Mitarbeiter-Integration

Abschiebung eines Hotel-Lehrlings! „Rösslwirt“ appelliert an Kanzler Kurz

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In einer beispielgebenden Aktion bildet das 4-Sterne Superior Romantik Hotel Im Weissen Rössl in St. Wolfgang seit Juli vorigen Jahres den nach Österreich geflohenen Afghanen Rahmat Jafari als Lehrling aus. Jetzt soll er aufgrund eines Bescheides abgeschoben werden.

„Altwirt“ und Ehrenpräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Helmut Peter, ist fassungslos. In einem „offenen Brief“ an Bundeskanzler Sebastian Kurz appelliert Peter, die Behörde dahingehend anzuweisen, „positive Integrationsschritte als Grundlage für die Entscheidungen zu nehmen und nicht jahrelanges Bemühen um einen Menschen mit einem Federstrich zu zerstören.“

Die Vorgeschichte

Die Hoteliers-Familie Peter und der Rotary Club Bad Ischl bringen sich seit Herbst 2015 aktiv in die Betreuung von Flüchtlingen und Migranten ein. Die Hilfe erfolgt durch Finanzierung von Deutschkursen, durch Unterbringung und vor allem durch die Suche nach Arbeitsplätzen, „wohlwissend, dass nicht alle Menschen, die zu uns gekommen sind, auch ein Bleiberecht erhalten können“, wie Helmut Peter festhält.

Einer jener jungen Menschen, denen dadurch neue Chancen gegeben werden sollen und sie auch dankbar nützen, ist Rahmat Jafari. Er ist vor rund vier Jahren aus Afghanistan geflohen und seit September 2015 in Österreich.

Garantie für Integration

Damit war seine Odyssee noch nicht zu Ende. Dies war erst der Fall, seit er Anfang Juli 2017 von der Familie Peter aufgenommen wurde und in deren Hotel eine Lehre begann. „Rahmat wohnt bei uns im Weissen Rössl und wir kümmern uns um ihn persönlich“, erzählt Helmut Peter, der das seit über sieben Monaten aufrechte Lehrverhältnis als „die beste Garantie für seine Integration in unsere Gesellschaft“ ansieht.

Helmut Peter: „Rahmat Jafari hat ein soziales Umfeld gewonnen und lernt unsere Sprache. Wir alle sind froh, diesen positiven Beitrag zur Integration geleistet zu haben und wollen diese gerne fortsetzen.“

Der Abschiebungs-Bescheid

Der Bescheid vom 31. Jänner 2018 droht dies alles zunichte zu machen. Darin wird Jafaris „Antrag auf internationalen Schutz vom 20.09.2015 abgewiesen.“ Die Abschiebung nach Afghanistan wird als zulässig angesehen.

Helmut Peter ist fassungslos: „Alle Mühen der Integration waren umsonst. Ein junger Mann, der in seine neue Zukunft gestartet ist und eine fürchterliche Vergangenheit erleben musste, wird zurück gestoßen. Wir verstehen, dass nicht alle Wirtschaftsflüchtlinge in unser Land kommen können. Aber es gibt Grenzen!“

Der Appell

Der „offene Brief“ an Bundeskanzler Sebastian Kurz schließt mit der Bitte „um Ihren persönlichen Einsatz für Rahmat im Namen des Betriebsrates und aller Mitarbeiter des Weissen Rössls.“

Eine Reaktion des Bundeskanzlers liegt noch keine vor. T.A.I. wird über die Weiterentwicklung des Vorgangs berichten.

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Erstellt am: 14. Februar 2018

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