Stimmungshoch nach Buchungs-Hausse
Angesichts reger Nachfrage herrscht Optimismus am Tagungshimmel – ungeachtet einer sich abschwächenden Wirtschaft
Wenn nächste Woche die access 2011 als zertifiziertes Green Meeting in der Hofburg Vienna über die Bühne gehen wird, präsentieren sich auch die Convention Bureaus der Bundesländer wieder als starke Partner der Tagungsindustrie. Deutet die wirtschaftliche Großwetterlage am Jahreshorizont auch auf neue Quellwolkenbildung hin, erstrahlt das laufende Geschäftsjahr angesichts signifikanter Zuwächse im Kongressbusiness in hellem Glanz.
„Egal ob im Bereich Kongresse, Tagungen oder Incentives: Die Nachfrage ist im Jahr 2011 verglichen zu den beiden Vorjahren stark gestiegen“, freut sich etwa Peter Pühringer, Themenmanager Geschäftstourismus, auf die access 2011, auf der sich das Convention Bureau Oberösterreich mit zehn Leitbetrieben präsentieren wird. Trotz der wenig erfreulichen Wirtschafts-Prognosen für 2012 hat man in OÖ hohe Erwartungen ins nächste Jahr: „Wir möchten dort anschließen, wo wir in diesem Jahr aufhören, dementsprechend hoch sind unsere Ziele.“ Auch von der access selbst, die in den letzten Jahren so erfolgreich für Oberösterreich war, erwarte man sich wieder einiges für die nächsten beiden Jahre.
Ausgezeichnet laufe das Tagungsbusiness heuer auch in Graz, berichtet Heinz Kaltschmidt, der das Convention Bureau der Murstadt leitet. Ein Nächtigungsplus von 11,7 Prozent in den ersten acht Monaten katapultierte die Ergebnisse sogar über die Rekordwerte von 2003, als Graz Europas Kulturhauptstadt war. Mit zirka 12 Prozent ist auch der Anteil der Kongress, Seminar- und Messegäste in Graz ein wesentlicher Bestandteil dieser Entwicklung. Und auch für 2012 seien bereits zahlreiche internationale Kongresse für Graz gemeldet, erläutert Kaltschmidt. Seiner Erfahrung nach ist die Anzahl und Größe von wissenschaftlichen Tagungen nur indirekt von den Wirtschaftsprognosen abhängig. „Am ehesten fürchten Kongresseranstalter, dass ihnen Sponsoren ausbleiben oder abspringen. Wohingegen Firmentagungen, Seminare, Produktpräsentationen, Incentives und Events stark von der Wirtschaftslage und der allgemeinen wirtschaftlichen Stimmung beeinflusst werden.“
Im Salzburg Convention Bureau hat man in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass bedingt auch durch die Wirtschaftskrise Kongresse die großen Gewinner waren: „Gerade Firmenveranstaltungen und Incentives fehlte das Budget bzw. wurden diese nicht mehr so prominent veranstaltet wie in der Vergangenheit“, beobachtet Alfred Wieland, Geschäftsführer Salzburg Convention Bureau. Denn bei Kongressen werde die Kongressgebühr auf viele einzelne Verbandsmitglieder aufgeteilt und gehe nicht wie bei Firmenveranstaltungen zulasten des Budgets eines Unternehmens. Auf Grund seiner Lage und Professionalität blickt man in Salzburg dennoch „selbstbewusst und vorsichtig optimistisch“ in die Tagungszukunft.
„Die wirtschaftliche Situation in Europa können wir nicht ändern, daher werden wir auch im kommenden Jahr verstärkt unsere Hauptmärkte Österreich und Deutschland intensiv bewerben und entsprechende verkaufsfördernde Maßnahmen setzen“, gibt Christine Stelzer, Leiterin Convention Bureau Tirol, die Richtung vor. Als weiterer Schwerpunkt soll auch das Netzwerk zu Universitäten und Wirtschaftspartnern in Tirol ausgebaut werden. Auf der access 2011 ist das Convention Bureau mit dem Panorama Stand im Zeremoniensaal auf 150 m² mit 18 Partner vertreten. Der Gesprächsstoff am Präsentationsdesk dürfte dort nicht ausgehen. Stelzer: „Wir hatten bisher ein sehr bewegtes Jahr, die Nachfrage vorallem im Tagungs- und Kongressbereich ist steigend.“
Ein Plus von 17 Prozent bei den Anfragen konnte gar Andrea Leitner vermerken: „Die Anfragen für Seminare, Tagungen und Kongresse steigen wieder“, freut sich die Geschäftsführerin des Conventionlandes Kärnten. Dort will man sich verstärkt auf Incentives konzentrieren. In diesem Zusammenhang ist auch der Ausbau der Homepage www.erlebnis.kaernten.at und eine Promotiontour 2012 geplant. Laut Andrea Leitner zielt die Strategieänderung des Conventionlandes darauf ab, etwas weniger als Marketingplattform aufzutreten, stattdessen sollen Verkauf & Akquise forciert werden. Darüber hinaus gehe es dort auch um eine Qualitätssteigerung der Partnerbetriebe.
Gemeinsam mit seinen Partnern Festspielhaus Bregenz, Eventschiff MS Sonnenkönigin, Seehotel Am Kaiserstrand in Lochau, dem Martinspark Hotel in Dornbirn und dem Romantik Hotel „Die Krone von Lech“ präsentiert sich Convention Partner Vorarlberg auf der access 2011. Laut Büroleiterin Sabine Künz gab es „bisher im Vergleich zum Vorjahr mehr Anfragen und Buchungen und bei den Veranstaltungen sind die Teilnehmerzahlen gestiegen“. Auch Termine großer Veranstaltungen für 2012 seien bereits fixiert. „Einbrüche könnte es bei Firmenveranstaltungen geben“, befürchtet Künz. Da die Buchungszeiträume in diesem Bereich aber sehr kurzfristig sind, sei es schwierig, derzeit eine Prognose abzugeben.
Mit 14 Wirtschaftstourismus-Spezialisten ist das Convention Bureau Niederösterreich im Rittersaal der Wiener Hofburg präsent. „Erstmals auf der access mit dabei ist das im April eröffnete Hotel Altes Kloster“, betont Tamara Blaschek, Geschäftsführerin Convention Bureau Niederösterreich, die ebenfalls von einer positiven Entwicklung im Bereich Kongresse, Tagungen und Incentives in diesem Jahr berichtet: „Unsere Betriebe sind bis jetzt sehr zufrieden mit der Buchungslage.“ Besonders interessant, insbesondere für Gruppen- und Incentive- Programme, sei speziell in diesem Jahr der Archäologische Park Carnuntum & Kulturfabrik Hainburg als Schauplatz der Niederösterreichischen Landesausstellung.
Mehr über das starke Wiener Kongressjahr ist unter „Wenn Firmen aus der Hüfte schießen“ zu lesen.
Erfolgsgeschichte mit Zukunft
Rund 1.900 Fachbesucher zählte die access im Jahr 2009, etwa 1.800 waren es im Jahr 2010 – eine Zahl, mit der man laut Anmeldestatistik auch bei der access 2011 rechnet, wobei rund 1.500 nationale und 300 internationale Besucher in der Hofburg Vienna erwartet werden. Darüber hinaus wurden die 300 wichtigsten internationalen Entscheidungsträger aus 15 Märkten über das Hosted Buyer Programm eingeladen. Die wichtigsten Märkte sind Österreich, Deutschland, UK und die Benelux-Länder. Die Zahl der Aussteller hat sich seit 2009 auf rund 200 eingependelt. Wie schon im letzten Jahr findet die access 2011 nach den Kriterien des österreichischen Umweltzeichens „Green Meeting“ statt.


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