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Streik (?) in Wien, Showdown im Norden
| Travel - Flug |
Fanal am Luftfahrthimmel

Das zeitliche Zusammentreffen war Zufall, ist aber ein Hinweis darauf, wie hierzulande die Uhren (noch) anders ticken: während das fliegende AUA-Personal in Wien mit einer Betriebsversammlung signalisierte, keinen Millimeter von seinem anachronistischen Kollektivvertrag abrücken zu wollen, ließ in Skandinavien Norwegian Air mit der größten Flugzeug-Bestellung aufhorchen, welche jemals in Europa getätigt wurde (222 Boeing- und Airbus-Jets plus Option auf 150 weitere). Hintergrund ist die finale Auseinandersetzung um die Vormachtstellung im Norden des Kontinents. Gegenüber stehen sich dabei der extrem wachsende Low Cost Carrier Norwegian, die nach einem Kraftakt sondergleichen finanziell wieder gesundete SAS sowie Ryanair als aggressiver Eindringling von außen, die Skandinavien als wichtigsten Expansionsraum der kommenden Jahre ansieht und dort 50 ihrer 300 in dieser Dekade zur Auslieferung anstehenden Flugzeuge in die Schlacht werfen wird. Der Fight zwischen AUA und Airberlin/Niki in Wien mutet im Vergleich dazu an wie eine Fingerübung.
Sales statt Jahrmarkt
| Austria - Incoming |
Weniger ist mehr im Ö-Verkauf
Es war eine Abschiedsveranstaltung, die da am Wochenbeginn vom 22. bis 24. Jänner in den Hallen C und D der Messe Wien über die Bühne ging: Die actb (austrian and central european travel business) wird es bekanntlich in dieser Form – also mit Teilnahme von Partnerländern aus dem CEE-Raum – nicht mehr geben. Die Zukunft besteht aus den beiden alternierend abgehaltenen Formaten atb_experience (erstmals im Juni 2013 in Kärnten) und der direkten Nachfolgerin der actb, der atb_sales (erstmals 2014, stets in Wien). Ob und wie sich der Verzicht auf die CEE-Aussteller auf die Zusammensetzung der Einkäufer auswirken wird, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Tatsache ist, dass die nach der eher enttäuschenden actb vor zwei Jahren eingeleiteten Maßnahmen ihre Wirkung nicht verfehlen: Die Mehrheit der Aussteller sprach trotz weniger Einkäufern über deutlich bessere Qualität.
Tourismus mit Tripple I statt Tripple A
| Hotel - Hotellerie |
Mitterlehners Rezept für Österreich
Ferienmesse Wien, ÖHV-Kongress in Schladming, Hahnenkamm-Wochenende in Kitzbühel, actb in Wien und Nachtslalom in Schladming – fünf absolute Top-Events für Österreichs Tourismusbranche innerhalb von 14 Tagen – das Jahr 2012 hat stark begonnen. Überschattet wird es von der Banken- und Staatschuldenkrise sowie von der Costa-Katastrophe. Von beiden war auf dem ÖHV-Kongress Anfang bis Mitte dieser Woche in Schladming nicht viel zu merken. Zwar war die Euro-Krise DAS zentrale Thema auf der Hoteliers-Tagung, doch anders als es aufgrund der medialen Negativ-Berichterstattung vermutet werden konnte: keine Spur von einer verzagten, trübsinnigen Stimmung. Stattdessen dominierten Sachlichkeit und die Überzeugung, auch die kommenden Herausforderungen mit Bravour zu meistern, wie dies der Tourismus bereits 2009 gezeigt hat. Höhepunkt der Tagung war der Auftritt von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Mittwoch. Seine Kernbotschaft: „Der Tourismus wird auch 2012 wieder gut laufen!“
Albrecht geht aufs Ganze
There are no translations available. AUA-Kampf gegen Kosten und Niki Den Dezember 2011 werden die MitarbeiterInnen von Austrian Airlines nie vergessen: Weihnachtsfeier abgesagt, stattdessen wurde hinter den Kulissen – ohne Einbindung der Belegschaftsvertreter – vom Vorstand an einem beinharten Restrukturierungskonzept gearbeitet. Horrorszenarien wurden von Medien an die Wand gemalt, seit Dienstag liegen die Karten auf dem Tisch. Es ist das dritte Maßnahmenpaket in drei Jahren und mit einem Volumen von 200 bis 220 Mio. Euro gleichzeitig das massivste. In einer E-Mail an die Belegschaft nannte CEO Jaan Albrecht die Dinge beim Namen: „2012 wird noch einmal deutlich schwieriger als das Vorjahr.“ Das hat nicht nur mit den bekannten Rahmenbedingungen zu tun, sondern vor allem auch mit der 30-Prozent Beteiligung von Etihad an Air Berlin (siehe: "Berliner Kopfschmerzen nicht nur für Lufthansa"), die rund 250 Mio. Euro frisches Geld in die Schlacht wirft und damit auch den Kampf zwischen AUA und FlyNiki rund um die Vormachtstellung im Hub Wien weiter anheizt.
Jahr der Entscheidung
There are no translations available. Tourismus zwischen Zuversicht & Skepsis Selten hat ein neues Jahr mit derart vielen Fragezeichnen begonnen, wie 2012. Die Bandbreite der Prognosen reichten für Europa vom Währungspolitischen Super-Gau (Zerbrechen der Euro-Zone) über eine Rezession bis hin zu einem minimalen Wachstum. Auch weltweit schwanken die Vorhersagen zwischen Optimismus (nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Wirtschaftsdaten der USA) bis hin zu Katerstimmung (eintrübende Konjunktur in China). Entsprechend unterschiedlich sind die Einschätzungen für den österreichischen Tourismus, sowohl was das Incoming als auch das Outgoing betrifft. Einigkeit herrscht lediglich darüber, dass sich vor allem Europas Luftfahrt 2012 schwer tun wird. Für Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner steht jedenfalls eines fest: „Als konjunkturabhängige Branche kann sich der Tourismus von all dem trotz der in der Vergangenheit bewiesenen Krisenfestigkeit nicht völlig abkoppeln: Beim und im Urlaub wird erfahrungsgemäß relativ rasch gespart.“
Was macht TUI anders?
There are no translations available. Travel PLC brilliert, Cook schmort Wenn der seit Ende November amtierende Chairman der Thomas Cook PLC Frank Meysman dieser Tage die britischen Tageszeitungen durchblättert, dürfte ihm das Lächeln gefrieren. Ursache sind jene großformatigen Anzeigen, welche der große europäische Rivale, die TUI Travel PLC, in den Printmedien des Landes platzieren ließ. „Möglicher Weise macht ein anderes Reiseunternehmen derzeit Erfahrungen mit Turbulenzen, wir hingegen befinden uns in großartiger Form“ wird darin in großen Lettern verkündet. Die Briten waren eben immer schon grandios mit ihren Werbeslogans. Diesmal passten bei TUI Travel nicht nur die Anzeigen-Sujets, sondern auch die Zahlen, die CEO Peter Long am Montag dieser Woche für das Geschäftsjahr 2010/2011 (per Ende September) bekannt gab und damit so ziemlich alle Marktbeobachter überraschte. TUI Österreich, so Peter Long, lieferte (ebenso wie Kanada, Belgien, Holland und die Nordischen Länder) sogar ein Rekordergebnis ab.
Gulet-Offensive rund ums Mittelmeer
There are no translations available. Preisaggressiv in Richtung Sommer Traditionell Ende November lässt Österreichs Nummer 1 unter den Pauschalreiseveranstaltern, die Gulet Touristik, ihre Katalog-Flotte für den jeweils kommenden Sommer vom Stapel. Am Dienstag dieser Woche war es wieder soweit. Wer angesichts von Euro-Krise und bevorstehender Wirtschaftsflaute ein defensives Vorgehen erwartet hatte, sah sich positiv überrascht: nachdem das Angebot bereits für den Sommer 2011 deutlich ausgeweitet wurde, steht auch der Sommer 2012 im Zeichen einer Expansion, diesmal mit deutlichem Fokus auf der Mittelstrecke. Die Ziele sind hoch gesteckt: konnten heuer im Sommer trotz bekannter Krisen-Faktoren das Volumen auf Vorjahresniveau gehalten und die Deckungsbeiträge (DB) erhöht werden, will Gulet-Produktverantwortlicher Affan Kay 2012 beides nicht nur halten sondern weiter steigern: „Das steht außer Diskussion.“
Lion Air lehrt Luftfahrt das Fürchten
There are no translations available. Größter Flugzeug-Kauf, Schwarze Liste Als vorige Woche Emirates zum Auftakt der Dubai Air Show bei Boeing einen Auftrag über 50 weitere „Tripple Seven“ (plus 20 Optionen) mit einem Gesamtwert von 26 Mrd. Dollar platzierte – die bis dahin größte je platzierte Einzelbestellung der zivilen Luftfahrt – war die Airlines-Welt noch in Ordnung. Wenige Tage später geriet sie gehörig ins Wanken: keiner der klingenden Namen der zivilen Luftfahrt, sondern ein Nobody aus Indonesien, in Europa weiterhin mit Landeverbot belegt, orderte bei Boeing 230 Flugzeuge plus Option auf 150 weitere: der Low Cost Carrier Lion Air. Zwar keine B777-300ER, wie Emirates, sondern 201 Stück vom Typ B737 Max und 29 Boeing B737-900ER, wodurch die Gesamtsumme „nur“ 21,7 Mrd. Dollar ausmacht, aber von der Stückanzahl her stellt der Deal alles bisher Dagewesene in den Schatten und lenkt – abgesehen von Lion Airs unerfreulichem Sicherheitsstatus – die Aufmerksamkeit auf eine Region, die in Europas Tagesberichterstattung traditionell im Abseits steht, wirtschaftlich aber in einem Atemzug mit Indien, China und Brasilien genannt werden müsste: ASEAN.
Alles Google! Milliarden liegen bereit
There are no translations available. Unterwegs zum größten Reisemittler Wer fürchtet sich vor Google? Es ist eine wahre Geldmaschine, die sich anschickt, innerhalb der nächsten Jahre zum größten Reisevermittler der Welt zu werden. Die einzelnen Bausteine dazu sind bereits vorhanden. „Spätestens, wenn alle Tools ineinandergreifen“, so eine T.A.I. vorliegende Analyse der Hamburger Be:Con Agentur für Kommunikation, wird Google an jeder einzelnen Stufe des Reiseprozesses eine entscheidende Position einnehmen und damit – nach derzeitigem Ermessen – kein Weg mehr an dem 1997 als Suchmaschine gegründeten Riesen vorbeiführen. Dessen Kriegskasse ist prall gefüllt: Zum Quartalsende (September 2011) verfügte der Konzern über 42,6 Mrd. Dollar an liquiden Mitteln. Das ist ein Fünftel mehr, als der Lufthansa-Konzern pro Jahr umsetzt (und damit in der Airline-Branche die einsame Spitze darstellt) oder 14-mal so viel, wie die TUI AG zum letzten Bilanzstichtag an liquiden Mitteln hatte.
(Kein) Abschied! Lauda geht, Niki bleibt
There are no translations available. Österreichs Luftfahrt ohne Österreich Nein, neue Airline wird Niki Lauda keine mehr Gründen: „Mir gehen die Namen aus“, bemerkte er scherzhaft am Dienstag dieser Woche gegen Ende jenes gemeinsam mit Airberlin-CEO Hartmut Mehdorn gestalteten Fachgesprächs, im Zuge dessen der Verkauf der restlichen 50,1 Prozent Anteile an die Air Berlin PLC kommuniziert wurde, welche die Lauda Privatstiftung noch an der Niki Luftfahrt GmbH hielt. 40,5 Mio. Euro ist diese Transaktion der Airberlin wert. Die Tragweite des Deals ist nicht zu unterschätzen: auch wenn beide Seiten nicht müde werden zu betonen, dass Niki Lauda weiterhin als Non-Executive Director des 13-köpfigen Boards der Air Berlin PLC die Geschicke des Unternehmens mitbestimmen wird, steht fest, dass nach dem (Not)Verkauf der AUA an Lufthansa Ende 2009 mit FlyNiki nun das letzte große Stück österreichischer Luftfahrtgeschichte zur Gänze an das Ausland abgegeben wurde.
Top oder Flopp? Sanierungswunde(r) AUA
There are no translations available. ![]() Steigflug unverkennbar, Ziel verfehltAls Ende voriger Woche die Zahlen des 3. Quartals von Austrian Airlines bekannt gegeben wurden, lauteten die Headlines in Online, Print, TV und Radio unisono: „AUA weiter in den roten Zahlen“. Neuigkeitswert: null. Denn dass Austrian Airlines heuer die Rückkehr in die Gewinnzone nicht schaffen werden, war seit Juli aufgrund Japan, Nahost und Nordafrika klar. Entscheidend ist somit die Frage, ob und wie sich die Dinge bei der AUA abgesehen von diesen unbeeinflussbaren Faktoren (die immer wieder vorkommen) zum Besseren wenden. T.A.I. ist tiefer in die Sache eingedrungen und stieß dabei – abgesehen vom um 27,7 Prozent verbesserten (aber noch immer negativen) operativen Ergebnis seit Jahresbeginn und einem um 30 Prozent auf 31,5 Mio. Euro gesteigerten operativen Gewinn im 3. Quartal – auf bemerkenswerte Erfolge im Zuge des Turnarounds. Fazit: Der Steigflug ist unverkennbar, die Früchte werden jedoch erst frühestens 2012 vom neuen CEO Jaan Albrecht geerntet werden können.
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Steigflug unverkennbar, Ziel verfehlt

























