• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
Prev Next

Katerstimmung nach Super-Jahr in Südtirol

Italiens Sparpaket bringt den Tourismus in eine schwierige Lage – Barzahlung nur mehr bis 1.000 Euro – Immobiliensteuer drastisch erhöht

„Vor ein paar Monaten hätte ich noch gesagt, der Tourismus in Südtirol hatte ein gutes Jahr 2011 und rechnet für heuer mit einer Fortsetzung dieser positiven Entwicklung. Seit Italiens neuer Regierungschef Monti sein Sparprogramm präsentiert hat, würde ich das so nicht mehr sagen.“ Walter Meister, Präsident des Südtiroler Hotelier- und Gastwirteverbandes (HGV), gab mit seiner Grussbotschaft beim ÖHV-Kongress in Schladming einen kurzen Lagebericht aus dem südlichen Nachbarland.

 

 

Die Ausblicke sind wenig rosig. So ist künftig generell Barzahlung nur mehr bis zu einem Betrag von 1.000 Euro erlaubt. Für die Gäste aus verschiedenen Herkunftsländern ist das ein Anlass zur Flucht in andere Länder: Russische Gäste zum Beispiel sind es gewohnt, mit Geldbündeln zu reisen und auch hohe Rechnungen bar zu bezahlen. Das spürt nicht nur die Hotellerie, sondern beispielsweise auch Juweliere. Manche haben bereits Filialen in Innsbruck gegründet, um solche Geschäfte abzuwickeln. Hoteliers können das nicht.

Die nach der Fläche berechnete Immobiliensteuer wurde zum zweiten Mal drastisch erhöht: Für das gleiche Hotelgrundstück ist sie von ursprünglich 25.000 Euro zunächst auf 50.000 und nun auf weit über 100.000 Euro gestiegen – unabhängig davon, ob das Unternehmen Gewinn oder Verlust macht. Da die Gemeinden die Hälfte dieser Einnahmen kassieren, kam von ihrer Seite auch kein Widerstand.

Alle Landesbudgets müssen linear um 10 Prozent gekürzt werden. Südtirol ist die einzige Region ohne Schulden, muss aber diesen Budgetanteil trotzdem blockieren.

„Die ersten Auswirkungen sind bereits erkennbar, über Weihnachten war die Hälfte der Betriebe nicht voll ausgelastet, der Umsatz blieb um 10 Prozent unter dem Vorjahr“, schilderte der HGV-Präsident die Situation. In Südtirol hat der Tourismus einen BIP-Anteil von 15 Prozent, wenn man die Multiplikatorwirkung auf andere Branchen mit einrechnet, sind es 50 Prozent. Dass diese tragende Säule der Wirtschaft durch ein Sparpaket so geschwächt wird, findet wenig Verständnis. „Die Situation wird schwierig“, meinte Walter Meister.

Starkes Jahr mit einigen Rekorden

Laut Landesinstitut für Statistik (ASTAT) ist die Zahl der Ankünfte im Sommerhalbjahr 2011 im Vergleich zu 2010 um 4,2 Prozent gestiegen, während die Übernachtungen um 3,0 Prozent zugelegt haben. Absolut gesehen übersteigen die Ankünfte erstmals die Grenze von 3,5 Millionen, während die Übernachtungen die Schwelle von 18 Millionen streifen – ein bisher unerreichtes Ergebnis. Einen Rekord stelle auch das Tourismusjahr November 2010 bis Oktober 2011 auf: die fast 6 Millionen Ankünfte bedeuteten ein Plus von 2,5 Prozent und die 29 Millionen Übernachtungen einen Zuwachs von 1,2 Prozent.

Add comment

Diskutieren Sie mit auf TAI.at! Bitte halten Sie die Netiquette ein und diskutieren Sie sachlich und respektvoll.

Wenn Sie als Benutzer auf TAI.at registriert sind, werden Ihre Kommentare automatisch und umgehend freigeschalten. Kommentare nicht registrierter Benutzer werden vor Erscheinen geprüft.

Wir behalten uns vor, Postings mit Werbung, Spam, Verunglimpfungen, Beleidigungen, etc. zu löschen.

Security code
Refresh

Suche auf TAI.AT