OÖ Tourismus

Wirtschaft, Industrie & Kultur als
Türöffner zur Internationalisierung

Print-Ausgabe 26. Februar 2016

Die Weiterentwicklung der oberösterreichischen Tourismusstrategie biegt in die Zielgerade – neue Märkte im Fokus – vernetztes Vorgehen soll dabei helfen

Seit Andreas Winkelhofer im Vorjahr die Geschäftsführung des Oberösterreich Tourismus übernommen hat, wurde intensiv an der Ausrichtung für die kommenden Jahre gearbeitet. Unter Einbindung der Verbände, Marktpartner und Verkehrsträger wurden dazu jene Geschäftsfelder analysiert und konkretisiert, mit denen die LTO (Landestourismus-Organisation) künftig die touristischen Organisationen und Betriebe im Land am besten unterstützen kann. Die konkreten Ergebnisse der Zukunftsstrategie werden voraussichtlich im Mai vorgestellt. Eines zeichnet sich bereits jetzt ab: Die stärkere Internationalisierung der Herkunftsmärkte wird einen wesentlichen Stellenwert haben.

Gemäß der strategischen Ausrichtung (Kursbuch Tourismus Oberösterreich 2011 – 2016) wurden bislang fast nur Österreich, Deutschland und Tschechien bearbeitet. Um die künftige Marschrichtung festzulegen, wurde im Rahmen einer umfassenden Evaluierung die Performance OÖs im Vergleich zum Mitbewerb unter die Lupe genommen. Dabei galt es, Chancen und Potenziale auf bestehenden und neuen Märkten zu überprüfen und die bisherige Entwicklung sowie künftigen Perspektiven für die fünf Markendestinationen (Mühlviertel, Donau OÖ, Linz, Pyhrn-Priel und Salzkammergut) zu analysieren. Die Ergebnisse wurden in Folge mit Vertretern der Tourismusorganisationen, Betriebe, Verkehrsträger und anderen strategischen Marktpartnern diskutiert und zur Marktstrategie verdichtet.

Fazit: Österreich, Deutschland und Tschechien, sowie weitere für OÖ interessante Märkte, wie z.B. Slowakei, Polen, Ungarn, China und Südkorea, werden künftig je nach Relevanz und Potenzial in unterschiedlicher Intensität bearbeitet. Wobei sich die Ausgangslage in den drei wichtigsten Quellmärkten unterschiedlich darstellt. „Oberösterreich ist vor allem auf dem Herkunftsmarkt Österreich stark positioniert“, beschreibt Andreas Winkelhofer. Von den 6,99 Millionen Nächtigungen in OÖ kommen 59 Prozent aus Österreich (4,1 Mio.), davon wiederum zwei Fünftel (1,64 Mio.) aus dem eigenen Bundesland. Winkelhofer: „Oberösterreich ist damit unsere stärkste ‚Gästenation‘.“

In Deutschland (ca. 1,55 Mio. Nächtigungen pro Jahr, 54 Prozent aller Auslands-Nächtigungen) – und in Tschechien (Anteil von 5,3 Prozent, Platz 3 der OÖ Gäste-Statistik) musste das Bundesland in den letzten Jahren hingegen Marktanteile an die Mitbewerber abgeben. Diese will man sich jetzt wieder zurückholen.

Deutschland spielt auch weiterhin eine große Rolle. Winkelhofer: „Neue Herkunftsmärkte wie z.B. China steuern aktuell nur 1,4 Prozent der Auslandsnächtigungen bei. Aus dieser Relation wird deutlich, welches Potential für uns in neuen Märkten innerhalb Deutschlands steckt, wie z.B. in Nordrhein-Westfalen.“ Das Bundesland ist für 6,6 Prozent der oö Auslandsnächtigungen verantwortlich. Ähnliches gilt für Tschechien, wie Winkelhofer schildert: „Mit Angeboten rund um ‚Bewegung und Naturerlebnis‘ sowie einem Fokus auf den Großraum Prag, ergänzt um weitere urbane Zentren, sollen hier künftig Marktanteile zurückgewonnen werden.“

All dies wird in enger Abstimmung mit den für die Marktbearbeitung relevanten Organisationen und Unternehmen (OÖ Tourismus, Markendestinationen und weitere interessierte Partner) geschehen. Die Mittel werden je nach Land gebündelt, die Aktivitäten gemeinsam gestaltet. „Wir konzentrieren uns auf wenige internationale Märkte und kennen dort die richtigen Hebel, um mit dem Gast zu kommunizieren und ihn für Oberösterreich zu begeistern“, erklärt Andreas Winkelhofer.

Jetzt geht es an die Umsetzung: „Für die Bearbeitung jedes neuen Marktes müssen nun effiziente Strategien entwickelt werden, inklusive klarer Aufgabenteilung. Das bedeutet, dass bereits vor dem Markteintritt die passenden Produkt-Markt-Kombinationen abgeleitet und diese mit dem definitiven Markteintritt kombiniert werden.“ Dafür sind, so Winkelhofer, „Kontinuität und ein längerfristiges Engagement notwendig, um die richtigen Netzwerke aufzubauen und bedienen zu können.“ Der OÖ-Tourismuschef will dabei auch „strategische Türöffner nutzen und verstärkt auf die hochgradig international vernetzte OÖ Wirtschaft, Industrie oder Kultur zugehen, um deren Potenzial in unsere Marktbearbeitung einfließen zu lassen.“ 

Erfolgslauf seit 2006

Oberösterreichs Tourismus verbuchte in den ersten Jahren des Jahrtausends kontinuierlich Rückgänge bis  zum Tiefpunkt 2005 mit 6.525,9 Millionen Nächtigungen (fast 3% weniger als 2000). Seitdem geht es wieder bergauf. 2015 wurde mit 7.174,2 Millionen Übernachtungen (+ 2,6 %) das zweitbeste Ergebnis seit Mitte der 90er Jahre erreicht.Der Anteil Deutschlands an den Ausländer-Nächtigungen ging seit 2000 von damals 69 Prozent auf 54 Prozent zurück.

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Erstellt am: 26. Februar 2016

Foto: Setzt auf Kontinuität und langfristige  Engagements: Andreas Winkelhofer © Mike Vogl - Pressefoto Neumayr

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