Green Meetings

Acht Jahre mit dem Umweltzeichen – viele Erfolge und noch immer viel zu tun

ACB Magazin Dezember 2018

2010, vor einer gefühlten Ewigkeit, wurde die 62. Richtlinie des Österreichischen Umweltzeichens veröffentlicht – damals ausschließlich für Meetings.  

von Mag.a Barbara Dusek, VKI

Dem großen Engagement des ACB und den Vorstudien des Ökologie Instituts war es zu verdanken, dass trotz aller manchmal etwas sperrigen Vorgaben, die eine ISO Typ 1 Zertifizierung mit sich bringt, ein anwendbares Tool vom VKI entworfen werden konnte.

Wo steht nun das Österreichische Umweltzeichen nach der zweiten Überarbeitung, die im Juni 2018 abgeschlossen wurde?

Green Meetings & Events

In den letzten Jahren haben viele große (aber auch sehr kleine!) Veranstaltungen auf das Österreichische Umweltzeichen gesetzt. Eine der größten Herausforderungen war sicher der Eurovision Song Contest 2015 mit 3 Events in der Stadthalle, am Rathausplatz und in der Ottakringer Event Location mit insgesamt ca. 180.000 TeilnehmerInnen. Die beiden kleinsten Veranstaltungen hatten übrigens nur je 7 TeilnehmerInnen, der größte Kongress 20.000. Die allermeisten Veranstaltungen dauerten ein bis drei Tage, über ganze 72 Tage erstreckte sich der Conrad Sohm Kultursommer, der 2013 mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert wurde. Aber auch das Europäische Forum Alpbach oder die Summer School AEMS gehören mit jeweils 17 Tagen zu den längsten Veranstaltungen.

Einen Impuls gab 2018 die öffentliche Hand mit dem Vorhaben, wenn möglich alle Veranstaltungen der EU Ratspräsidentschaft mit dem Österreichischen Umweltzeichen zu zertifizieren. Hoffentlich wirkt diese Initiative auch beispielgebend über die Ratspräsidentschaft hinaus und in andere Branchen hinein – vielleicht konnten damit viele Vorbehalte gegen eine nachhaltige Veranstaltungsorganisation entkräftet werden.

Verschiedene Arten von Events werden schon seit 2010 zertifiziert (siehe Abbildung rechts), 2018 wurde die Richtlinie aber auch für Sportveranstaltungen und B2B Messen geöffnet. Für diese gab es auch gleich zwei herausragende Beispiele: der Fairnessrun mit vielen innovativen Ideen wurde als erste Sportveranstaltung zertifiziert und die BIOGAST Messe schaffte es durch wirklich großes Engagement, vor allem im Bereich der Abfallvermeidung und-trennung, den bereits letztes Jahr begonnen Weg fortzusetzen und zu zeigen, dass auch auf Messen Ressourcenschonung gelebt werden kann.

Auch neue Lizenznehmergruppen werden in Zukunft ihre Veranstaltungen mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifizieren: Fachhochschulen, Museen sowie Sport- und Kulturvereine können nun die Lizenz erwerben.

Neuerungen im Kriterienkatalog

Und im Bereich der Anforderungen? Hier hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass das Niveau stetig gestiegen ist und somit die zu erreichenden Punkte leicht erhöht werden können, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten und wirklich die Besten auszuzeichnen. Außerdem gibt es zwei neue verpflichtende Anforderungen – die Verwendung von elektrisch betriebenen Give Aways ist jetzt ausgeschlossen und im Catering muss zumindest ein biologisch zertifiziertes Produkt verwendet werden.

Die neuen Veranstaltungsbereiche erfordern auch einige spezifische Kriterien. So enthält die Richtlinie jetzt auch Bestimmungen, die ausschließlich für Sportveranstaltungen oder Sportstätten gelten. Neu hinzu gekommen ist auch ein eigener Bereich für mobile Stände, die Gastronomie anbieten – Food Trucks und dergleichen, da hier die strengen Cateringkriterien aufgrund des geringen Umfangs nicht gut anwendbar sind.

Green Stand

Dieses Jahr konnte auch der erste Messe Systemstand mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert werden. Die Niederösterreichische Firma Syma System hat ein Konzept entwickelt, in dem die verwendeten Materialien eine Zertifizierung des Messestandes zulassen und trotzdem flexibel gebaut werden kann. Wir hoffen, dass die Kunden diese Anstrengungen würdigen und vermehrt auf wiederverwendbare Messestände aus umweltneutralen Materialien setzen.

Mein Green Meeting

Was also könnte man abschließend als Anregung für die umweltfreundliche Gestaltung einer Veranstaltung sagen: Denken Sie Umweltaspekte frühzeitig mit und kommunizieren Sie rechtzeitig! Wenn Sie sich bereits bei der Planung um nachhaltige Themen kümmern, wird Vieles günstiger oder selbstverständlicher.

Dazu gehört zum Beispiel:

Kunde:

Stimmt mein Kunde mit mir in den nachhaltigen Zielen überein oder gibt es hier Vorbehalte bzw. Anforderungen, die einer Zertifizierung entgegenstehen?

Auswahl des Veranstaltungsortes:

Wer ist meine Zielgruppe und welchen Veranstaltungsort kann sie leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu welchen Zeiten erreichen? Gibt es dort eine geeignete Veranstaltungslocation, die sich im Bereich Nachhaltigkeit engagiert oder sogar zertifiziert ist?

Unterkunft:

Gibt es am Veranstaltungsort zertifizierte Unterkünfte? Geben mir die Betreiber bereitwillig Auskunft über ihre Umweltmaßnahmen?

Catering:

Gibt es am Veranstaltungsort oder im nahen Umkreis einen Caterer, der zertifiziert ist oder sich mit Umwelt beschäftigt? Zeigt er sich kooperativ auf meine Anforderungen einzugehen? Werden meine Wünsche verstanden und aktiv aufgegriffen?

Ausstellung:

Wie kann ich die Anforderungen an Aussteller gleich in meine Ausstellerverträge einbinden?

Kommunikation:

Wo kann ich die Kommunikation zu den einzelnen Green Meeting Aspekten am besten platzieren, sodass die Beteiligten sie auch wahrnehmen? In der ersten Einladung, Im Anmeldeformular, im Programm etc.

Sponsoren:

Habe ich Sponsoren die meine Ziele teilen? Unterstützen Sie mein Bemühen nach
Ressourcenschonung? Oder gibt es hier möglicherweise Stolpersteine? Wo kann ich ggf. weitere Sponsoren gewinnen, die nachhaltig denken und mit mir kooperieren wollen?

Wichtige Kontakte

Austrian Convention Bureau
Tel: +43 676 57 64 666
E-Mail: office@acb.at
Web: www.acb.at

Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
Tel: +43 1 71100-61 1656
E-Mail: info@umweltzeichen.at
Web: www.umweltzeichen.at

VKI Verein für Konsumenteninformation
Team Umweltzeichen
Tel: +43 1 588 77-235
E-Mail: bdusek@vki.at
Web: www.umweltzeichen.at

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Erstellt am: 06. Dezember 2018

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