Gebrauchsanweisung
Wenn immer die Rede von der Internationalisierung des Gästeaufkommens ist, sind sich alle Beteiligten an der Diskussion einig: Wir brauchen sie. Dringend. Was die Methoden betrifft, gehen die Meinungen auch nicht wirklich weit auseinander. Es muss ein qualitätsmäßig passendes Angebot für das jeweils ins Auge gefasste Publikum geben, ferner Sprachkenntnisse und endlich die Bereitschaft, auf Vorlieben und Gewohnheiten der Gäste aus anderen Kulturkreisen einzugehen, ohne darüber gleich die Erdung in der eigenen Region zu verlieren.
Bei der Bewältigung dieser Hausaufgaben hat sich die heimische Tourismuswirtschaft in den langen Jahren ihres erfolgreichen Bestehens als erstaunlich flexibel und einfallsreich erwiesen. Was zu einem durchschlagenden Erfolg aber unbedingt noch gehört, entnehmen wir einem Gespräch der APA mit dem ÖW-Marktbeauftragten für die arabische Halbinsel, Klaus Ehrenbrandtner: Nicht nur freut er sich über die Tatsache, dass im abgelaufenen Jahr zum ersten Mal mehr Araber nach Österreich als in die Schweiz gekommen sind (wozu der überstarke Franken sicherlich einiges beigetragen hat); er hebt auch ganz klar hervor, welchen Stellenwert gute Flugverbindungen für die Ankurbelung der Gästeströme aus fernen Ländern spielen: 2002 hat es gerade einmal drei Flüge pro Woche aus den arabischen Golfländern direkt nach Wien gegeben – zur Zeit sind es schon 27. Darüber hinaus sind auch die Visaformalitäten erheblich vereinfacht worden: Mussten bis vor kurzem die Touristen für ihren Sichtvermerk bis zu 1.000 km weit fahren, wurden nunmehr mehrere Antragsstellen eröffnet. Ähnliches ist schon in Russland und Südafrika passiert. Das entspricht einem lange und vehement vorgetragenen Wunsch der Tourismuswirtschaft und wurde nur möglich, weil das österreichische Außenamt offenbar von den Segnungen des Outsourcings der Visaerteilung an private Firmen überzeugt werden konnte.
Die Gebrauchsanweisung für die Voraussetzung erfolgreicher Internationalisierung unseres Tourismus kann somit auf die Grundformel Flugverbindungen + bequeme Visaerteilung reduziert werden. Erst wenn beides gegeben ist, sind Marketingmittel, die selbstverständlich nicht zu knapp sein dürfen, sinnvoll eingesetzt. Im Weiteren ist dann auf die Attraktivität Österreichs und die erprobte Stärke seiner gastlichen Häuser, seiner Incoming Reisebüros und seiner Tourismusmanager wie auch bisher schon Verlass.


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