T.A.I. Serie India Calling – Teil 5

„Bund fürs Leben“ als große Chance für das Österreich-Incoming

Print-Ausgabe 3. Juni 2016

Die Brüder Sajjan (l.) und Naveen Jindal (r.) mit Bräutigam Parth Jindal

Die indische Milliardärs-Hochzeit vom Mai in Wien kurbelt im Subkontinent die Nachfrage nach Feierlichkeiten der Alpen- und Donaurepublik an

Wien war im Mai Schauplatz einer der weltweit größten Hochzeitsfeierlichkeiten der letzten Jahrzehnte: Es heiratete mit Parth Jindal der einzige Sohn des indischen Stahl-Magnaten Sajjan Jindal. Die Feierlichkeiten erstreckten sich über drei Tage, knapp 1.000 Gäste waren geladen. An nichts wurde gespart, eingeflogene Küchenchefs bereiteten indische und internationale Gerichte zu (der eingeflogene Mitarbeiter-Stab umfasste rund 200 Personen), nahezu alle 5-Sterne-Hotels der Wiener Innenstadt wurden komplett gebucht. Gefeiert wurde unter anderem in der Hofburg Vienna, im Palais Liechtenstein und im Belvedere. Show Acts wie „Mika“ oder „Enrique Iglesias“ sorgten für ausgelassene Stimmung.

Natürlich ist nicht jede indische Hochzeit solch ein Mega-Event mit einem Budget in Höhe von mehreren Millionen Euro, dennoch sollte man die Zielgruppe „Destination-Weddings“ nicht außer Acht lassen. Alleine unser Unternehmen, Robinville, hat in den vergangenen drei Monaten – seitdem die Jindal Hochzeit in Indien publik gemacht wurde – mehrere Anfragen für Feierlichkeiten in Wien und Umgebung erhalten. Alle wollen es nun dem Milliardär gleichtun und in Wien heiraten.

Worauf also muss man achten, will man Hochzeiten für die indische Zielgruppe ausrichten? Die größten Unterschiede zu (christlichen) Hochzeiten in Österreich sind Dauer und Anzahl der einzelnen „Events“. Indische Hochzeitsfeierlichkeiten ziehen sich über mehrere Tage und beginnen traditionell mit der „Mudda Tikka“ – der Verlobungsfeier, für die die erste Location gefunden werden muss (die Familie des Bräutigams besucht die Braut, überreicht Geschenke wie Sarees und Schmuck. Nach Segnungen durch die Ältesten der Familie werden Erfrischungen und Speisen gereicht).

Weiter geht es zur zweiten Location, gefeiert wird der „Ladies‘ Sangeet“ – entweder am gleichen Tag oder ein bis zwei Tage vor der eigentlichen Hochzeit. Am ehesten ist Sangeet mit dem Junggesellinnenabschied zu vergleichen (die Braut trägt die eben erhaltene Kleidung und den Schmuck und sitzt auf einem silbernen Stuhl, „Chowki“ genannt. Die Damen aus sowohl ihrer Familie als auch der Familie des Bräutigams versammeln sich um sie, singen Hochzeitslieder und tanzen in alt bekannter Bollywood-Manier). Dieses Event ist als Eisbrecher zu sehen, um die Damen der beiden Familien miteinander bekannt zu machen.

Weiter gehen die Feierlichkeiten mit dem „Baraat Dhukav & Varmala“ – dem Eintreffen des Bräutigams bei der Hochzeitslocation – und dem „Saptapadi/Phere“ der eigentlichen Hochzeitszeremonie. Wichtig hierbei ist die Ausstattung der Räumlichkeiten. Benötigt werden diverse „Aufbauten“, das Wichtigste hierbei ist der „Mandap“, eine Art Baldachin mit Säulen, unter dem sich das Hochzeitspaar während der Zeremonie aufhält und Rituale vollzieht. Nach der Trauung folgt das  Abendessen mit anschließender Party. Ab diesem Zeitpunkt unterscheidet sich die indische Hochzeit übrigens nicht mehr von einer europäischen. Gelächter, Alkohol und laute Musik bestimmen nun den Takt der Feierlichkeiten.

Wie sich die Milliardärs-Hochzeit in den Mai-Zahlen des Österreich Incomings aus Indien ausgewirkt hat, wird sich weisen. Traditionell sind Mai und Juni die stärksten Indien-Monate. Im Vorjahr gab es im Mai ein Plus von 44,8 Prozent auf 44.300 Nächtigungen, im Juni erreichte der Zuwachs 41,6 Prozent auf 41.200 Übernachtungen – das waren halb so viele wie aus China und mehr Nächtigungen als vom Quellmarkt Japan. 

Starkes Gäste-Plus im 1. Quartal 2016

Heuer verbuchte Indien in den ersten drei Monaten um 50,2 Prozent mehr Ankünfte in Österreich, die Nächtigungen stiegen um 36,2 Prozent. Das Team von „Robinville“ ist daran nicht ganz unbeteiligt: seit Eintritt in den Tourismussektor vor zwei Jahren wurde bei hunderten Gesprächen, Schulungen, Incentive-Veranstaltungen und Roadshows für Partnerregionen in Deutschland, der Schweiz und Österreich die Werbetrommel gerührt. Die Meisten dieser Regionen verzeichnen überdurchschnittliche Ankunfts-bzw. Nächtigungszuwächse. im@robinville.in, www.robinville.in

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Erstellt am: 03. Juni 2016

Die Brüder Sajjan (l.) und Naveen Jindal (r.) mit Bräutigam Parth Jindal © Twitter/ sajjanjindal

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