Case Study 35

AGA Kongress- Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie

ACB Magazin Dezember 2018

Die AGA (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie) veranstaltet alljährlich einen Internationalen Fachkongress (Association Meeting), der, – dem Faktum der AGA als Dreiländergesellschaft gerecht werdend –, abwechselnd in Deutschland, Österreich und Schweiz stattfindet, jedes Mal an einem anderen Ort (Vorjahr in München, heuer in Linz, nächstes Jahr in Mannheim, 2020 in Davos).

Nach Linz gebracht hat den 35. AGA Kongress nicht zuletzt der in Linz tätige Orthopäde Dr. Florian Dirisamer, der Vorstandsmitglied in der AGA ist. Intercongress als PCO hat zunächst eine Standortanalyse von Linz vorgenommen, wobei sich die regionalen Partner um diesen Kongress sehr bemüht haben. Ein zusätzliches Kriterium, das für Linz als Austragungsort gesprochen hat, war der Heimvorteil des Kongresspräsidenten Dr. Dirisamer: Synergien von Kongresspräsidentschaft & perfekte Verbindung zum Ort haben sich – so die bisherigen Erfahrungen – stets bewährt.

Überblick

Die Größe des AGA Kongresses bewegt sich bei rund 1.200 FachbesucherInnen (Fach- und AssistenzärztInnen aus dem Bereich Orthopädie/Sportmedizin/Unfallchirurgie, PhysiotherapeutInnen, OP-Pflegepersonal, RadiologInnen, MedizinstudentInnen) sowie 50 Ausstellern mit 300 MitarbeiterInnen vor Ort.

Intercongress fungiert seit 16 Jahren als Core-PCO, wobei es heuer eine enge Zusammenarbeit mit der OÖ Touristik zur Vermittlung von Hotelzimmern gab. Als lokaler Partner war das Design Center Linz intensiv mit eingebunden. Das Courtyard by Marriott direkt neben dem Design Center hat noch zusätzlich benötigte Räumlichkeiten für den Kongress zur Verfügung gestellt. Vom Ars Electronica Center wurde ein mobiler „Deep Space“ (siehe auch „Neue Formate“) ins Design Center transferiert, das eine 4k-Projektion von OPs ermöglicht.

Der Kongressabend wurde in der voestalpine Stahlwelt abgehalten. Der Linz Tourismus sorgte im Vorfeld für Beratungsleistung & Begleitung sowie dann beim Kongress selbst für VIP-Geschenke sowie Werbung am Flughafen. Ein kleines Sponsoring kam vom Land OÖ (samt Grußworten von LH Stelzer), Sponsoren waren neben Uniqa, LT1, Kronenzeitung auch die BMW Niederlassung Linz.

Der AGA Kongress war nicht als Green Meeting konzipiert, es wurden aber zahlreiche Schritte im Bereich Nachhaltigkeit gesetzt. So gab es keine Lunchtüten, stattdessen frisch zubereitetes Essen auf „Streetfood-Stationen“. Die hochwertigen Kongresstaschen von Skinfit garantieren eine hohe Nutzungsdauer.

Neue Formate

  • Es gab eine ganze Reihe neuer, innovativer Formate, wie z.B. „DeepSpace, Cinematic Rendering“ – ein Pilotprojekt des Ars Electronica Centers und Siemens mit 3D-Darstellung des menschlichen Körpers auf Basis von CT und MRT Aufnahmen. Die Technologie war 2017 für den Deutschen Zukunftspreis nominiert.
  • Ebenfalls neu war das Format „AGArena“. Die Idee dazu kam vom Kongresspräsident Dr. Dirisamer. Ziel: ein spannendes fachliches Thema in Form einer Diskussion (prominente Skisportler, Sportärzte und Sportgeräteentwickler) so verpacken, dass es Ärzte, Therapeuten, Sportwissenschaftler, aber auch Laien fesselt. Die AGArena ist dann im Stile einer Fernsehshow abgelaufen und war auch für externe Besucher zugänglich. Die Umsetzung erfolgte durch KOOP Live-Marketing.
  • Der „Boxring“ wiederum bot den Rahmen für unterhaltsame und kontroverse Diskussionen. Jeder, der etwas zu dem Thema zu sagen hat, konnte in den Ring steigen. Das Zeitlimit pro Statement belief sich auf 60 Sekunden. Ein „Ringrichter“ achtete darauf, dass es keine Schläge unterhalb der Gürtellinie gab. Für lockere Atmosphäre sorgten Snacks und passende Getränke.
  • Weitere innovative Formate boten die „OP Planungsworkshops“ (fallbasierte Workshops in Kleingruppen), der „Speakers Corner“ (kleine Bühne in der Industrieausstellung, auf der die jeweils 10 besten Posterbeiträge in Kurzvorträgen vorgestellt wurden und als Grundlage für die Vergabe der Posterpreise dienten).
  • Als Research Day in neuem Format wurde der „AGA Science Circle“ durchgeführt (zwei spezielle Sitzungen, die Arbeiten wurden ausführlicher präsentiert, danach gab’s eine Feedback-Runde durch erfahrene KollegInnen)

Die Formate haben unterschiedlich gut funktioniert. Die AGArena ist beim Publikum gut angekommen, ebenso der „Boxring“ (hoher Diskussions- und Unterhaltungswert, sehr gelungen). Auch der „DeepSpace“ wurde sehr gut angenommen, er wird aber einmalig bleiben, da dies nur durch die Nähe zum AEC möglich war. Die „OP Planungsworkshops“ stießen ebenfalls auf großes Interesse bei den Teilnehmenden, sie werden in Zukunft wieder im Programm integriert.

Der „Speakers Corner“ war vom Format her gut, allerdings war die Platzierung in der Industrieausstellung ungeeignet (Geräuschpegel störend). Den „AGA Science Circle“ wird es in dieser Form nicht wieder geben, er wurde vom Publikum nicht angenommen.

Herausforderungen

Bei den neuen Formaten galt es die anfängliche „Berührungsangst“ zu überwinden. Im Vorfeld wurden die neuen Formate deshalb regelmäßig im Kongress-Newsletter vorgestellt und erläutert. Darüber hinaus gab es Erklärungen durch die Sitzungsleiter vor Ort, sowie „Push Notifications“ in der Kongress-App mit speziellen Hinweisen, und die einzelnen Sitzungsleiter zeigten sich sehr flexibel bezüglich der Reaktionen des Publikums und dessen Bereitschaft mitzumachen.

Weitere Herausforderungen bei den neuen Formaten bestanden durch gewisse räumliche Beschränkungen bzw. akustische Hürden auf den offenen Flächen. Die hohe Komplexität des Programms mit vielen Parallelsträngen und die enge zeitliche Taktung des Programmablaufs stellten ebenfalls Herausforderungen dar, die es zu bewältigen galt.

Fazit

Nach dem Kongress gab es ein außerordentlich positives Feedback der TeilnehmerInnen – die lässige und unkonventionelle Atmosphäre wurde geschätzt. Auch Intercongress als PCO stellte Linz ein sehr positives Zeugnis aus – Folgeprojekte in Form anderer Kongresse von Intercongress sind durchaus vorstellbar.

Deutlich erkennbar war der Wunsch der Teilnehmenden nach intensivem Austausch in eher kleinen Gruppen, Formate mit praktischen Übungen (selbst aktiv sein), Interesse an Sitzungen in gelockerter Atmosphäre durch offene Räumlichkeiten bzw. „Inszenierung“.

Großes Lob kam am Ende vom Kongresspräsidenten Dr. Dirisamer: „Linz hat mit diesem Kongress eine top Visitenkarte abgegeben.“

Facts

Veranstalter: AGA (Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie

Teilnehmer: rund 1.200 Fachbesucher

Tagungsort: Design Center Linz

Datum: 13. – 15. September 2018

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Erstellt am: 06. Dezember 2018

Foto: AGA Kongress

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