Bergsommer-Studie

Berg statt Strand? Feintuning in der Kommunikation entscheidet

Print-Ausgabe 29. Juni 2018

Um das vorhandene Potential des Bergsommers weiter zu heben, sind wichtige Punkte zu beachten – Bergbahnen gelten als Symbol für leichten Zugang

Nahezu eineinhalb Jahrzehnte von 1992 bis 2006 ging es mit ihm fast ausnahmslos bergab, seither erlebt er – zumindest was die Nächtigungszahlen betrifft – eine erfreuliche Renaissance: Österreichs Bergsommer. Das Aufkommen während der Sommersaison (Wien herausgerechnet) hat seit dem Tiefpunkt mit 53,5 Mio. Nächtigungen um nahezu ein Viertel auf 66,1 Mio. im Vorjahr zugelegt. Dies ist umso bemerkenswerter, als Studien (u. a. die Deutsche Reiseanalyse) stets von einem tendenziell rückläufigen Interesse an einem Urlaub in den Bergen sprechen, insbesondere in der deutschen Bevölkerung.

Doch die Dinge liegen anders und zwar dahingehend, dass der Bergsommer tatsächlich noch über ein großes Potenzial verfügt, vor allem bei Urlaubern ohne bzw. mit nur geringen Bergerfahrungen. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung hervor, welche die Österreich Werbung (ÖW) gemeinsam mit dem Fachverband der Seilbahnen unter dem Titel „Tiefenpsychologische Wirkungsforschung zu ‚Sommerurlaub in den Bergen‘“ initiiert hatten. Mitte Juni wurden die Ergebnisse vom Leiter der ÖW-Tourismusforschung, Holger Sicking, und Kornel Grundner, Sprecher der Salzburger Sommer-Bergbahnen und Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen, vorgestellt.

Der wichtigste Vergleichsmaßstab, an dem sich der Bergurlaub messen lassen muss, ist der Strandurlaub. Der punktet mit stabilem Sommerwetter und Bequemlichkeit, sowie geringen Anforderungen. Der sommerliche Bergurlaub hingegen lässt in den Köpfen potentieller UrlauberInnen Befürchtungen aufkommen, wie wechselhaftes Wetter, steinige Bergwege, Verletzungsgefahr sowie aufwändigere Ausrüstung. Auch fehlende Orts- und Bergkenntnis sorgen für Zurückhaltung. Wichtig ist es deshalb, potentiellen Gästen zu zeigen, dass sie auch in den Bergen sicheren und entspannenden Urlaub machen können – im Sinne von Vielfalt, Aufgehobenheit, Verlässlichkeit und Einfachheit. „Etwaigen Unsicherheiten gilt es, durch Standards, Garantien und Informationen zu begegnen“, meint Sicking.

Darüber hinaus ist die Bandbreite an möglichen Aktivitäten intensiver darzustellen, als dies bislang geschieht. Sicking: „Zu häufig wird auf eindimensionale Zugangsmotive zu einem Bergsommerurlaub abgestellt.“ Gefragt sind „schön gemachte Informationen, gesicherte Wege, sicher geöffnete Hütten und betreutes Wandern.“

Einen wichtigen Part übernehmen bei alledem die Bergbahnen. Sie stehen für einen sicheren, komfortablen und bequemen Weg nach oben und gelten damit als Symbol für den leichten Zugang in die Berge. „An einen Sommerurlaub ohne Bergbahn ist nicht zu denken“, betont der Salzburger Sommer-Bergbahnen-Sprecher Kornel Grundner. 

Artikel teilen per Mail verschicken ausdrucken

Erstellt am: 29. Juni 2018

Stellten die Ergebnisse der Untersuchung „Tiefenpsychologische Wirkungsforschung zu ‚Sommerurlaub in den Bergen‘“ vor: Holger Sicking (l.) und Kornel Grundner

Kommentar schreiben

Bitte die Netiquette einhalten. * Pflichtfelder

Nach oben