USA-Geheimtipps

„Avenue of Oaks“ & Rodeos
„Uncle Sam“ abseits von Big Apple

Print-Ausgabe 15. November 2019

Einer der großen Vorzüge der USA ist deren Vielfalt – diese wird aber von Gästen im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ zu wenig ausgenützt

So groß und vielfältig die USA als Destination auch sind, der überwiegende Teil der Reisekarawane zieht durch Kalifornien, nach Nevada, Florida und New York. Grand Canyon und die Niagarafälle sind ebenso Hotspots wie die Städteziele Chicago und Boston. Wo Tauben sind, fliegen andere Tauben hin, und am Ende klagen alle über Overtourism. Dabei gibt es Regionen und Metropolen, die den meistfrequentierten um nichts nachstehen, ja, sie zum Teil in vieler Hinsicht sogar übertreffen.

Zu diesen USA-Geheimtipps zählt z. B. das Präriestädtchen Sheridan im Bundesstaat Wyoming, eine Westernstadt wie aus dem Bilderbuch. Im Mittelwesten ca. 200 km östlich vom Yellowstone Nationalpark gelegen, wurde sie vom Fachmagazin „True West“ zur „Top-­Western Town of America“ gekürt. Es finden sich im Umkreis zahlreiche Guest Ranches auf denen Rodeos veranstaltet werden, wie z. B. das Mitte Juli stattfindende „Sheridan WYO Rodeo“. Die Main Street ist voll mit Läden für Cowboy-­Accessoires sowie Bars und Saloons. Ein Tipp ist auch das Historic Sheridan Inn, einst bestes Hotel zwischen Chicago und San Francisco.

Einen absoluten Kontrast dazu stellt die berühmte Südstaaten-Metropole Charleston dar, einst dank der reichen Plantagenbesitzer fünftgrößte und zugleich wohlhabendste Stadt Amerikas. Heute hat Charleston mit seinen bestens erhaltenen Häusern aus der Kolonialzeit sowie aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert den Nimbus als architektonisches Freiluftmuseum mit Bilderbuch-­Architektur. Weltruhm besitzt die „Avenue of Oaks“: Es handelt sich um die zu Filmehren gelangte mächtige Eichenallee im Kino-Hit „Vom Winde verweht“.

Ganz im Nordosten der USA nahe der Grenze zu Kanada, viereinhalb Stunden Auto-Fahrt von Boston entfernt liegt der Acadia-­National­park mit seiner zerklüfteten Felsküste und rauen Landschaft mit Bergen und Seen. Der Hauptteil liegt auf Mount Desert Island, durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Durch den Park führt die 45 Kilometer lange Park Loop Road, die mit Auto oder Fahrrad befahren werden kann. Es gibt zudem tolle Wanderwege quer durch die Wildnis.

Wen’s in den Westen zieht, der sollte unbedingt dem Lake Tahoe zwischen Kalifornien und Nevada (oben am Bild) einen Besuch abstatten. Er liegt auf 1.900 Metern Höhe und ist mit 497 km² Fläche der größte Bergsee des nordamerikanischen Kontinents. Lake Tahoe gilt bei den AmerikanerInnen als beliebtes Sommererholungsgebiet, während im Winter das im Hinterland liegende Squaw Valley lockt, eines der größten Skigebiete der USA. Ein Hit für Wildwest-Fans ist der Nachbau der Ponderosa-Ranch aus der TV-Westernkultserie „Bonanza“. Im Incline Village besteht die Möglichkeit zum Baden. Während der Sommermonate werden Veranstaltungen, darunter auch Shakespeare-Aufführungen im Amphitheater des Lake Tahoe-Nevada State Parks, angeboten. 

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