Tourismusanalyse Vorsaison 2019

Zweimal an magischer Marke vorbei!
Doch es glänzt bei weitem nicht alles

Print-Ausgabe 9. August 2019

Die von Statistik Austria und WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung) kommunizierten Ergebnisse der Vorsaison (Mai und Juni 2019) für Österreichs Tourismus sind erfreulich. Auch wenn die Umsatzentwicklung unter Berücksichtigung der Inflation (ca. 1,7 Prozent) erneut nicht mit jener der Ankünfte und Nächtigungen mithalten konnte, so sind die Steigerungen aller drei Kennzahlen erfreulich. Im Vorjahr waren aber die Zuwächse um einiges stärker.

In der Sommervorsaison 2019 legte die Anzahl der Gäste um 4,6 Prozent (Vorjahr +5,1 Prozent) auf 7,35 Mio. Ankünfte zu. Die Nächtigungen stiegen um 3,5 Prozent (Vj +4,3 Prozent) auf 19,95 Millionen.

Rückläufig war die durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Gast und Unterkunft: Sie lag im Analysezeitraum bei 2,71 Nächten, was einem Rückgang von 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damals lag das Minus bei 0,8 Prozent. Die nominellen Einnahmen von Mai bis Juni 2019 stiegen um 3,7 Prozent bundesweit auf 3,97 Mrd. Euro. Preisbereinigt (also unter Berücksichtigung der Inflation) erreichte der Zuwachs nur 2 Prozent. Die Umsätze sind einschließlich des internationalen Personentransports und der Tagesausgaben und beruhen auf einer Schätzung des WIFO.

Während Wien wieder als Zug­pferd fungierte (bundesweit ca. ein Sechs­tel aller Nächtigungen, +6,5 Prozent) und auch bei den Einnahmen kräftig zulegen konnte und OÖ, Salzburg und NÖ ebenfalls eine überdurchschnittliche Performance zeigten, entwickelte sich der Tourismusriese Tirol (knapp ein Viertel aller Nächtigungen in der Vorsaison) eher mäßig. Vorarlberg war sogar deutlich rückläufig.

Ausgeprägt war auch der unterschiedliche Trend zwischen Gästen aus dem Inland (+ 2,8 Prozent) und internationalen BesucherInnen (+ 3,8 Prozent): Bis auf Niederösterreich legten Ausländer-Nächtigungen erheblich deutlicher zu als jene der ÖsterreicherInnen. In Vorarlberg war das Ausländer-Minus geringer als jenes der Inlandsgäste.

Neben der zum Vorjahr hin verschobenen Lage von Feiertagen beeinflussten weitere Faktoren die  Entwicklung: War die Nachfrage im Mai aufgrund der viel zu kühlen Tempera

Da auf die Vorsaison mit rund einem Viertel der Sommernächtigungen nur die Hälfte des Gewichts der Hauptsaison (Juli bis August) entfällt, wird die Entwicklung in den nächsten beiden Monaten für das Gesamtergebnis des Sommers 2019 maßgeblich sein. Laut WIFO zeigt die historische Erfahrung jedoch, dass die Bilanz der Vorsaison ein schlechter Indikator für den weiteren Verlauf des Sommertourismus ist. 

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