Südtirol Tourismus

#alleswaswirlieben zeigt Wirkung! Große Bewährungsprobe kommt aber noch

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Eine erste Zwischenbilanz über den „bisherigen, teilweise sehr schwierigen und unsicheren Verlauf der Sommersaison“, zog Manfred Pinzger, Präsident des HGV (Hoteliers- und Gastwirteverband) in Südtirol. Ergebnis: Im Juli 2020 lagen die Umsätze ein Drittel (33 %) unter dem Vorjahresniveau, für August 2020 erwarten die Gastbetriebe ein Minus von rund 25 % (siehe Grafik am Ende dieses Beitrages). Die 1- bis 2-Sterne-Betriebe sind vom Nachfragerückgang am stärksten betroffen. Einen markanten Rückgang gab es auch bei den Beschäftigten (-13 % im Vergleich zum August des letzten Jahres). Die Zahlen sind für Österreichs Tourismus und Beherbergungsbetriebe nicht uninteressant.

Umfrage unter 659 Gastbetrieben

Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage (Details hier), die der HGV in Zusammenarbeit mit Eurac Research in der ersten August-Woche durchgeführt hatte. An der Befragung beteiligten sich 659 Gastbetriebe, darunter 328 Beherbergungsbetriebe, 42 reine Gastronomiebetriebe und 289 Betriebe, die sowohl Unterkunft als auch Verpflegung anbieten. „Die explorative Mitgliederbefragung ist nicht repräsentativ für das Gastgewerbe in Südtirol, bietet jedoch wichtige Einblicke in die gegenwärtige Situation und Wahrnehmung der befragten Unternehmen“, so Manfred Pinzger.

Auslastung steigt, aber weit unter Vorjahr

Aktuell haben 88 % der Gastbetriebe wieder geöffnet. Im Juli 2020 lag die durchschnittliche Bettenauslastung mit 55 % um 27 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahresmonats (82 %). Für August 2020 wird mit 74 % eine deutlich bessere, im Vergleich zum Vorjahresmonat (93 %) jedoch um 19 Prozentpunkte geringere Auslastung erwartet.

Für den HGV offenbaren die Ergebnisse der Befragung „eine große Anpassungsfähigkeit der Unternehmen im Gastgewerbe. Die Betriebe setzten während der Krise vermehrt auf Marketing, insbesondere gegenüber Stammgästen, und schafften es, betriebsinterne Prozesse und Abläufe an die neuen Realitäten anzupassen.“

Interessant ist die Entwicklung der Stammgäste: Deren Anteil hat insgesamt abgenommen (August 2019 rund 53 %, August 2020 ca. 41 %), bei den 5-Sterne Betrieben ist er allerdings gestiegen.

#alleswaswirlieben zeigte Wirkung

Für HGV-Präsident Manfred Pinzger lautet die Schlussfolgerung aus all dem, „dass der Neustart des Tourismus in Südtirol geglückt ist.“ Mit dazu beigetragen hatte mit Sicherheit die Restart-Kampagne #alleswaswirlieben der Standortwerbung IDM (Innovation, Development und Marketing). Fest stehe aber auch, dass „Auslastung, Umsatz und Mitarbeiterbeschäftigung bei weitem nicht die Werte der Vorjahre erreicht haben.“

Das IDM hatte im Frühjahr in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Provinz, dem HGV, dem Landesverband der Tourismusorganisationen (LTS), dem Südtiroler Bauernbund, dem Verband der Privatvermieter (VPS) und dem Verband der Seilbahnunternehmer in Abstimmung mit VertreterInnen der Wirtschaft Maßnahmenpakete für die Sektoren Tourismus, Landwirtschaft und die Wirtschaft im Allgemeinen erarbeitet. Für die Umsetzung dieser Maßnahmenpakete stellte die Südtiroler Landesregierung 33,5 Mio. Euro bereit. 

Herbst- und Wintersaison herausfordernd

Die große Herausforderung steht für HGV-Präsident Pinzger erst bevor und zwar mit der Herbst- und Wintersaison. Da in der kalten Jahreszeit „das Leben vorranging in geschlossenen Räumen stattfindet“ gäbe es hier laut Manfred Pinzger „eine potenziell höhere Infektionsgefahr.“ Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen müssen deshalb „umso klarer im Vordergrund stehen. Wir werden gemeinsam mit allen touristischen Partnern dazu ein entsprechendes Konzept entwickeln.“

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