Incoming aus UK: Hoffen auf die Trendwende
Beim World Travel Market in London gab es erste Signale, dass es 2012 erstmals seit Jahren wieder aufwärts gehen könnte
Der viertgrößte Outgoing-Markt der Welt (hinter Deutschland, den USA und China), Großbritannien, ist in den zurückliegenden drei Jahren ordentlich unter die Räder gekommen. 2009 am Höhepunkt der damaligen Finanz- und Wirtschaftskrise, sank das Volumen an Auslandsreisen um 11,8 Prozent, im Vorjahr ging es weiter mit 6,2 Prozent abwärts und auch heuer sollte laut Prognosen noch ein Minus von 1,6 Prozent unter dem Strich stehen, mit um die 54 Millionen Auslandsreisen. Ds sind um 13 Millionen weniger, als noch vor vier Jahren. Die Tourismusbranche blickte deshalb Anfang November mit großem Interesse nach London, wo mit dem World Travel Market (WTM) eine der wichtigsten B2B Fachmessen Europas über die Bühne ging. Mit dabei waren 28 österreichische Aussteller, die den rund 26.000 Fachbesuchern am ÖW-Stand ihre Produkte und Destinationen präsentierten. Die Österreich Werbung (ÖW) nutzte die Gelegenheit, um das aktuelle Stimmungsbild der britischen Tourismusbranche einzufangen.
Einhelliger Tenor: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen herrscht positive Stimmung in Bezug auf das Incoming aus Großbritannien. „Wir blicken auf eine gute Wintersaison. Unser neues Chalet Hotel in St. Christoph ist bereits sehr gut gebucht. Deshalb haben wir uns entschlossen, 2012/13 weitere Chalet Hotels in Österreich in unser Programm aufzunehmen“, meinte Louise Newton, Marketing Managerin bei Inghams, einem der wichtigsten britischen Reiseveranstalter.
Gordon Ritter, Purchasing Director, Crystal, Thomson & First Choice (TUI Travel PLC) nutzte den WTM um sich mit österreichischen Partnern über Zukunftsprojekte auszutauschen: „TUI Travel PLC hat die Flugkapazitäten nach Innsbruck und Salzburg für die kommende Wintersaison ausgeweitet. Wir gehen davon aus, dass sich der Trend zu kurzfristigen Buchungen fortsetzt. Auch die Sommerangebote für 2012 werden, zum einen aufgrund des früheren Produktlaunches, aber auch wegen der wettbewerbsfähigen Preise, bereits nachgefragt. Der WTM hat uns ein gutes Gefühl für den Markt im Alpenraum gegeben und hilft uns kurz, mittel- und langfristig zu planen.“
Die Österreich Werbung London erntete Lob für ihre seit 2010 erfolgreich umgesetzte Sommerkampagne „Austria’s Hidden Treasures“. „Die Kampagne „Austria’s Hidden Treasures“ funktioniert hervorragend. Neben den traditionellen Komponenten wie den Printbeilagen, die mit Liebe zum Detail und guter Qualität einen sehr hohen Standard bieten, wird auch Social Media mit Videos und Blogbeiträgen sehr gut eingebunden,“ bestätigte Alastair McKenzie, Vize-Präsident der British Guild of Travel Writers und Mitglied der Travelblogger und Social Media Community.
„Die positiven Rückmeldungen unserer Partner am britischen Markt bestätigen uns, dass wir mit unserer Marktstrategie und unseren Kampagnen auf dem richtigen Weg sind. Auch wenn wir schon wirtschaftlich bessere Zeiten erlebt haben – gerade jetzt müssen wir hier präsent sein und gemeinsam mit unseren österreichischen Partnern an einem Strang ziehen“, so Herwig Kolzer, ÖW Region Manager Großbritannien, Dänemark und Schweden.
Großbritannien ist nach Deutschland der zweitgrößte Outgoing-Markt in Europa und mit rund 730.000 Ankünften im Jahr 2010 der viertwichtigste Auslandsmarkt für Österreich. 2011 lassen die Ankünfte mit rund 535.000 (Jänner bis August, -3,3 %) – nach dem durch Oberammergau bedingten Zwischenhoch im Vorjahr – auf ein Ende der Talfahrt hoffen. So punktet Österreichs Tourismus mehr denn je mit hervorragender Angebotsqualität und einem im Vergleich zum Mitbewerber ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis. Sowohl für die anlaufende Wintersaison, als auch für
die nächste Sommersaison wird mit einer gesteigerten Nachfrage nach Österreich gerechnet.
Incoming aus UK auf Talfahrt
Das britische Brutto-Inlandsprodukt war seit dem zweiten Quartal 2008 bis zum letzten Jahresviertel 2009 negativ, was sich auf ein Minus von 6,7 Prozent summierte. Seither dümpelt die Wirtschaft auf Wachstumswerten zwischen 0,1 und 0,6 Prozent dahin (vor einem Jahr war sie sogar wieder im Minus). Das Pfund verlor im Vergleich zum Euro bis zum Höhepunkt der Krise 2009 gegenüber 2005 rund ein Viertel seines Wertes, seither hat es sich lediglich um 5 Prozent erholt. In diesem Zeitraum gingen die britischen Nächtigungen in Österreich um rund 250.000 auf 3,253 Millionen zurück. Heuer zeichnet sich ein weiteres Minus um 5 Prozent ab.


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