Neujahrskonzert vs. Kitzbüheler Streif

Musikverein oder Mausefalle – wer kann mehr? Großer T.A.I.-Vergleich

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Das Wiener Neujahrskonzert – heuer mit Gustavo Dudamel grandios über die Bühne gegangen - und das Kitzbüheler Hahnenkammrennen (20. – 22. Jänner 2017) bilden zwei der stärksten Visitenkarten des Landes. Beide verfügen über enorme, weltweite Strahlkraft, beide erzielen eine grandiose Werbewirkung für das Kulturland und die Tourismushochburg Österreich. T.A.I. hat die wichtigsten Kennzahlen zusammengetragen, aus denen sich ein interessanter Vergleich ergibt.

Rekord Einschaltquoten

Übertragen wird das Neujahrskonzert von 93 TV-Stationen in über 90 Länder, wodurch es von mehr als 50 Millionen TV-Zusehern verfolgt wird. Andere Zahlen sprechen sogar von einer Reichweite mit 150 Millionen Haushalten, wodurch der Werbewert des Neujahrskonzerts mit 130 TV-Sendestunden auf 450 Mio. Euro geschätzt wird.

Aus Kitzbühel berichten „nur“ 45 TV- und 30 Radio Stationen, in den mehr als 55 Stunden Berichterstattungen werden aber über 262 Millionen Zuschauer erreicht. 20 öffentlich-rechtliche Sender übertragen das Hahnenkamm-Rennen live, Eurosport berichtet in rund 100 Ländern weltweit. NBC Sport in den USA überträgt das Kitzbüheler Weltcup-Ereignis sowohl live als auch zeitverzögert.

Elitäres Event vs. Großveranstaltung

Auch bei den Besucherzahlen vor Ort lässt das spekakuläre Sport-Event in den Kitzbüheler Alpen der elitären Veranstaltung im Wiener Großen Musikvereinssaal keine Chance: der Saal fasst 1.744 Sitz- und ca. 300 Stehplätze, mit rund 2.000 Besucher Platz finden. In Kitz verfolgen rund 45.000 BesucherInnen direkt an der 3,3 Kilometer langen „Streif“-Rennstrecke den Abfahrtslauf mit (an allen drei Tagen zusammen sind es ca. 85.000, denn es kommen noch die durchschnittlich 15.000 beim Super-G und 25.000 beim Slalom dazu).

Ähnliche Eintrittspreise

Die Kartenpreise für das Neujahrskonzert sind dafür erheblich teurer: sie liegen zwischen 35 Euro und 1.090 Euro. Die Eintrittskarte für den Abfahrtslauf auf der „Streif“ kosten 30 Euro, der VIP-Sitzplatz kommt auf 750 Euro.

Salz und Blumen

Ein weiterer Vergleich: Um die Rennstrecke optimal zu präparieren, sind an der Streif bis zu 580 MitarbeiterInnen im Einsatz, seit Wochen wird daran gearbeitet, vor dem Rennen nahezu rund um die Uhr. So müssen u.a. tausende von Kilogramm Salz aufgebracht werden, um die Feuchtigkeit aus dem Schnee zu ziehen. Im Musikverein steht rund um das Neujahrskonzert eine wichtige "Präparierung" an: die Dekoration mit rund 30.000 Blumen. Dazu reicht ein 14-köpfiges Floristen-Team, das vier Tage lang im Einsatz steht.

Ski-Asse und SpitzenmusikerInnen

Bleiben noch die Hauptakteure: für das Hahnenkamm-Rennen haben rund 120 Läufer – die Superstars der Weltcup-Szene - genannt, beim Neujahrskonzert stehen die 134 Orchestermitglieder der Wiener Philharmoniker, die zu den besten drei Orchestern der Welt zählen, im Einsatz. Und während die „Streif" seit 55 Jahren eine reine Männersache ist (das letzte Damenrennen am Hahnenkamm-Wochenende gab es am 21.-22. Jänner 1961), gehören mittlerweile auch elf Damen den Philharmonikern an.

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Erstellt am: 18. Jänner 2017

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