrungen zu sammeln.“
Martin Schranz absolvierte sein Auslandspraktikum in einer Incoming Agentur in Irland. Für ihn war es „eine wertvolle Erfahrung, die ich auf keinen Fall vermissen möchte. Das halbe Jahr hat mir gezeigt, dass ich das richtige Studium gewählt habe und ich meine Zukunft eindeutig in dieser Branche sehe. Ich habe viel über den Tourismus gelernt, aber auch über mich selbst.“
Die intensivste Erfahrung mit Praktika aufgrund ihrer Zeit vor der FH-Wien hat Christiane Schaunig (Restaurant in Zürich, sowie Arbeit auf Saison in einem Hotel in Sölden). Ihr Auslandspraktikum machte sie auf Bali und sie ist begeistert: „Ich habe tolle Erfahrungen für meine berufliche sowie private Zukunft gemacht.“
Womit der letzte Punkt in der Befragung angeschnitten ist: Wie stellen sich die drei (ihr Bachelorstudium ist im Juni 2010 abgeschlossen) ihre weitere Karriere vor? Christina Radinger will noch weiter studieren: „Ich werde mich auf der FH-Wien für den Masterstudiengang bewerben und hoffe dort meine berufsbegleitende Ausbildung fortsetzen zu können.“ Wo sie allerdings in drei Jahren stehen wird, kann sie noch nicht sagen: „Ich würde sehr gerne in der Tourismusbranche bleiben, aber genaue Vorstellungen habe ich noch nicht. Ich bin gespannt, was beruflich auf mich zu kommt und freue mich auf eine spannende Zeit.“
Auch Martin Schranz hat sich entschlossen, ein Masterstudium zu machen. Auf welche FH er gehen wird, kann er aber noch nicht sagen. „Fest steht für mich aber, dass ich später im Ausland arbeiten will um möglichst viele Erfahrungen zu sammeln“, so Martin Schranz, der aber „nicht für immer im Ausland arbeiten, sondern bei Zeiten, nach Österreich zurückkommen“ will.
Christiane Schaunig hingegen zieht es zunächst in die Praxis. Sie will nach dem Bachelor-Abschluss „gerne mehr Erfahrungen in der Hotellerie sammeln“ und ihre Sprachkenntnisse ausbauen. Schaunig: „Sehr interessieren würde mich ein Praktikum im Bereich Management, wo ich vertiefenden Einblick in alle Bereiche des Managements eines Hotels bekomme.“ Eventuell wird sie danach wieder zurück an die FH-Wien kommen, um den Masterstudiengang zu absolvieren: „Ich glaube, mit viel Motivation und Ehrgeiz wird dies zu einer guten Grundlage für meine Zukunft im Tourismus.“
„Executive Club“ als Brücke zur Praxis
Bereits an die 2.800 Absolventinnen und Absolventen hat die FH Wien bisher hervorgebracht, darunter ein Großteil im Bereich Tourismus, der seit 1994 mit dem damaligen Diplom Studiengang Tourismus-Management die Keimzelle bildete. Seither wurden weitere sieben Diplom-Studiengänge ins Leben gerufen, die per 2007 auf das internationale Bachelor- und Mastersystem umgestellt wurden (als erstes jener im Bereich Tourismus-Mana-gement).
Dieses neue Masterstudium (vier Semester, Voraussetzung ist der Bachelor) wurde gemeinsam mit der Tourismuswirtschaft entwickelt. Mit dieser bestehen auch zahlreiche Kooperationen, wie z.B. der „Executive Club“, mit dem Experten aus der Branche die Studenten und Absolventen aktiv unterstützen. Dem „Executive Club“ gehören u.a. Norbert Kettner (WienTourismus), Susanne Kraus Winkler (Kohl & Partner), Manfred Mayer (Arcotel), Reinhard Mücke (Tourismusbank), Hans Jürgen Pfisterer (Nethotels), Franz Sattlecker (Schloss Schönbrunn) und Helmut Zolles (Zolles & Edinger) an.


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