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TVB Mayrhofen als Vorreiter! Privatvermieter hoffen auf Airbnb

Print-Ausgabe 6. Mai 2016

Das Interesse ist gegenseitig, auch Airbnb kümmert sich verstärkt um Ferienregionen – auch Urlaub am Bauernhof (UaB) zeigt bereits Interesse

Während die Hotellerie in den Städten alle Register zieht, um die Airbnb einzubremsen, sehen Privatvermieter eine Chance. Ebenso wie im Gegenzug Airbnb an den Ferienregionen Geschmack findet. Nun agiert der TVB Mayrhofen (zuletzt 2,25 Millionen Nächtigungen) als Vorreiter. Details dazu wurden im Rahmen der eTourismus-Veranstaltung „TourismFastForward“ Ende April im Kongresszentrum Mayrhofen bekannt.

Die Auseinandersetzungen mit Hotellerie und Behörden am städtischen Terrain führen dazu, dass sich Airbnb verstärkt im alpinen Raum umschaut. „Wir gehen mit Airbnb in eine Kooperation“, sieht Mayrhofens Tourismus-Geschäftsführer Andreas Lackner für seine Privatvermietern noch Potenzial. In den 4-Sterne Hotels sei bei einer Durchschnittsauslastung von 276 Tagen nicht mehr viel Zuwachs möglich.

Der von Airbnb während der Konferenz Tourism Fast Forward bestätigte Deal ist kein unterschriebener Kooperationsvertrag, sondern summiert sich aus einzelnen Initiativen. Der TVB unterstützt die organisierten Privatvermieter, wenn sie ihre Zimmer auf das Vermittlungs-Portal stellen. „Wir bieten die Schulung, wie sie sich optimal präsentieren“, so Lackner, der erwartet, dass viele Vermieter zu „Airbnb-Superhosts“ werden, was zu einer zusätzlichen Präsenz für Mayrhofen führen könnte. „Airbnb wird für das internationale Marketing sorgen“, hofft Lackner. Weiters entstehe eine Radarfalle: „Die offiziellen Privatvermieter werden ihr Augenmerk darauf richten, ob illegale Konkurrenz das Portal nutzt“, erwartet der TVB-Geschäftsführer, viele neue Vermieter zu animieren. Die Hürden, um mit einer Betriebsnummer beim TVB aufzuscheinen, sind in Tirol nicht hoch: Maximal 10 Betten, Meldung beim Bürgermeister, einige betriebliche Auflagen, Abführen der Ortstaxe und schon ist die Vermietung nicht gewerblicher Art genehmigt.

Den oft bekämpften US-Riesen als Chance zu betrachten, ist noch wenig verbreitet. „Wir haben schon davon gehört, aber man kann ja nur tun, was gesetzlich fundiert ist“, tastet sich Ilse Haitzmann, Obfrau des Privatvermieter Verbandes Salzburg, vorsichtig heran. Auch Silvia Pfeil, Leiterin der Vermieterakademie Tirol, begreift es als Möglichkeit für die Vermieter: „Es sind doch die Privatvermieter, die traditionell ihr privates Umfeld zugänglich machen und somit genau das leben, was Airbnb als Verkaufsargument nach außen trägt.“ Für Urlaub am Bauernhof sieht es Geschäftsführer Hans Embacher ganz ähnlich: „Als Verband passt Airbnb zu uns, wir haben das Produkt, das ihnen steht.“ Einige Bauernhof-Anbieter seien durchaus schon selbst aktiv geworden – und erfolgreich. 

Alexander Schwarz, Airbnb-Generalmanager für die DACH-Region macht kein Geheimnis daraus, dass angesichts der neuen Hürden in den Städten, Airbnb nun in die Fläche gehen wolle. Sei in den Städten der Fokus auf Homesharing gelegen, werde in den Ferienregionen nun erstmals auch akquiriert. „Wir spüren die Nachfrage unserer Community, deshalb gehen wir aktiv in die Regionen um Austausch bieten zu können“, so Schwarz. Man biete auch in Städten schon Unterstützung, etwa subventionierte Rauchmelder, und führe auf Wunsch einzelner Kommunen auch die Ortstaxe ab. Eine Methode, die Lackner für Mayrhofen nicht anstrebt: Man würde damit von nicht registrierten Betrieben Ortstaxe kassieren und so ungesetzliche Angebote indirekt in Kauf nehmen.

Dass immer mehr Hotels auf die Plattform drängen, sieht Schwarz locker: „Wir forcieren es nicht, aber auch Hotels können sich listen. Es gibt keine maximale Zimmerzahl, so lange das Hotel noch einen persönlichen Charakter hat.“ Dass die Grundidee „überall daheim“ dadurch verwässert werde, befürchtet der Airbnb-Manager nicht. Unpassende Angebote würden die Gäste durch das Bewertungssystem rasch in der Versenkung verschwinden lassen. 

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Erstellt am: 06. Mai 2016

Sieht Airbnb als Chance: Andreas Lackner

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