Mit ihrer Veranstaltung Convention4u lieferte das ACB (Austrian Convention Bureau) zum zweiten Mal den Beweis dafür
Die wichtigsten Akteure, die am Geschehen der heimischen Kongress- und Tagungswirtschaft beteiligt sind, trafen sich am 27. und 28. Juni zur „ACB Convention4u“ in Villach. Ermutigt durch den erfolgreichen Start im vergangenen Jahr im Festspielhaus Bregenz wurde die Convention4u, der „Kongress der österreichischen Kongressindustrie“, diesmal inhaltlich und organisatorisch noch breiter aufgestellt. Mit dem Ziel, wie ACB (Austrian Convention Bureau)-Präsident Christian Mutschlechner betonte, neue Ideen für Kongressveranstalter und Kongressanbieter vorzustellen. So wurden, entsprechend den Grundsätzen der neuen „meeting architecture“, aus klassischen Plenarsitzungen „Wettkämpfe um die Gunst der Zuhörer“, aus einer geordneten Raumbestuhlung gemütliche Sitzgruppen für heiße Diskussionen und aus einem normalen Mittagessen ein „interaktives Outdoor Charity Picknick“ mit Kärntner Flair.
„Wer als Veranstalter von Kongressen und als Anbieter von Kongress-Serviceleistungen überleben will, muss traditionelle Tagungsstrukturen aufbrechen, Inhalte neu inszenieren und das Teilnahmeerlebnis des Kongressbesuchers steigern“, sagte Mutschlechner.
„Mit der ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit stehenden Convention4u geben wir ein praktisches Beispiel dafür, wie flexibel die Kriterien für Green Meetings umsetzbar sind“, erklärte der gegenüber Innovationen aufgeschlossene ACB-Präsident bei einem Pressegespräch im Rahmen der von rund 180 Fachleuten besuchten Tagung. „Mit einem Green Meeting wird sinnvoll gespart, auch beim Kongressbudget. Dafür gibt es in Österreich bereits viele herzeigbare Beispiele. Wir sehen es als unsere Aufgabe, darüber zu informieren und langfristig ein Umdenken der gesamten Tagungsbranche herbeizuführen“, ergänzte ACB-Geschäftsführerin Petra Bauer-Zwinz.
Auf besonderes Echo stieß der Programmpunkt „Amazing Cooking Business“ (das Kürzel ACB gleichsam in neuer Bedeutung). Gemeinsam mit Green Events Austria lud das Austrian Convention Bureau die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei zu einem „Fest der Sinne“. Die Tagungsgäste waren eingeladen, selber Teller mit heimischen Spezialitäten phantasievoll anzurichten und dann andere Teilnehmer damit zu bewirten. „Das waren im wahrsten Sinn des Wortes sinnlich erlebbare Teller. Es ist phantastisch, welche Kreativität die Teilnehmer dabei an den Tag legten“, schwärmte Barbara von Melle, Obfrau von Slow Food Wien, die gemeinsam mit Andreas Birngruber (Chef Partie), Peter Hecht (Bio Austria), Hans Peter Schroff (Holiday Inn Villach) und Rita Trattnig (Lebensministerium) dieses gelungene Experiment begleitete. An die praktische Erfahrung schloss sich eine rege Diskussion: Ist es möglich, Green Catering und Slow Food auf größere Einheiten, sprich Tagungen, zu übertragen? Darauf gibt es, wie Barbara van Melle formulierte, am ehesten folgende Antworten: „Es ist nicht unmöglich, umzustellen. Dies braucht jedoch eine innere Einstelllung, die 365 Tage im Jahr gelebt werden muss. Und drittens“, so die Genuss-Diva, „muss man sich im klaren sein, dass die Sache sehr aufwendig werden kann“.
Nicht nur die Aspekte des Green Meetings beherrschten die zweite Auflage der Convention4u. Mit im Vordergrund stand die Weiterbildung rund um das Thema Verkauf. Damit angesprochen wurden sowohl die Führungskräfte der Branche als auch die zahlreichen jungen Mitarbeiter im boomenden Kongressbusiness. Innovative Impulse in den Bereichen E-Marketing und Social Media lieferte speziell Markus Aulenbach, Geschäftsführer der nextstep consulting GmbH, mit seinen Ausführungen über „nextstep congress solutions“.
Mit großem Interesse aufgenommen wurden die Ausführungen von Keynote-Speaker Ruud Jansen, der eine Lanze für mehr Kreativität im Tagungsgeschäft brach. Man dürfe sich als Veranstalter auch durch Katastrophen oder Terror nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Es ist notwendig, stets einen Plan B und auch einen Plan C (und D) zur Hand zu haben“. In der Realität würden Tagungen oft vorschnell abgesagt, obwohl man kreative Ersatzlösungen finden könnte.
Als Beispiel nannte Ruud Jansen die Schwierigkeiten durch die Aschenwolke. Zahlreiche, zu einer Tagung anreisende Teilnehmer, die auf einem Flughafen festsaßen, wurden mit Hilfe der modernen Medien in die trotz der Schwierigkeiten nicht abgesagte Veranstaltung eingebunden. In anderen Fällen wieder organisierten die gestrandeten Teilnehmer aus dem Stegreif ihren eigenen Kongress auf dem Airport. „Being prepared. Nicht aufgeben, sondern Alternativen suchen“, lautet sein Credo.
In weiteren Referaten ging es um „Rückholköder für lost clients“. Wie kann man verlorene Kunden und verlorenes Geschäft wieder finden? „Sorge dafür, dass der Kunde dich nie vergisst“, sagte der international tätige Berater und Trainer Markus Ehrensberger. „Ein klares Konzept ist das Um und Auf einer erfolgreichen Langzeitbeziehung“. Mitunter würden, wie manche Experten monierten, „Unsummen für Werbung“ ausgegeben, aber dem Kunden, der im Haus ist, zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Die persönliche Ansprache und Kundenpflege sei notwendig, um aus dem Kunden einen „Wiederholungstäter“ zu machen.
Convention4u als Vorzeigebeispiel
Das Austrian Convention Bureau (ACB) ist gemeinsam mit einer Reihe von Mitgliedsbetrieben (Austropa Interconvention, Congress und Messe Innsbruck, Festspielhaus Bregenz, Salzburg Congress und Congress Centrum Alpbach) Lizenznehmer für das Umweltzeichen Green Meetings. Diese durch das Umweltministerium verliehene Auszeichnung kennzeichnet die flexible Umsetzung nachhaltiger Veranstaltungen. Der Fokus liegt nicht auf einem Betrieb, sondern auf der Veranstaltung selbst, der zertifiziert wird. Damit werden die Tagungsveranstalter in die Pflicht genommen, ökologische Verantwortung zu demonstrieren. Die Lizenznehmer dürfen ihrerseits Veranstaltungen mit dem Umweltzeichen Green Meetings zertifizieren.
Das ACB als Initiator der Green Meetings geht mit gutem Beispiel voran und organisiert alle seine Veranstaltungen nach den Vorgaben des Umweltzeichens. So gab es beispielsweise in Kooperation mit den ÖBB für alle Teilnehmer an der Villacher Tagung deutlich ermäßigte Bahn-Tickets, die online unter event.oebb.at abgerufen werden konnten.
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