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Rangreihenkaiser

Der Jahresbeginn ist traditionell auch die Zeit der Rankings, die von den diversesten Stellen publiziert werden. CNN hat auf seinem Reiseportal die attraktivsten Reiseziele veröffentlicht, darunter die Ukraine und Polen, weil sie  gemeinsam die Fußballeuropameisterschaft EURO 2012 austragen werden. Beide Länder rangieren gleich hinter der Antarktis, die mit einer originellen Begründung als Muss für jeden Reisenden empfohlen wird, der das Besondere sucht: Nachdem sich die Südspitze des Globus infolge des Klimawandels total verändern wird, sollte man sie besuchen, solange sie noch da ist. Eine Reisemotivation, die bis dato Venedig exklusiv für sich in Anspruch genommen hat, versinkt es doch langsam aber stetig in seiner Lagune, falls nicht irgendeinem schlauen Techniker noch eine halbwegs erschwingliche Lösung des Problems  einfällt.

Laut einer Untersuchung des schweizerischen Konjunkturforschungsinstituts Bakbasel im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft hängt Österreich die Eidgenossenschaft im Ganzjahres- und Wintertourismus ab. Bewertet wurden Übernachtungen, Kapazitätsauslastung und Ertragskraft der Tourismuswirtschaft, womit der tirolerischen Region Serfaus-Fiss-Ladis der Siegesplatz nicht zu nehmen war. Über weitere Spitzenlätze dürfen sich das Kleinwalsertal, Rennweg am Katschberg, Lech-Zürs, Salzburg und das Großarltal freuen. Wenn es sich auch um eine stille Freude handeln wird, weil sich Gäste bei ihrer Reiseplanung  weniger von Ranglistenplätzen als viel mehr durch Empfehlungen von Freunden und Bekannten und Bewertungsplattformen im Internet beeinflussen lassen. Nicht zu vergessen der erwartete Komfort und ein als angemessen empfundener Preis. Gerade die Wichtigkeit guter Hotelangebote in an und für sich reizvollen, bisher aber noch nicht stark nachgefragten Gegenden wird durch die jüngste Destinationsstudie der ÖHV bewiesen: Unter den 10 Regionen, die zwischen 2005 und 2010 die größte Entwicklungsdynamik gezeigt haben, tauchen hinter Tourismusgiganten wie dem Zillertal, Wien und der Stadt Salzburg auch das Waldviertel, die Wiener Alpen in Niederösterreich und das Mühlviertel auf. Hier wurde in den letzten Jahren einiges in qualitätsvolle Beherbergungsbetriebe investiert, was die Kundschaft offenbar auch honoriert. Es gibt eben selbst im hochentwickelten Tourismusland Österreich noch  Gegenden, die eher ein Angebots- als ein Nachfrageproblem haben. Natürlich spielt die Nachbarschaft zu städtischen Zentren in allen drei genannten Fällen eine ganz wichtige Rolle. Nähe zum Markt  ist auch in Zeiten der Globalisierung noch immer eine der stärksten Antriebskräfte im Tourismus. Man darf sich allerdings nicht ausschließlich darauf verlassen.

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