• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
Prev Next

Einfach zum Nachdenken

Spannend wie ein Krimi – so liest sich die Story über die rasante Entwicklung der Buchungsplattformen in dieser Ausgabe. Viel ist in den zurückliegenden vier Wochen über Online Travel Agents sowie die zunehmende Abhängigkeit der Hotellerie von ihnen geschrieben und diskutiert worden. Die Umsatz- und Gewinnzahlen, die von T.A.I. für den Beitrag auf Seite 9 zusammen getragen wurden, lassen einem den Mund trocken werden. HRS, derzeit Feindbild der Hotellerie im deutschsprachigen Raum, mutiert dabei umgehend zum Zwerg. Die Übermacht der drei Riesen – Priceline, Expedia und Sabre Group – ist enorm, jene ihrer Hotel-Buchungsplattformen ebenso, allen voran Booking.com (Hälfte aller OTA-Hotelbuchungen in Europa!) und Hotels.com.

 

Versuche der Hotellerie, durch selbst initiierte Portale mit niedrigeren Provisionen gegenzusteuern, wie durch Mybesthotelrate.com oder Roomkey.com, sind vorhanden, doch nach Ansicht von Online-Experten trotz der Hotel-Giganten, die dahinter stehen, chancenlos. Gegen die Werbe-Milliarden, die von den Riesen mittlerweile in die Schlacht geworfen werden, können sie wenig ausrichten. Es gibt zwar Beispiele, bei denen Hotels gänzlich ohne Buchungsplattformen reussieren, wie etwa der Stanglwirt in Going oder das Ötztaler Hotel Edelweiss&Gurgl, doch so sehr sie als Vorbild dienen sollten, bilden sie die Ausnahme und werden es auch bleiben. Für die Mehrheit wird auch künftig die Präsenz auf den Buchungsplattformen unerlässlich sein – nicht zuletzt aufgrund dessen, was im Fachjargon als Billboard-Effekt bezeichnet wird: Laut einer Studie von Chris Anderson, Cornell School of Hotel Administration, buchten 62 Prozent jener Personen, die das Profil eines Hotels auf der Webseite eines Online Travel Agents entdeckt hatten, direkt auf der Hotelwebseite. Werbung und Buchung für das Hotel, kein Cent für die Plattform. HRS-Chef Tobias Ragge begründet unter anderem damit auch die Provisionserhöhung.
Der globale Trend ist klar: In den kommenden Jahren wird es zu einer weiteren Konsolidierung bei den OTAs kommen, durch Fusionen und durch Übernahmen. Womit sich zwangsläufig die Frage stellt: wie lange wird beziehungsweise kann der Block HRS/hotel.de/Tiscover als einzig verbliebenes im deutschsprachigen Raum ansässiges Buchungsportal noch seine Unabhängigkeit bewahren, bis es von einem der Riesen geschluckt wird? Oder anders herum gefragt: Ist es wünschenswert, dass auch diese Buchungsplattform von einem der OTA-Riesen aufgeschnupft wird?
Die Antworten darauf kann sich jeder selbst geben. Je nachdem wie sie ausfallen, soll dann jeder über seine Zusammenarbeit mit HRS entscheiden. Die Jubelschreie nach dem Abverkauf von Tiscover vor vier Jahren hielten sich hierzulande jedenfalls in Grenzen, erlaubt sich zu erinnern der

 

Lupo

Add comment

Diskutieren Sie mit auf TAI.at! Bitte halten Sie die Netiquette ein und diskutieren Sie sachlich und respektvoll.

Wenn Sie als Benutzer auf TAI.at registriert sind, werden Ihre Kommentare automatisch und umgehend freigeschalten. Kommentare nicht registrierter Benutzer werden vor Erscheinen geprüft.

Wir behalten uns vor, Postings mit Werbung, Spam, Verunglimpfungen, Beleidigungen, etc. zu löschen.

Security code
Refresh

Suche auf TAI.AT