SST Touristik

Gutschein-Indikator auf „schön“!
Starke Nachsaison zeichnet sich ab

Print-Ausgabe 11. September 2020

„Betriebe sind teilweise noch bis Ende Oktober gut bis sehr gut ausgebucht“, so Andreas Schabel

Der Geschäftsführer von SST Touristik und Hoxami Andreas Schabel geht davon aus, dass Hotel-Gutscheine ihren hohen Stellenwert als Geschenk beibehalten

Österreichs Hotellerie hat den schwierigsten Sommer seit Jahrzehnten hinter sich und so wie es aussieht in den Ferienregionen – anders als in den Städten – trotz Corona-­Hürden gut überstanden. Das bestätigt auch Andreas Schabel, der gemeinsam mit Geschäftspartner Gerhard Sperrer die auf Gutscheinvertrieb spezialisierte SST Touristik, deren Schwesterunternehmen „Hoxami“ (Finanzierung von Lieferanten und Investitionen durch Gutscheine), die Best Case Handels GmbH (Greenstorm-Vertrieb) sowie die Plattform we-are.travel betreibt. „Wir sind hinter dem Vorjahr, aber nicht katastrophal“, zieht Andreas Schabel eine vorläufige Bilanz.

Verantwortlich für diesen Rückgang ist ausschließlich das Mehr an Stornos. So retournierten etwa beim Corona-Cluster in St. Wolfgang Ende Juli zahlreiche verunsicherte Gäste ihre Gutscheine an die SST Touristik bzw. Hoxami, „obwohl diese noch drei Jahre Gültigkeit gehabt hätten.“ Andreas Schabel und Gerhard Sperrer haben das so akzeptiert. 

Deutlich sichtbar ist die klassische Zweiteilung: Die Städte gehen Corona-­bedingt schlecht, der Bereich Wellness- und Leisure dafür umso besser. Dies lasse auf eine erfreuliche Nachsaison hoffen: „Dort wo üblicherweise mit Ende der Schulferien die Gehsteige hochgeklappt werden, sind Betriebe jetzt bis Ende Oktober sehr gut bis gut ausgebucht“, stellt Andreas Schabel fest. In Südtirol und der Südost­steiermark mit einem traditionell starken Spätherbst ziehe sich das heuer sogar bis in den November. 

Der Absatz der Gutscheine von SST Touristik bzw. Hoxami erfolge zu ca. 60 Prozent in Deutschland (Schabel: „Die fühlen sich heuer wohler, wenn sie in Österreich sind als an der Adria“), wodurch manche Betriebe „zum Teil besser als je zuvor, zumindest aber gut gebucht waren. Der Ansturm hat heuer viele Hoteliers überrascht.“ 30 Prozent der Gutscheine werden von KundInnen in Österreich erworben, der Rest in anderen Ländern, allen voran Südtirol. 

Und wie geht es den Betrieben? Die Partnerhotels (ca. 400 bis 500 an der Zahl in Österreich, Deutschland und Südtirol) scheinen mit den schwierigen Rahmenbedingungen gut zurecht zu kommen. Andreas Schabel: „Die Maßnahmen der Regierung funktionieren soweit, dass es keine großen Verwerfungen gibt. Noch sehen wir keine großen Auswirkungen.“ Lediglich in den Städten hätten viele Hotels weiterhin zu, es komme teilweise auch zu Neuübernahmen, „wo überlegt wird, was mit der Immobilie geschieht, aber das ist normal und hat mit Corona nichts zu tun.“ 

Bei „Hoxami“, das auf die Finanzierung von Lieferanten und Investitionen durch Gutscheine spezialisiert ist, verlagert sich das Schwergewicht aktuell in Richtung Umbauten und Digitalisierung etc. Der Grund: „Die Finanzierung der Betriebskosten ist in vielen Fällen derzeit kein Thema, da sie entweder nicht vorhanden oder (durch verschiedene Regierungsmaßnahmen) gedeckt sind.“ Auch die Investitionsprämie von 14 Prozent (sie ist bei Digitalisierungsmaßnahmen doppelt so hoch wie die Basisprämie von 7 Prozent und kann noch bis 28. Februar 2021 für alle ab 1. August 2020 getätigten Investitionen beantragt werden) spiele diesbezüglich laut Andreas Schabel eine wichtige Rolle. 

Erfreulich gelaufen ist auch die Zusammenarbeit mit Greenstorm (sie läuft über die Best Case Handels GmbH). Dabei „bezahlen“ Hotels mit Gutscheinen jeweils für eine Saison die neuesten E-Bikes und E-Autos zur Vermietung an ihre Gäste sowie E-Ladestationen. Derzeit läuft bei Greenstorm der Abverkauf der von den Hotels zurückkommenden Räder von dieser Saison (Schabel: „Da gibt’s sicher das eine oder andere E-Bike-­Schnäppchen zu holen!“) sowie die Vorbereitung auf die kommende Saison 2021. 

Interessant ist der Gutscheinvertrieb: Rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes erzielen die SST Touristik und Hoxami über die eigene Plattform we-are.travel. Sie gilt als eine der größten Reise-­Domains in Österreich, hat eine extrem niedrige Absprungrate und eine überdurchschnittlich lange Besuchsdauer pro User. Der Rest des Gutscheinvertriebs läuft über diverse Fremdplattformen, wie Veepee, Ebay etc. 

Die SST Tourisitik und Hoxami steuern nach der üblichen Off-­Saison August langsam wieder auf ihre starken Monate zu, die von Mitte September bis Mitte Jänner laufen: „In diesen vier Monaten erwirtschaften wir ca. die Hälfte unseres Jahresumsatzes“, sagt Andreas Schabel, wobei die „große Welle“ traditionell in der Vorweihnachtszeit verzeichnet wird. „Da werden wir sehen, ob der Gutschein seinen hohen Stellenwert als Geschenk behält. Ich gehe davon aus: Ja!“ 

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