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Die Zukunft des Tourismus

Gemeinsamer Aufbruch in eine unbekannte Zeit

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Prof. Gerhard  Skoff, Präsident der Internationalen touristischen Werbegemeinschaft „Die Donau“

Vorweg „Happy Birthday“ T.A.I.! Es gibt Jahre, die im Rückblick leer und unbedeutend erscheinen. Und es gibt Jahre wie 1970, so voller Geschehnisse und nachhaltiger Ereignisse. Ich glaube, es ist daher auch kein Zufall, dass gerade im Jahre 1970 zwei so wichtige Entscheidungen, die den Tourismus bis heute in Österreich und darüber hinaus so mitentscheidend prägten, wie die erste Ausgabe von „tourist austria international“ und die Gründung der internationalen touristischen Werbegemeinschaft „Die Donau“ in Wien gefallen sind.

Aus meiner Sicht war dies ein Aufbruch in eine neue, unbekannte Zeit –sowohl der Gründer von „tourist austria international“ Dr. Walter Norden, als auch der Initiator der „Werbegemeinschaft der Donauländer“ Sektionschef Dr. Harald Langer-Hansel beschritten damit neue Wege, denn für beide war es ein Wagnis, ein derartiges Unterfangen anzugehen, aber sie waren mutige Visionäre, die daran glaubten, was Philip Kotler viel später zu seinem Credo erhob: dass „der Schlüssel zum Erfolg Partnerschaften und Networking sind“. Beides für die damalige Zeit ein „Fremdwort“ – aber Norden und Langer-Hansel haben intuitiv richtig gehandelt: „Yes, we can!“ Sie hatten Mut, sie glaubten an Information und Kooperation als wichtigste Ressourcen des Tourismus, über alle Grenzen und Barrieren hinweg.

Es war beiden wichtig, Beziehungsnetze aufzubauen, sie zu leben und Partner für eine gemeinsame Idee, für den Aufbruch in eine interessante Zukunft  zu gewinnen. Oder:
Denn es war nämlich auch an der Zeit, dass „die von Kriegen und Krisen geschüttelte Donau – einmal positiv für das Miteinander genutzt wird.“ (Vizekanzler a.D Dr. Erhard Busek)

Und so begann es:

Am 22. Mai 1970 ging die nachfolgende APA-Meldung an die Medien:

1203 - Werbegemeinschaft des Donauraumes gegründet Wien 22.5.(APA) – eine Gemeinschaftswerbung des Donauraumes auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs wurde heute im Palais Palffy in Wien bei einer Konferenz  von Vertretern der acht Donauländer: Bundesrepublik Deutschland , Österreich, CSSR, Ungarn, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien und Sowjetunion gegründet, die nach bereits bestehenden Vorbildern geschaffene Gemeinschaftswerbung soll zunächst in Übersee tätig sein und auch konkrete Angebote der touristischen Verkaufswerbung umfassen. Die Tagung fand auf Einladung des Geschäftsführers der österreichischen Fremdenverkehrswerbung, Ministerialrat Dr. Harald Langer-Hansel statt, der einhellig von den Vertretern aller acht Länder zum Vorsitzenden der Werbegemeinschaft gewählt wurde. Unter den Konferenzteilnehmern befanden sich weiters u.a. der Geschäftsführer der nationalen Fremdenverkehrsorganisation der Bundesrepublik Deutschland, Ministerialrat Günther Spazier, der Generalsekretär des nationalen Fremdenverkehrsrates von Ungarn, Dr. Tamas und der Vizepräsident des Fremdenverkehrsamtes von Bulgarien, Draganov.

Die Gründungsversammlung fand im traditionsreichen Palais Palffy in Wien statt, anwesend waren außer den in der apa-Meldung genannten:

aus Jugoslawien:
Bogoljub Starcevic, Präsident des Fremdenverkehrsverbandes Belgrad, Miodrag Stojanovic, Bundeswirtschaftskammer Belgrad, und Marijan Kozuh, Jugoslawische Fremdenverkehrswerbung Wien,

aus Rumänien:
Traian Lupu, Rum.Touristenamt Bukarest und N.Popa vom RumTouristenamt Wien,

aus der CSSR:
Frantisek Kovac, Slowakischer Nationalrat/Fremdenverkehrsausschuß und Dipl.Ing. Ludovit Haeberle, Slowakischer Fremdenverkehrsausschuß Bratislava,

aus der UDSSR:
Gennadij Dolmatow, Inturist Gesellschaft f.Fremdenverkehr in der UdSSR, Vertretung Wien

und aus Österreich:
Dr.Helmut Zolles, Österreichische Fremdenverkehrswerbung sowie Dr.Sonja Jordan und Dr.Elisabeth Zaunbauer als „fremdsprachige Assistenz“

Und im Protokoll dieser 1. Besprechung wurde u.a. festgehalten:

Der Geschäftsführer der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung, Ministerialrat Dr. H. Langer-Hansel begrüßt die Erschienenen und dankt ihnen für das Zustandekommen des Gesprächs, das die Schaffung einer touristischen Donauraum Werbegemeinschaft zum Ziele hat. Er begründet die Initiative der Einladung zu diesem internationalen Gespräch wie folgt:

Die technische, vor allem aber die flugtechnische und strukturelle Entwicklung des internationalen Tourismus zeigt unverkennbar die Tendenz zur Bildung von touristischen Zonen und in der Folge touristische Werbegemeinschaften in- und außerhalb Europas. Es wird auf die Zusammenarbeit des skandinavischen Raumes, der Beneluxstaaten, auf die Alpenraumwerbung der ganz oder teilweise im Alpenraum befindlichen Staaten als Beispiel hingewiesen, sowie etwa auf die Gemeinschaftswerbung des karibischen Raumes, der südostasiatischen und pazifischen Länder etc.

Eine Zusammenarbeit in werblicher, touristischer und dabei übernationaler Form erscheint begründet in einer Zeit der Steigerung des touristischen Anbots außerhalb Europas, um intensiver für eine Gruppe von Ländern, die für eine Zusammenarbeit innerhalb eines touristischen Großraumes prädestiniert sind, zu werben. Dies gilt besonders auch deshalb, weil Überseetouristen nur sehr selten an dem Besuche eines einzigen Landes interessiert sind, sondern vor allem an der Bereisung einer größeren Anzahl von Ländern, nicht zuletzt, wenn sie von touristischer Seite entsprechend angeboten werden.


Interessant ist es auch, im 1. Protokoll die Wortmeldung von Herrn Kovac (Bratislava) nachzulesen:

Herr P. Kovac warnt davor, das Budget zu niedrig anzusetzen, um nicht auf diese Weise den Erfolg der Gemeinschaftswerbung von Anfang an in Frage zu stellen.

Im Anschluss an die Generaldebatte wird beschlossen die proponierte „Touristische Donauraumwerbegemeinschaft“ zu gründen und den Geschäftsführer der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung, Dr. Harald Langer-Hansel zum Vorsitzenden zu wählen.


Somit war  „Die Donau“ geboren.  Auch „tourist austria international“ wurde um diese Zeit aus der Taufe gehoben. Langer Hansel leitete die Arbeitsgemeinschaft noch bis 1982, dann folgte Dr. Helmut Zolles bis 1993, Dr. Klaus Lukas bis 1995 und seit 25. November 1996 darf ich die Geschicke der inzwischen in „Die Donau-Internationale Touristische Werbegemeinschaft / Danube Tourist Commission“ umbenannten Arbeitsgemeinschaft leiten.

Für die Lebendigkeit, den Zusammenhalt und die feinfühlige Führung zeichnet die, 1984 zur Generalsekretärin ernannte Ursula  Deutsch verantwortlich.  Heute ist die Donau Marktführer unter den Flusskreuzfahrts-Destinationen weltweit, die Donau-Werbegemeinschaft steht für Kompetenz, Akzeptanz, Wissensvermittlung, sie hat durch ihre Aktivitäten wesentlich zur Verbesserung der wirtschaftlichen Wertschöpfung an den Ufern des Flusses beigetragen.

Mit der Eröffnung des Main-Donaukanals 1992 war es möglich, von Amsterdam bis ins Donaudelta zu reisen. Mit Jahresthemen und vielen anderen Werbe- und Verkaufsmaßnahmen gelang es, die Saison für die Kabinenschifffahrt auf der Donau auf 240 Tage im Jahr zu erstrecken.

Der Donauradweg führt teilweise bereits bis ins Donaudelta, in Österreich allein sind jährlich rund 240.000 Radfahrer unterwegs.

Mit der „wanderbaren Donau“ wurde ein jetzt sehr aktueller Trend von der Donauwerbung schon frühzeitig aufgespürt, mit der Definition des Wirkungsgebietes der Donauwerbung von 70 Kilometer an jedem Ufer wurde eine wichtige Maßnahme zur Identität der „touristischen Donauregion“ gesetzt.  
„tourist austria international“, mittlerweile in „T.A.I.“ umbenannt, wird von Mag. Christopher Norden in die Zukunft geführt.

Neues zu tun, Altes zu vermitteln, Sehnsüchte erzeugen und der Donauregion ein Gesicht zu geben – damit trifft man den „Zeitgeist des Reisens“.

Wir alle können stolz sein auf das Geleistete und Erreichte, aber es gibt keinen Grund sich auszuruhen, hat sich doch auch die Donau einer Mitbewerbersituation zu stellen– denn in der Mitte Europas soll etwas Neues, Gemeinsames, für alle Bedeutendes – die Tourismusregion Nummer 1 entstehen.

Die Erinnerung zu bewahren, von der Herkunft zu wissen, ist etwas Schönes, die Herausforderung von Morgen anzunehmen, das sehen wir als unsere Aufgabe an. In diesem Sinne, ad multos annos für die Geburtstagskinder!

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